Gerade mal 24.155 US-Dollar stehen auf dem Preisschild des VW Taos. Macht umgerechnet rund 22.700 Euro. Nicht viel für ein SUV im Tiguan-Format. Okay, in den USA kommt auf den Etikettpreis immer noch die Steuer, in Kalifornien zum Beispiel 7,5 Prozent. Aber mit umgerechnet gut 24.400 Euro ist der Taos immer noch circa 7.000 Euro billiger als hierzulande ein Tiguan. Und stärker.
Unter der Haube der US-Version steckt immer der konzernweit eingesetzte 1,5-Liter-Vierzylinder mit 160 PS. Immerhin 30 Pferdestärken mehr als ein Basis-Tiguan, der dazu bei uns mit Sechsgang-Handschalter vorfährt; der Taos bekommt serienmäßig eine Achtstufen-Wandlerautomatik (Fronttriebler) oder das Siebengang-DSG (mit Allrad).
VW Taos
Nur zwei Zentimeter ist der 4,47 Meter lange Taos kürzer als der Tiguan.
Bild: Hersteller

Mit Letzterem dreht AUTO BILD eine Runde in und um Los Angeles – und sucht die Unterschiede zum nur wenige Zentimeter größeren Bruder. Die fallen, abgesehen von der etwas stämmigeren Karosserie, auf den ersten Blick gering aus; vor allem innen. Digitale Instrumente, Infotainment-Touchscreen in der Mitte mit neuester MIB-3-Software, Drehregler für die Klimaanlage, Tasten statt Slider am Lenkrad – der Taos wirkt ein bisschen wie eine Mischung aus Vor- und Nach-Facelift-Tiguan.

Taos auf A1-Plattform

Vor allem aber wirkt er stimmig: Die Bedienung ist simpel – teilweise einfacher als im Tiguan –, die Sitze sind amerikanisch weich, aber nicht unbequem, und das Platzangebot ist ordentlich. Vor allem im Kofferraum: 705 bis 1700 Liter gehen rein, mehr als in den Tiguan.
VW Taos
Digitale Instrumente sind beim US-Taos Serie – es gibt den Taos aber auch für Latein-amerika und als Tharu für China.
Bild: Hersteller

Trotz aller Ähnlichkeiten: Technisch gibt es engere Bindungen als zwischen den beiden Pseudo-Brüdern. Dem Taos dient als Unterbau der Modulare Querbaukasten (MQB) in der Version A1, die unter anderem auch VW T-Roc und Skoda Karoq nutzen. Der Tiguan steht dagegen auf der A2-Plattform für größere Modelle.

Tiguan in den USA nur als Langversion

Was das für den Fahrer bedeutet? Nicht viel: Der Taos fährt geschmeidig, kommt mit 250 Nm Drehmoment ausreichend flott in die Gänge und bleibt auch auf den maroden Straßen in Downtown Los Angeles gelassen. (Viele Elektro- und Hybridmodelle: Diese neuen Autos kommen 2023)
Bleiben zwei Fragen: Warum bietet VW in den USA beide Modelle an? Das ist schnell geklärt: Dort gibt’s den Tiguan nur in der Langversion Allspace, die genügend Abstand zum Taos hält.
VW Taos
Gegenüber dem Tiguan wirkt der Taos etwas selbstbewusster.
Bild: Hersteller

Und warum gibt’s den günstigen Taos nicht bei uns? Ein Grund: Weil die, die behaupten, ihnen wäre ein günstigeres SUV lieber als der Tiguan, die Ersten wären, die sich auch über die günstigere Qualität im Taos beschweren.
Keine Frage: Das US-SUV ist sauber verarbeitet, aber: Das Plastik fühlt sich billiger an, die Sitzbezüge künstlicher, das ganze Auto wirkt einfacher. Das ist nicht schlimm. Nur: Wie oft wurde VW schon für die einfache Qualität im T-Cross gescholten? Und der ist noch mal deutlich günstiger…

Technische Daten und Preis: VW Taos

• Motor: Vierzylinder, Turbo, vorn quer
• Hubraum: 1498 cm3
• Leistung: 118 kW (160 PS) bei 5500/min
• max. Drehmoment: 250 Nm bei 1750/min
• Antrieb: Allradantrieb/Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe
• L/B/H: 4466/1841/1602 mm Kofferraum 705–1700 l
• Tankinhalt: 55 l
• Verbrauch: 8,4 l Benzin (min. 87 ROZ)/100 km (US-Norm)
• Preis 1.5 TSI 4Motion: ab 26.495 US-Dollar + Steuern; 1.5 TSI: ab 24.155 US-Dollar + Steuern