Vor 50 Jahren startete die Kombiversion des VW Passat B1. Gerade mal 4,20 Meter lang, technisch in weiten Teilen ein Audi 80, von Stardesigner Giorgetto Giugiaro in Form gebracht. Heute beschäftigen wir uns mit dem Passat B9.
Hinweis
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Den gibt es nur noch als Variant, die MQB-Basis wurde auf 4,92 Meter gestreckt, gebaut wird er nicht mehr in Emden, sondern in Bratislava. Mit besten Grüßen vom Skoda- Schwestermodell Superb.

Neunte Passat-Generation nur noch als Kombi

Eine stattliche Erscheinung, diese neunte Auflage des Wolfsburger Mittelklasse-Klassikers. Zu uns rollt er als 2.0 TDI mit 150 PS, die über das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe an die Vorderräder gelangen. Zusätzlich spendiert VW die sportliche R-Line-Ausstattung. Schauen wir also mal, wie viel Freude da aufkommt.
VW Passat 2.0 TDI
Den Passat der neunten Generation bietet Volkswagen nur noch als Kombi an. Hinter seine Heckklappe passen üppige 690 bis 1920 Liter.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Als Packesel weiß der Passat zu gefallen. Und das nicht nur wegen der schieren Größe des solide anmutenden Gepäckabteils, das mit 690 bis 1920 Liter deutlich mehr schluckt als etwa A6 Avant (bis 1680 l), 5er Touring (bis 1700 l) oder E-Klasse T-Modell (bis 1830 l). Nein, das Heckabteil lässt sich dank 63 Zentimeter niedriger Ladekante, bis auf 1,94 Meter aufschwingender Klappe und ebenem Ladeboden auch leicht vollpacken.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder, Turbo 
Einbaulage 
vorn quer 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/2 
Nockenwellenantrieb 
Zahnriemen 
Hubraum 
1968 cm³ 
kW (PS) bei 1/min 
110 (150)/3000 
Nm bei 1/min 
360/1600 
Vmax 
223 km/h 
Getriebe 
Siebengang-Doppelkupplung 
Antrieb 
Vorderradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/45 R 18 W 
Reifentyp 
Goodyear Eagle F1 
Radgröße 
8 x 18" 
Abgas CO2* 
135 g/km 
Verbrauch* 
5,1 l/100 km 
Tankinhalt 
66 l 
Kraftstoffsorte 
Diesel 
SCR-Kat/AdBlue-Tankinhalt 
S/19,5 l 
Vorbeifahrgeräusch 
66 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
2000/750 kg 
Stützlast 
90 kg 
Kofferraumvolumen 
690–1920 l 
Länge/Breite/Höhe 
4917/1849–2090**/1521 mm 
Radstand 
2837 mm 
Grundpreis
48.980 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
57.005 Euro
Die dreigeteilte Lehne mit Fernentriegelung bringt zudem ordentliche Variabilität, das Fach unterm doppelten Boden (270 Euro im Gepäckraumpaket) schluckt zusätzlichen Kleinkram – wenn auch nicht das stabile Laderaumrollo. Wer mehr Transporttalent benötigt, darf zu den 515 Kilogramm im Auto auch noch bis zu zwei Tonnen schwere Anhänger mitführen. Die Stützlast wird dabei mit 90 Kilogramm angegeben – auch ein Fahrradträger mit zwei E-Bikes bereitet also keine Probleme.

Reisekomfort für fünf Erwachsene

Mit fünf Erwachsenen nimmt es der immerhin 4,92 Meter lange Passat ebenfalls locker auf. Das Platzangebot ist großzügig, dank 2,84 Meter Radstand kommt auch im Fond keine Beklemmung auf. Die vorderen Sportsitze der R-Line bieten dabei guten Halt, eine ausziehbare Beinauflage, Massagefunktion sowie elektrische Verstellung für Lordosenstütze und Lehnenneigung. Wenn wir überhaupt etwas kritisieren können, dann die integrierten Kopfstützen, die naturgemäß ohne Höhenverstellung auskommen müssen.
VW Passat 2.0 TDI
Fürstlich reisen: Der Passat streckt sich auf 4,92 Meter bei 2,48 Metern Radstand – selbst fünf Erwachsene sind noch gut untergebracht.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Auch hinten liegt der Sitzkomfort hoch, die Polster präsentieren sich fest und doch bequem, die (nicht veränderbare) Lehnenneigung wird auch auf Langstrecken nicht zum Störfaktor. Wenn der Autor (1,97 m) sich etwas wünschen dürfte, dann ein wenig mehr Abstand zwischen Fahrzeugboden und Sitzfläche. Wobei die 33 Zentimeter eben nur großen Gästen negativ auffallen dürften, kleinere Mitreisende mit kürzeren Beinen kommen damit sehr gut aus.

Infotainment deutlich verbessert

Grundsätzlich lässt sich auch mit der Einrichtung und der Bedienung des Passat gut leben. Alles wirkt solide gearbeitet und von vernünftiger Qualität, die aber gegenüber dem Passat B8 nicht wirklich einen Fortschritt darstellt. Klar verbessert zeigt sich dagegen das Infotainment. Über den großen 15-Zoll-Touchmonitor (Discover Pro Max für 1185 Euro, Serie 12,9 Zoll) lässt sich vom Navi bis zur Spiele-App alles ohne große Mühe regeln, die Software läuft flüssig, die Grafik wirkt modern.
VW Passat 2.0 TDI
Deutlicher Fortschritt: Das Infotainment wirkt modern und läuft flüssig, die Bedienung per Sprache klappt gut. Nur die Slider gefallen uns nicht.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Dass die Slider für Temperatur und Lautstärke nicht unsere favorisierte Bedienlösung darstellen, hatten wir mehrfach erwähnt. Wer damit ebenfalls hadert, kann sich aber auf eine aufmerksame und hilfsbereite Sprachassistenz verlassen. Über "Hallo, IDA" wird von der Regulierung der Sitzheizung bis zur Beantwortung von Quizfragen fast alles erledigt. Beim Navigieren lässt sich die Karte groß und zoombar im Instrumentendisplay einblenden, Staus erscheinen rot – freie Strecken bleiben aber unmarkiert.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,2 s 
0–100 km/h 
9,3 s 
0–130 km/h 
15,4 s 
0–160 km/h 
24,7 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
5,1 s 
80–120 km/h 
6,7 s 
Leergewicht/Zuladung 
1725/515 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
58/42 % 
Wendekreis links/rechts 
11,7/11,8 m 
Sitzhöhe 
530 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
33,6 m 
aus 100 km/h warm 
33,2 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
56 dB(A) 
bei 100 km/h 
64 dB(A) 
bei 130 km/h
68 dB(A)
bei 160 km/h
72 dB(A)
Verbrauch
Sparverbrauch 
4,2 l D/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
5,4 l D/100 km
(+6 %)
Sportverbrauch 
7,0 l D/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
142 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
1220 km 
Der Diesel hat es weit gebracht. Als 150 PS starker Zweiliter verleiht er dem Passat nicht nur alltagsgerechtes Temperament (9,3 s auf 100 km/h), sondern auch ausreichende Reserven für Umzugstouren durch die Kasseler Berge (360 Nm Drehmoment) oder eilige Autobahnetappen (223 km/h Spitze).

Im Tank stecken 1200 Kilometer Reichweite

Ja, zuweilen drängelt sich der TDI akustisch nach vorn und lässt leichte Vibrationen in den Pedalen spüren, doch insgesamt weiß er sich zu benehmen. Das gilt ganz besonders an der Zapfsäule. Im Testmix, der auch Vollgas auf der Autobahn beinhaltet, reichen ihm 5,4 l/100 km. Wer will, muss also nur alle 1200 Kilometer tanken!
VW Passat 2.0 TDI
Schön sparsam: Im Testdurchschnitt kommt der Passat 2.0 TDI mit 5,4 l/100 km aus. Das bedeutet rund 1200 Kilometer mit einer Tankfüllung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Und wird jeden Kilometer genießen. Das Verstellfahrwerk DCC Pro (1045 Euro) zeigt sich dank großer Spreizung jeder Situation gewachsen, spendiert ganz nach Fahrerwunsch schmusigen Komfort oder sportliche Agilität. Dazu passt die exakte, aber nicht übertrieben direkte Progressivlenkung.

Wertung

Wertung
Karosserie
Viel Platz für Passagiere und Gepäck, solide verarbeitet, gute Sicherheitsausstattung.
4,5/5 Punkten
Antrieb
Alltagsgerechte Fahrleistungen, bemerkenswert sparsam. Diesel nicht immer perfekt gedämmt.
4/5 Punkten
Fahrdynamik
Leichtfüßiges Handling, Bremse stark und gut dosierbar, Wendekreis könnte kleiner sein (11,7/11,8 m).
4/5 Punkten
Connected Car
Gute Sprachsteuerung, Systeme laufen flüssig, wichtige Funktionen Serie, großer Monitor (Option).
4,5/5 Punkten
Umwelt
Nicht gerade leicht (1,7 t), aber sparsam. Freilauf/Energierückgewinnung als einzige Umwelttechnik.
2,5/5 Punkten
Komfort
Bequeme Sitze, universelles Fahrwerk mit hohem Komfort, Bedienung über Slider nicht optimal.
4,5/5 Punkten
Kosten
Als R-Line nicht günstig, Unterhaltskosten im Rahmen, aber nur zwei Jahre Fahrzeug-Garantie.
3/5 Punkten
AUTO BILD-Testnote
2
Um die Sicherheit der Passat-Crew kümmern sich zahlreiche Assistenten, die ebenso unauffällig wie effektiv agieren. Von der Ausstiegswarnung für den Fahrer bis zum Kreuzungsassistenten gehört dabei einiges zum Serienumfang, der hilfreiche und gut funktionierende Travel Assist mit Staufolgefunktion und Übernahme der Tempolimits kostet im Paket allerdings 545 Euro extra.

Preisliste startet bei knapp unter 50.000 Euro

Der 2.0 TDI mit 150 PS steht als Business ab 48.980 Euro in der Preisliste, dafür dann immerhin schon mit vier USB-C-Anschlüssen, Navi, Apple CarPlay/Android Auto kabellos, Klimaanlage, LED-Scheinwerfern, Center-Airbag und mehr. Für die R-Line kommen noch mal 5025 Euro obendrauf, mit allen testrelevanten Optionen landen wir bei 57.005 Euro.
VW Passat 2.0 TDI
Ab 48.980 Euro ist der Passat 2.0 TDI zu haben. Beim Testwagen in der Aussattung R-Line standen am Ende 57.005 Euro auf der Rechnung.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Ein stolzer Preis, denn zwei Jahre (oder 30.000 km) Wartungsintervall sind zwar lang, der gleiche Zeitraum als Garantie aber erschreckend kurz. Und Leasing ohne Anzahlung ist unter 500 Euro monatlich quasi nicht zu finden.

Bildergalerie

VW Passat 2.0 TDI
VW Passat 2.0 TDI
VW Passat 2.0 TDI
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VW Passat 2.0 TDI im Test
Diesel und Kombi – auch wenn beides nicht gerade im Trend liegt, gibt es kaum eine bessere automobile Kombination. Der Passat überzeugt mit Platz, Sicherheit, Komfort und hoher Effizienz. Was aber auch seinen Preis hat. AUTO BILD-Testnote: 2