VW T-Roc 1.5 eTSI: Test
Viel SUV, wenig Motor: T-Roc mit Basisbenziner wirkt müde

Der T-Roc soll für VW zum Erfolgsgaranten werden. Doch ausgerechnet der 116-PS-Einstiegsmotor hinterlässt im Test einen seltsam eingebremsten Eindruck.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
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Gerade beim Motorenangebot verzichtet VW allerdings auf maximale Vielfalt. Den Einstieg übernimmt nun der mindestens 30.845 Euro teure eTSI: ein 1,5-Liter-Benziner mit 116 PS, der seine 220 Newtonmeter über die Vorderräder auf die Straße bringt.
Elektronik schnürt den Motor ab
Technisch entspricht der Motor weitgehend dem viel gelobten 150-PS-Antrieb. Im Alltag wirkt die Basisversion allerdings nicht nur schwächer, sondern regelrecht eingebremst. Im Verlauf des Tests entstand immer wieder der Eindruck, dass die Elektronik den Antrieb stark reglementiert und ihm in entscheidenden Momenten förmlich die Luft abschnürt.

Schwacher Basismotor: Im Unterschied zur 150-PS-Version des 1,5 Liter großen Vierzylinders wirkt die 116-PS-Variante deutlich eingebremst.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Kurios: Beim Anfahren gibt sich der T-Roc zunächst erstaunlich entfesselt. Die Sportreifen scharren beim Ampelstart so verbissen auf dem Asphalt, als wäre jede Fahrt ins Büro das Finale eines Formel-1-Rennens. Doch schon kurz danach passt das Verhalten kaum noch zu den Leistungsdaten. Auch die von uns ermittelten Beschleunigungswerte konterkarieren den übermütigen Auftakt.
Fahrleistungen eher auf der gemütlichen Seite
Mit 11,6 Sekunden für den Standardsprint auf Tempo 100 werden hier keine schwarzen Streifen in den Asphalt gebrannt. Wer auf der Autobahn ein Reisetempo jenseits der 130 km/h anstrebt, muss sich bis dahin bereits 20,3 Sekunden gedulden. Überholvorgänge auf Landstraßen sollten deshalb mit Bedacht und ausreichend Freiraum geplant werden. Der Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h dauert 6,7 Sekunden, von 80 auf 120 km/h sogar 8,8 Sekunden.

Alles andere als sportlich: Bis Tempo 100 braucht der T-Roc 11,6 Sekunden, von 80 auf 120 km/h vergehen 8,8 Sekunden.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Insgesamt wirkt der Motor zugeschnürt – als nehme ihm die Elektronik permanent die Luft zum Atmen. Selbst die im Datenblatt versprochene Höchstgeschwindigkeit von 196 km/h verlangt viel Anlauf und Geduld. Auch manuelle Eingriffe per Schaltwippen bringen kaum Besserung. Selbst im fünften Gang reicht die Kraft nicht aus, um die Marke von 6000 Umdrehungen zu erreichen.
Fahrzeugdaten
Modell | VW T-Roc 1.5 eTSI |
|---|---|
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Zahnriemen |
Hubraum | 1498 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 85 (116)/5000 |
Nm bei 1/min | 220/1500 |
Vmax | 196 km/h |
Getriebe | Siebengang-DSG |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 225/45 R 18 W |
Reifentyp | Bridgestone Potenza Sport |
Radgröße | 7,5 x 18" |
Abgas CO2* | 129 g/km |
Verbrauch* | 5,7 l S/100 km |
Tankinhalt | 50 l |
Kraftstoffsorte | Super |
Ottopartikelfilter | Serie |
Vorbeifahrgeräusch | 66 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 1300/730 kg |
Stützlast | 80 kg |
Kofferraumvolumen | 475–1350 l |
Länge/Breite/Höhe | 4372/1828–2044**/1573 mm |
Radstand | 2629 mm |
Grundpreis | 30.845 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 41.660 Euro |
Erstaunlich ist zudem, dass das automatische Doppelkupplungsgetriebe beim Herunterschalten nicht immer sauber arbeitet. Gangwechsel werden spürbar mit einem Ruck quittiert. Das macht die Fahrt zwar lebendig, aber nicht angenehmer. Hinzu kommt ein Vierzylinder, der unter Last angestrengt klingt und seine akustische Unzufriedenheit ungefiltert in den Innenraum trägt.
Beim Verbrauch kann der T-Roc punkten
Positiv fällt dagegen der Verbrauch aus. Auf unserer Testrunde begnügte sich der T-Roc im Drittelmix mit 5,9 Liter Super auf 100 Kilometer. Das liegt erfreulich nah am WLTP-Wert von 5,7 Litern. Der gute Verbrauch ist auch das Ergebnis umfangreicher Effizienzmaßnahmen.

Ordentlich: Beim Verbrauch überzeugt der VW T-Roc 1.5 eTSI – im Testdurchschnitt genehmigte sich das Kompakt-SUV 5,9 l/100 km.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Unterstützt wird der 1.5 eTSI von einem 48-Volt-Mildhybridsystem samt Riemenstartergenerator. Hinzu kommen Segelfunktion und Zylinderabschaltung (ACTplus), bei der unter geringer Last zwei der vier Brennräume stillgelegt werden. Im AUTO BILD-Test ergibt sich daraus eine Reichweite von beachtlichen 847 Kilometern.
Fahrwerk eher auf der strafferen Seite
Allerdings sollten diese Kilometer nicht zwingend durch bergiges Terrain führen. Denn auch dort zeigt sich schnell, dass der auf 116 PS kastrierte Vierzylinder kein Kraftpaket ist. Dabei würden die übrigen Fahreigenschaften durchaus Lust auf kurvige Landstraßen machen.

Macht durchaus Laune: Die Lenkung des T-Roc ist schön direkt, gibt saubere Rückmeldung und passt gut zum straff abgestimmten Fahrwerk.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Die Lenkung arbeitet angenehm direkt, liefert saubere Rückmeldungen und harmoniert gut mit dem straffen Fahrwerk, das Wankbewegungen effektiv unterbindet. Diese sportliche Abstimmung hat allerdings ihren Preis. Vor allem Fondpassagiere werden recht deutlich darüber informiert, wenn sich Straßenbeläge ändern oder Schlaglöcher den Weg kreuzen.
Messwerte
Modell | VW T-Roc 1.5 eTSI |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,8 s |
0–80 km/h | 7,9 s |
0–100 km/h | 11,6 s |
0–120 km/h | 16,7 s |
0–130 km/h | 20,3 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 6,7 s |
80–120 km/h | 8,8 s |
Leergewicht/Zuladung | 1446/534 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 1,5 % |
Wendekreis links/rechts | 10,9/11,0 m |
Sitzhöhe | 600 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 35,2 m |
aus 100 km/h warm | 33,4 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 63 dB(A) |
bei 130 km/h | 67 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 5,2 l S/100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,9 l S/100 km (+3,5 %) |
Sportverbrauch | 6,8 l S/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 133 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 847 km |
Dabei profitieren die Insassen im Fond grundsätzlich vom 2,63 Meter langen Radstand des 4,37 Meter langen SUV. Der Einstieg gelingt trotz kleiner Türausschnitte problemlos, weil die Türen weit öffnen. Die Kniefreiheit fällt ordentlich aus, und auch größere Mitfahrer finden Platz, weil sich die Füße bequem unter die Vordersitze schieben lassen. Zusätzlich lässt sich die Lehnenneigung der Rückbank variieren.

Das Platzangebot in der zweiten Reihe ist gut, auch größere Mitfahrer finden Platz für Knie und Füße. Zudem erleichtern weit öffnende Türen den Einstieg in den Fond.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Auch der Kofferraum empfiehlt den T-Roc als Reisewagen. 475 Liter passen bei aufrechter Fondlehne ins Heck, maximal sind es 1350 Liter. Dank 80 Kilogramm Stützlast dürfen zwei E-Bikes ohne Probleme auf die Anhängerkupplung. Wer mehr transportieren möchte, kann bis zu 1,3 Tonnen an den Haken nehmen.
Innenraum mit guter Verarbeitung
In der getesteten Ausstattungslinie Style wirkt der T-Roc deutlich hochwertiger als in der Basisausführung Trend. Allerdings steigt der Preis damit direkt auf mindestens 38.510 Euro. Dafür gibt es angenehmere Materialien, Teillederbezüge und insgesamt mehr Wohnlichkeit im Innenraum.

Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Als besonders gelungen fallen im Test die serienmäßigen ergoActive-Sitze auf. Fahrer und Beifahrer sitzen bequem, mit gutem Seitenhalt und genießen die hohe Langstreckentauglichkeit. Hinzu kommen eine Drei-Zonen-Klimaautomatik, ein Multifunktionslederlenkrad mit Schaltwippen sowie die Fahrprofile Eco, Comfort und Sport. Einen hochwertigen Eindruck hinterlassen auch Details wie die gefilzten Türtaschen, höhenverstellbare Gurte oder der klassische Jackenhaken an der B-Säule. Gleichzeitig bleibt VW seiner inzwischen etablierten Bedienlogik treu.
Bedienkonzept überzeugt nicht ganz
Viele Funktionen wandern ins optionale 12,9-Zoll-Zentraldisplay, das zwar modern wirkt, ergonomisch aber nicht immer überzeugt. Besonders die Bedienung der Klimaanlage über Touch-Slider bleibt unnötig umständlich. Auch die Position der Defroster- und Heckscheibenheizung am rechten Rand des Displays erleichtert die Nutzung nicht.

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Lob verdienen dagegen die Assistenzsysteme des optionalen IQ.Drive-Pakets, das für 1090 Euro die Fahrt überwacht. Zu dieser Sicherheitscrew gehören unter anderem eine kamerabasierte Verkehrszeichenerkennung, ein aktiver Tempomat inklusive Stop-and-Go-Funktion und streckenabhängiger Geschwindigkeitsanpassung sowie eine 360-Grad-Kamera. Alle elektronischen Helfer funktionierten grundsätzlich zuverlässig, auch wenn der Bremsassistent gelegentlich etwas übereifrig reagiert.
Testwagenpreis über 40.000 Euro
Mit umfangreicher Zusatzausstattung bleibt es allerdings nicht bei den genannten 38.510 Euro. Bei unserem Testwagen standen am Ende inklusive 19-Zoll-Rädern und Discover-Infotainmentpaket stolze 41.660 Euro auf der Rechnung.

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Dafür gibt es unter anderem sechs Lautsprecher, ein integriertes Navigationssystem sowie die Sprachassistentin Ida. Die arbeitet mittlerweile deutlich souveräner, versteht Befehle zuverlässig und beantwortet sogar Wissensfragen. An Systeme von BMW oder Mercedes reicht sie allerdings noch nicht heran.
Wertung VW T-Roc 1.5 eTSI
Kategorie | Bewertung / Beschreibung | Punkte |
|---|---|---|
Karosserie | Angenehmes Raumgefühl, gute Qualitätsanmutung, geringe Anhängelast, mäßige Übersichtlichkeit. | 3,5 / 5 |
Antrieb | Wenig Durchzugskraft, Vmax weit unter Niveau, ruckeliges Getriebe, geringer Verbrauch. | 3,5 / 5 |
Fahrdynamik | Angenehme Lenkung, gute Traktion, recht großer Wendekreis, gebremster Fahrspaß. | 3,5 / 5 |
Connected Car | Kabellose Smartphone-Anbindung, üppiges App-Angebot, solider Sprachassistent. | 4 / 5 |
Umwelt | Klassenübliches Format, dabei nicht übermäßig schwer, geringe Außengeräusche, Mildhybrid. | 3 / 5 |
Komfort | Ausreichender Abrollkomfort, hart bei kurzen Stößen, gute Dämmung, üppige Komfortausstattung. | 4 / 5 |
Kosten | Akzeptabler Einstiegspreis, Wartung nach Anzeige oder alle zwei Jahre, nur zwei Jahre Garantie. | 3,5 / 5 |
AUTO BILD-Testnote | 1,8 |
Unterm Strich steht mit dem T-Roc eTSI Style ein gut ausgestattetes und hochwertig verarbeitetes SUV vor der Tür, dessen Einstiegsmotor jedoch nicht vollends überzeugt. Wer regelmäßig längere Strecken fährt, häufiger mit voller Besetzung unterwegs ist oder schlicht mehr Gelassenheit beim Beschleunigen möchte, sollte den Aufpreis von 2750 Euro für den 150-PS-eTSI ernsthaft einkalkulieren.
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