Eine Niederländerin hatte am Samstag (14. August 2021) in Groningen (NL) gerade ihr Kind ins Auto gesetzt, als sie plötzlich Rauch bemerkte. Die Mutter reagierte geistesgegenwärtig, holte ihren Nachwuchs unverzüglich wieder aus dem Wagen. Gerade noch rechtzeitig, denn kurze Zeit später stand der VW ID.3 lichterloh in Flammen. Mehr noch: Anwohner berichten von mindestens fünf Explosionen, die zu hören waren. "Mit jeden Knall stieg auch die Rauchentwicklung", erzählt ein Nachbar.

VW ID.3 ausgebrannt, Verletzte gab es zum Glück nicht

Um kurz vor elf Uhr ging die Meldung bei der städtischen Feuerwehr ein, die sofort einen Löschtrupp zur Brandstelle schickte. Den Helfern ist es gelungen, das Feuer unter Kontrolle zu bringen – und das Übergreifen auf Häuser zu verhindern. Personen wurden nicht verletzt, Mutter und Kind sind wohlauf. Lediglich ein hinter dem VW ID.3 geparkter Nissan Leaf wurde in Mitleidenschaft gezogen; er brannte – anders als der VW – aber nicht komplett aus.
Hinweis
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Warum der ID.3 in Flammen aufging, ist derzeit noch offen. VW antwortete auf AUTO BILD-Nachfrage: "Zur Ursache dieses Brandes können wir erst nach gründlicher Untersuchung des Fahrzeugs und der Umstände ein Statement abgeben."
Der geparkte VW ID.3 brannte vollständig aus.

E-Autos brennen nicht häufiger als Benziner oder Diesel

Müssen wir wirklich Angst vor Stromern haben? E-Auto-Brände sind schon seit einiger Zeit ein heißes Thema. Fakt ist allerdings: Elektrofahrzeuge brennen nicht häufiger als andere Autos, mit der stetig wachsenden Zahl an Stromern werden aber natürlich auch die Brandfälle zunehmen. Abgesehen von Silvester und Neujahr (da sind es jeweils rund 500) gehen bundesweit im Schnitt tagtäglich allein 40 Autos in Flammen auf. Fast alle sind Benziner oder Diesel, und fast alle dieser Fälle finden sich nur auf den Lokalseiten der örtlichen Tageszeitung wieder.
Dunkle Rauchschwaden ziehen über die niederländische Stadt Groningen.
Brennende Elektroautos rücken in den Fokus, weil sie sich, einmal in Brand, schwerer löschen lassen. Die Zell-Chemie im Akku sorgt häufig für einen "Thermal Runway", das Feuer entfacht sich immer wieder, versorgt sich selbst mit Sauerstoff. Oft hilft es nur, den ganzen Wagen in ein Tauchbecken zu hieven, um die Gefahr zu bannen. Das war bei dem ID.3-Brand in den Niederlanden nicht nötig.

Akkutechnik macht auch in puncto Brandsicherheit Fortschritte

Und Experten machen Hoffnung: In absehbarer Zeit sollen Elektroautos deutlich sicherer sein als Verbrenner und noch seltener brennen. Vollvernetzte Systeme erlauben es, den Akku präzise zu überwachen. Etwaige Schäden, die zu Bränden führen könnten, sollen dann schon lange im Voraus erkannt und behoben werden. Und auch die Akku-Technik selbst wird stetig besser, das Risiko eines Thermal Runways soll weiter reduziert werden.

Von

Michael Gebhardt