Elektroautos sind im Kommen: Sie sind leise, flott, sauber – und dazu noch komfortabel, weil sie in der eigenen Garage auftanken. Doch wenn das schnell gehen soll, braucht man eine Wallbox. Denn der "Wandanschlusskasten" ist mehr als eine Außensteckdose: Er bringt mehr Power zum Auto. Akkus sind – je nach Größe – fünf- bis zehnmal schneller vollgeladen, als wenn Sie das E-Auto an eine normale Netzsteckdose hängen. Daher lohnt sich eine Wallbox immer!
Doch bevor der eigene Stromkasten an der Wand hängt, kann viel schiefgehen. AUTO BILD verrät die sieben größten Fallen beim Wallbox-Kauf!
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Wallboxen - KFW Prämien
Der Elektriker sollte sich die Installation im Haus vor Kauf des Autos und der dazugehörigen Wallbox ansehen.

1. Zu dünne Kabel

Axel Nieber ist fassungslos: Der Hamburger wollte eine Wallbox in seiner Garage installieren lassen – doch der Leitungsdurchschnitt ist zu schmal für die Ladeleistung! "Ein normales Haushaltsstromkabel ist zu dünn", sagt sein Elektriker Christian Schakulat. Gefahr durch Überhitzung! Viele machen das falsch: Wallbox bestellt, Handwerker geholt – und dann droht eine dicke Rechnung! Rund 120 Euro pro Meter kostet es, solche Erdkabel zu verlegen, so Schakulat. Bei Niebers Eigenheim wären es rund 3600 Euro! Der Hamburger würde jetzt gern die Wallbox vergessen und wieder Benziner fahren. Problem: Sein Mini Electric ist schon bestellt! "Beim Autohaus hieß es, ich könne den Wagen doch auch an einer normalen Steckdose aufladen", so Nieber. Doch abgesehen davon, dass sich der Ladevorgang dort zwölf Stunden dahinschleppt, besteht erneut die Gefahr der Überhitzung: "Haushaltssteckdosen sind nicht für solche Dauerbelastung ausgelegt", so Elektriker Schakulat.
Daher gilt: Vor Antragstellung (und am besten auch vor dem Kauf eines Elektroautos) sollten Sie Ihren Elektriker um einen Kostenvoranschlag für die gesamte Installation bitten.

2. Der Antrag muss VORHER gestellt werden

Für Kauf und Installation einer Wallbox gibt es Förderung: Bis zu 900 Euro gibt die Bundesregierung dazu. Der Antrag zur Förderung muss direkt bei der staatlichen KfW-Bank gestellt werden. Und zwar VOR dem Kauf der Wallbox! Wer die Wallbox bestellt oder kauft und anschließend die Förderung beantragt, schaut in die Röhre. Für bereits bestellte Anlagen gibt es kein Geld. Eigentlich simpel, aber man muss es wissen!
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Clevere suchen das Wallbox-Modell der Wahl am besten als erstes auf der Förderliste der KfW-Bank.

3. Nicht jede Wallbox bekommt Förderung

Achtung, nicht jede Wallbox wird gefördert. Wer sich ein No-Name-Modell aus dem Internet bestellt, kann daher auf den Kosten sitzen bleiben. Dazu gibt es weitere technische Bedingungen für die Förderung: Die Wallbox muss steuerbar sein. So kann sie notfalls vom Stromversorger abgeschaltet werden, damit es keinen Blackout (Zusammenbruch der Stromversorgung) gibt. Dafür prüft die KfW jeden Wallboxtyp. TIPP: Alle förderfähigen Modelle stehen auf der offiziellen Liste der KfW. Schauen Sie also vor Antragstellung, ob Ihre bevorzugte Box dabei ist!

4. Ein Ökostrom-Vertrag ist Pflicht

Eine Grundbedingung für den Wallbox-Zuschuss: Das Elektroauto muss zu hundert Prozent mit Ökostrom betankt werden. Das kann Strom aus dem Grünstrom-Tarif von einem Energieversorger sein – oder von der eigenen Photovoltaik-Anlage. Wer aber keinen Ökostrom bezieht, erhält auch keine Förderung! Was, wenn Sie bei Antragstellung noch nicht zum Ökostrom-Tarif gewechselt sind? Hier ist der Bund großzügig: Es genügt der Nachweis eines Ökostrom-Tarifs, sobald Sie die Rechnung von Wallbox-Hersteller und Elektriker ins KfW-Portal hochladen. Die Stromlieferung darf auch erst später beginnen. Heißt: Unter Umständen müssen Sie mit dem Upload noch ein paar Monate warten – dann kommt das Geld auch erst später.

5. Der Netzbetreiber muss informiert werden

Egal, wie groß Ihre Wallbox ist: Sie müssen den Netzbetreiber darüber informieren, dass Sie ab dem Tag X ihr Elektroauto regelmäßig laden. Das kann meist ganz einfach online über die Kontakt-Funktion auf dessen Website erfolgen. ACHTUNG: Der Netzbetreiber ist nicht dasselbe wie der Stromlieferant – den können Sie wechseln, den Netzbetreiber nicht. So finden Sie Ihren Netzbetreiber heraus: Ein Blick auf die Jahresabrechnung oder auf den Stromzähler genügt. Zumeist sind es die lokalen Stadtwerke. Wichtig: Planen Sie eine Wallbox mit 22 kW, muss der Netzbetreiber die Nutzung genehmigen. Allerdings wird eine 22-kW-Box auch nicht gefördert.

6. Ein zu günstiger Preis

Zum Lachen, aber dennoch möglich: Es gibt Wallboxen ab etwa 400 Euro, die auch gefördert werden. Wer zudem bereits die Vorbereitung an Ort und Stelle hat (z.B. weil Haus und Garage gerade erst gebaut werden) und vom befreundeten Elektriker (oder auch selbst, als zugelassener Elektriker) einen "Sondertarif" erwirkte, landet eventuell bei 899 Euro Gesamtkosten – und wird nicht gefördert!
Achten Sie also bei der Summe der Aufwendungen, die Sie bei der KfW hochladen, dass es mindestens 900 Euro sind.
Eine förderfähige Wallbox darf nicht öffentlich zugänglich sein und sollte nur von bestimmten Personen genutzt werden können.

7. Kundenparkplätze sind ausgeschlossen

Gefördert werden nur Wallboxen, die im Privatbereich stehen, also nicht öffentlich zugänglich sind. Dazu müssen sie auf einem privaten Grundstück stehen, das nur von einem eingeschränkten Personenkreis benutzt wird. Wer vor dem Gebäude an der Straße eine Ladestation errichtet, die zum Beispiel von Kunden seines Geschäfts oder Mitarbeitern genutzt werden, erhält die KfW-Förderung nicht. Anders bei Mietshäusern: Wer als Eigentümer für seine Tiefgarage Wallboxen beantragt, die seine Mieter nutzen, bekommt die Förderung.

Von

Roland Wildberg