VW ID.Tiguan (2026) schon gefahren
Aus ID.4 wird ID.Tiguan. Bleibt sonst alles beim Alten?
Aus ID.4 wird ID.Tiguan, doch was ändert sich unter der Karosserie? Erste Fahrt im noch getarnten VW ID.Tiguan!
Bild: Volkswagen
Es war in den vergangenen Monaten eines der am schlechtesten gehüteten Geheimnisse, doch jetzt ist es offiziell: VW ID.4 und ID.5 sind Geschichte, jetzt kommt der ID.Tiguan. Und der muss große Fußstapfen füllen. Nicht nur hat der ID.Polo in puncto Vorbestellungen (bis zu zehn Monate Wartezeit) ordentlich vorgelegt, auch das Auslaufmodell hat sich, trotz aller Kritik, gut verkauft. Insgesamt wurden über 900.000 ID.4 und ID.5 gebaut. Die Erwartungen an den ID.Tiguan sind entsprechend hoch!
Zeit für ein erstes Kennenlernen. Noch vor der offiziellen Weltpremiere hat AUTO BILD die Chance, einen ID.Tiguan zu fahren. Hierbei bitte nicht von der Tarnung täuschen lassen, denn unter der Folie im Polaroid-Look steckt das serienreife Auto, das im Frühjahr 2027 auf den Markt kommt.

Nicht täuschen lassen: Unter der Tarnung verbirgt sich der serienreife VW ID.Tiguan.
Bild: Volkswagen
Die Bügelgriffe sind zurück
Erster kleiner Pluspunkt schon beim Einsteigen: Die klassischen Bügelgriffe sind wieder da. Vom Cockpit ist hingegen noch nicht viel zu sehen, auch hier hat VW fleißig getarnt. Besonders ins Auge fallen die sportlich angehauchten Sitze mit integrierten Kopfstützen. Ein Hinweis auf eine mögliche R-Line? Eine Vermutung, die sich beim Blick auf das vom ID.Polo bekannte Lenkrad bestätigt. Unterhalb der Airbagkappe ist etwas abgeklebt, das stark nach einem R-Line-Logo aussieht. Ein ID-Modell mit R-Line wäre jedenfalls eine Premiere.
Topmodell des ID.Tiguan mit 299 PS
Auf Nachfrage erfahre ich, dass ich im (vorläufigen?) Topmodell des kommenden ID.Tiguan sitze. Es hört auf die Bezeichnung "Pro 4Motion", hat zwei Elektromotoren, Allradantrieb und eine Leistung von 220 kW, also 299 PS. Laut VW soll die 77 kWh große Batterie eine Reichweite von bis zu 560 Kilometern ermöglichen. Ein Wert, der sich bis zur Homologation möglicherweise noch mal leicht ändert.

Auch im Innenraum ist der ID.Tiguan noch getarnt. Das, was zu erkennen ist, erinnert an ID.Polo und ID.Cross.
Bild: Volkswagen
Schon auf den ersten Metern wirkt der ID.Tiguan vertraut. Die Fahrstufe wird über einen Lenkstockhebel eingelegt, so wie bei allen ID-Modellen. Instinktiv drehe ich auf "B" und probiere das One-Pedal-Driving aus – funktioniert tadellos, und zwar bis zum Stillstand. Die Rekuperation lässt sich in zwei Stufen einstellen oder auch komplett ausschalten.
Das DCC-Fahrwerk wurde angepasst
Das im Detail noch mal optimierte DCC-Fahrwerk hinterlässt einen sehr ausgewogenen ersten Eindruck und ist trotz 21-Zoll-Rädern nicht zu hart abgestimmt. Die Progressivlenkung bietet ein gutes Feedback und ist auch beim Langsamfahren nicht zu leichtgängig. Was positiv auffällt, ist der kleine Wendekreis. Außerdem ist es im Innenraum des ID.Tiguan angenehm leise. Im teilweise noch verhüllten Digitalcockpit erhasche ich einen Blick auf den Durchschnittsverbrauch, der laut Anzeige bei 19,9 kWh/100 km liegt. Ein nicht wirklich belastbarer Wert, schließlich wurde der Wagen zuletzt nur auf kurzen Strecken gefahren.
Wechsel vom Modus "Comfort" in "Sport": Für die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h gibt VW eine Zeit von 6,3 Sekunden an. Ein ordentlicher, aber kein bahnbrechender Wert in der PS-verwöhnten Elektroautowelt. Gleiches gilt für die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h.
Nur 165 kW DC-Ladeleistung
Ebenfalls unspektakulär ist die DC-Ladeleistung von maximal 165 kW, da haben einige Konkurrenten deutlich mehr zu bieten. Immerhin hat VW die Ladekurve so gestaltet, dass von 10 auf 80 Prozent nur 29 Minuten vergehen. Gut ist, dass die Anhängelast auf zwei Tonnen erhöht wurde – bisher konnten ID.4 und ID.5 maximal 1,8 Tonnen an den Haken nehmen. Speziell für das Topmodell gibt es einen sogenannten "Traction"-Modus für permanenten Allrad.

Der ID.Tiguan wird das erste ID-Modell, das es auch als "R-Line" (links im Foto) geben wird.
Bild: Volkswagen
Womit wir zu den anderen Antriebsoptionen kommen: Neben dem Pro 4Motion wird VW den ID.Tiguan in zwei Heckantriebsversionen als "Pure" und als "Pro" anbieten. Die Basisversion leistet 140 kW (190 PS) und hat einen 58 kWh großen LFP-Akku an Bord. Die maximale Reichweite soll bei 450 Kilometern liegen, nachgeladen wird aber nur mit 105 kW. Außerdem ist schon bei 160 km/h Schluss.
Bis zu 600 Kilometer Reichweite
Der ID.Tiguan Pro ist der sogenannte "Reichweitenmeister", wie VW sagt. Er besitzt den gleichen 77-kWh-Akku (NMC) wie der Pro 4Motion, soll aber bis zu 600 Kilometer weit kommen. Mit 210 kW (286 PS) ist er zudem kaum schwächer als das Topmodell.
Wem die technischen Daten bekannt vorkommen: Der neue ID.Tiguan wird mit den gleichen Antrieben angeboten, die seit März 2026 auch in ID.4 und ID.5 zum Einsatz kamen. Hier lautet das Credo also ganz klar: Evolution statt Revolution.
Was kostet der ID.Tiguan?
Speziell vor diesem Hintergrund wird besonders interessant, wie VW den ID.Tiguan einpreist. Das Auslaufmodell ID.4 gab es zuletzt ab 40.580 Euro – der ID.Tiguan Pure sollte also nicht mehr als 43.000 Euro kosten. Doch die Preisliste ist noch ein gut gehütetes Geheimnis.
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