VW Touareg W12 Individual (2008) als Gebrauchtwagen
VW Touareg W12 mit 80.000 Euro Wertverlust

Bild: Bose Automobile
SUV mit Zwölfzylinder sind rar! Zugegeben, in der heutigen Zeit sind Zwölfzylinder-Motoren im Allgemeinen eine Seltenheit, aber auch rückblickend betrachtet gab es nur wenige SUV mit V- oder W12. Bentley hatte den Bentayga im Angebot (mittlerweile nur noch als V8 und Plug-in-Hybrid), Mercedes den G 65 (nicht mehr erhältlich) und Audi den brutalen Q7 V12 TDI.
Die letzten Überlebenden sind der Rolls-Royce Cullinan und der Ferrari Purosangue über den Ferrari sagt, dass es kein SUV sei. Und dann gab es da noch den VW Touareg! Ein Exemplar wird zurzeit für unter 14.000 Euro angeboten.
Kleine Geschichtsstunde: Die erste Generation des VW Touareg (eng verwandt mit dem Porsche Cayenne und dem Audi Q7) kam 2002 auf den Markt. Erhältlich war das 4,75 Meter lange SUV zu Beginn mit 3,2-Liter-V6-Benziner und dem spektakulären, aber auch recht anfälligen V10-Diesel mit brachialen 750 Nm. Nur kurz nach Marktstart wurden ein Fünfzylinder-Diesel als Basis-Motorisierung sowie der 4,2-Liter-V8-Benziner nachgeschoben.
Touareg W12 ab Sommer 2004
Richtig spektakulär wurde es im Sommer 2004, als VW den Touareg als W12 Sport auf den Markt brachte. In einer Zeit, als sich VW noch richtig was traute, wurde kurzerhand der 450 PS starke Zwölfzylinder-Motor der Luxuslimousine Phaeton in den Touareg implantiert. Geplant war eine Kleinserie von 500 Stück, doch ab November 2005 wurde der Touareg mit Zwölfzylinder in das normale Programm übernommen. Erhältlich waren der W12 Sport Edition und der W12 Executive.

Die schwarz/braune Bicolor-Lederausstattung wirkt nicht verschlissen, der gesamte Innenraum ist gepflegt.
Bild: Bose Automobile
Mit der Modellpflege im Jahr 2006 (neue Frontpartie und modernere Rückleuchten) wurde die Nomenklatur des Touareg W12 überarbeitet. Ab sofort konnten die Kunden zwischen dem optisch dezenten W12 Individual (unterscheidet sich nur durch vier Endrohre von den zivileren Versionen) und dem W12 R-Line mit dem auffälligen Bodykit des Touareg R50 wählen. Wie viele Touareg als Zwölfzylinder ausgeliefert wurden, ist leider nicht bekannt.
194.000 Kilometer auf dem Tacho
Ein Exemplar steht beim Händler "Bose Automobile" in Petersberg zum Verkauf. Der Touareg W12 Individual ist Baujahr 2008 und soll 194.000 Kilometer auf dem Tacho haben. Er stammt aus zweiter Hand, ist laut des Verkäufer in einem gepflegten Allgemeinzustand und soll regelmäßig alle Services entsprechend der Herstellervorgabe erhalten haben.

Einzig der Vierrohrauspuff verrät das W12-Topmodell, zumindest in der dezenten Individual-Version. Der W12 R-Line trägt dicker auf.
Bild: Bose Automobile
Auf den Fotos macht der Touareg in der Außenfarbe "Atacamagrau Metallic" einen guten und vor allen Dingen unverbastelten Eindruck. Optisch war die Individual-Version sehr zurückhaltend und kaum von einem "normalen" Touareg zu unterscheiden, wäre da nicht die Abgasanlage mit vier runden Endrohren und im Fall dieses Exemplars der kleine W12-Schriftzug auf dem Heck.
Sehr gute Ausstattung
Im Interieur geht es luxuriös zu. Die zweifarbige Lederausstattung "Rodeo und Cricket" in den Farben "Dakota und Anthrazit" wirkt sehr edel, gleiches gilt für die Holzeinlagen "Makassar" – beides gab es für den W12 ohne Aufpreis. Ebenfalls serienmäßig an Bord waren 19-Zöller, PDC vorne und hinten, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Navi RNS 510 mit Soundsystem sowie Sitzheizung vorne und hinten.
Vom Erstbesitzer extra angekreuzt wurden damals: Spurwechselassistent (570 Euro), Fahrdynamikpaket mit adaptivem Wankausgleich 415 Euro), elektrische Heckklappe (465 Euro), Rückfahrkamera (590 Euro), Skisack (215 Euro) und einiges mehr. Der Basispreis des Touareg W12 lag zum Modelljahr 2009 bei 91.760 Euro (94.050 Euro für den W12 R-Line), inklusive aller Extras dürfte dieses Exemplar einst knapp 95.000 Euro gekostet haben.
13.850 Euro soll der Touareg kosten
Gute 15 Jahre später soll der Touareg nur noch 13.850 Euro und damit weniger als ein neuer VW Polo kosten. Dafür gibt es hier ein 2,5 Tonnen schweres Luxus-SUV mit 450 PS und 600 Nm, einem Topspeed von 250 km/h und jeder Menge Komfortfeatures.

Komplett unverbastelt wirkt der Touareg W12 fast schon zurückhaltend.
Bild: Bose Automobile
Wie so oft gilt auch bei diesem Angebot: Die Folgekosten sind nicht zu unterschätzen! Reparaturen können richtig teuer werden, der W12 kann im Alter Probleme machen, und aufgrund der beengten Platzverhältnisse im Motorraum gehen auch vermeintlich kleine Reparaturen schnell ins Geld. Auch die serienmäßige Luftfederung neigt zu Defekten. Aber selbst, wenn keine Reparaturen anstehen, Verschleißteile wie Bremsen sind alles andere als günstig.
Hohe Unterhaltskosten beim Touareg W12
Und dann ist da auch noch der Verbrauch: Laut Werksangabe schluckt der 6,0 Liter große W12 mindestens 15,7 Liter auf 100 Kilometer, im Stadtverkehr ist er sogar mit 22,5 Litern pro 100 Kilometer angegeben. Das ist vielleicht auch der Grund, warum es heutzutage kaum noch Zwölfzylinder gibt!
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