Reichlich Reichweite verspricht VW – 160 Kilometer soll der e-Up schaffen. Bei Kälte wird es weniger. Wie weit kommt er tatsächlich? Auf mickrige 80 Kilometer kann die Reichweite bei Minusgraden zusammenschrumpfen. So hatte es VW kurz vor Markteinführung veröffentlicht. Grund: Kälte setzt dem Akku zu, die Kapazität sinkt. Außerdem zerren elektrische Heizung und weitere Verbraucher an der Batterie. Inzwischen gibt VW einen gemischten Wert von 80–160 Kilometern maximaler Reichweite an. Wir konnten im "normalen" Betrieb 119 Kilometer weit fahren.

Die Ladezeit variiert je nach Stromanschluss

VW e-Up
Schöne neue Welt: Mal ganz entspannt dem e-Up beim Laden zusehen – das kann mitunter länger dauern.
Starkstrom, Haushaltssteckdose, öffentliche Ladestation – Strom tankt der e-Up auf verschiedene Arten. Wie klappt das Laden tatsächlich? An der 230-Volt-Dose lässt sich der e-Up viel Zeit, wir ermittelten neun Stunden 15 Minuten Ladezeit. Etwas schneller geht das mit der sogenannten Wallbox. Hier ist der VW in knapp sechs Stunden aufgeladen. Schnellladestationen pumpen den Akku in nochmals kürzerer Zeit auf (zu 80 Prozent geladen in rund einer halben Stunde). Der Anschluss dafür kostet 590 Euro Aufpreis. Diese CCS-Stationen sind jedoch extrem selten zu finden. Strom ist günstiger als Benzin. Doch auch andere Faktoren zählen. Speziell der Kaufpreis ist hoch. Was kostet ein e-Up im Vergleich zum normalen Up? Der e-Up ist insgesamt deutlich teurer als ein vergleichbarer Up. Zu den über 15.000 (!) Euro Preisunterschied kommen höhere Prämien für die Vollkaskoversicherung und ein absolut gesehen höherer Wertverlust. So kostet ein e-Up fast 300 Euro pro Monat mehr. Die um rund sechs Cent niedrigeren Energiekosten pro km fangen das nicht auf.

Die Antriebstechnik macht den e-Up nicht unpraktisch

VW e-Up
Hinten ist es im e-Up auch nicht enger als im normalen Modell. Aber der Stromer heizt schlechter.
Ein sperriger Akku fährt mit, die Heizung raubt reichlich Energie, Platz ist nur für vier Personen. Das geht auf Kosten der Funktionalität. Wie praktisch ist der e-Up? Die Akkus kosten praktisch keinen Platz – sie sind im Wagenboden integriert. Nur im Kofferraum fehlen wenige Liter Ladevolumen. So gesehen kann der e-Up alles, was ein herkömmlicher Up schafft. Zum mäßigen Platzangebot im Fond kommt aber die geringe Reichweite. Zudem haben wir festgestellt, dass die Heizung weniger Wärme abgibt als im Benziner. Statt Benzin saugt der e-Up billigen Strom aus der Steckdose. Heißt: Viel fahren bedeutet viel sparen. Was kostet fahren im e-Up? Der e-Up verbraucht auf 100 Kilome­tern 13,8 kWh Energie – das sind umgerechnet 3,59 Euro pro 100 Kilometer. Dazu kommen noch einige Cent, da die Ladevorgänge nicht verlustfrei ablaufen. Ein Teil der eingespeisten Energie verpufft nämlich in Abwärme. Umgerechnet "verbraucht" der e-Up so viel wie ein Benziner, der 2,4 Liter pro 100 km nippen würde. Weitere Details zum VW e-Up gibt es in der Bildergalerie.

Fazit

Als Elektroauto funktioniert der e-Up einwandfrei. Spritzig nimmt er den Stadtverkehr unter die Räder. Angenehm ist der einfache Umgang mit seiner Technik. Allerdings taugt er aufgrund der mäßigen Reichweite nur als Zweit– oder Stadtwagen. Dafür ist er jedoch sehr teuer.