Wallbox anschaffen: Diese Fehler müssen Sie vermeiden
Diese Punkte sollten Sie vor dem Kauf einer Wallbox beachten

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Eine Tankstelle im eigenen Zuhause? Was für Verbrenner wie ein Märchen klingt, wird bei Elektroautos real. Denn mit einer Wallbox lädt das E-Auto schnell, bequem und sicher direkt vor der Haustür auf. So ein heimischer Wandanschlusskasten kann – je nach Bauart – den Akku vom Elektroauto mit bis zu 22 Kilowatt (kW) Ladeleistung auffüllen. Zum Vergleich: Eine einfache Haushaltssteckdose ist auf 3,6 kW ausgelegt – und für dauerhaftes Laden eines E-Autos wegen der Überhitzungsgefahr ungeeignet. Die Anschaffung einer Wallbox ist aber mit etwas Aufwand verbunden. AUTO BILD klärt, worauf Sie daher achten sollten.
In einem eigenen Einfamilienhaus stellt sich die Frage nicht. Doch wer in einer Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) oder zur Miete wohnt, muss die Installation einer Wallbox vorab genehmigen lassen. Gut: Wallboxen gelten als privilegierte bauliche Veränderungen nach § 554 BGB und § 20 Absatz 2 WEG. Das heißt, wer einen Stellplatz hat, hat grundsätzlich ein Recht auf die Zustimmung vom Vermieter und der WEG. Die Parteien haben aber ein Mitspracherecht, was die Art und Weise der Installation angeht.
Kosten der sicheren Installation einplanen
Damit die Gesamtkosten keine böse Überraschung bergen, gilt: Neben dem Kaufpreis für die eigentliche Wallbox sollten Sie bedenken, dass für die Installation weitere Anforderungen und Kosten anstehen.
- Starkstrom-Anschluss: Für eine herkömmliche Wallbox ist ein Dreiphasen-Wechselstrom mit 400 Volt, also Starkstrom, nötig. Ist keine Starkstrom-Vorbereitung vorhanden, benötigen Sie einen Verteilerschrank und einen FI-Schutzschalter. Für Teile und Einbau sind zwischen 600 und 1000 Euro fällig. Der Schalter ist allerdings bei den meisten Wallboxen bereits eingebaut. Vor dem Kauf prüfen!
- Dicke Kabel: Klassische Haushaltsstromkabel sind nicht dick genug für die Leistung einer Wallbox. Bevor Sie eine Wallbox bestellen und eine Elektrofachkraft mit dem Einbau betrauen, prüfen Sie, ob und welche Kosten für die nötigen dicken Zuleitungskabel auf Sie zukommen – die können sich nämlich auf 120 Euro pro Meter belaufen und je nach Entfernung zum Stellplatz teuer werden. Die benötigte Dicke des Kabels nimmt zu, wenn die Spannung höher ist.
Eine Wallbox sollte immer unter Dach angebracht werden. Der beste Ort für eine Wallbox ist ein Carport oder die Garage. Zwar sind hochwertige Ladestationen zumeist wetterfest oder können mit zusätzlichem Zubehör wetterfest gemacht werden, aber für spätere Wartungsarbeiten und den täglichen Umgang empfiehlt sich eine geschützte Einbauposition. Wie stabil eine Wallbox gebaut ist, sagt die IP-Schutzklasse aus, die Sie in den technischen Daten finden. Standard sollte IP44 sein, dann ist Ihre Wallbox nicht nur gegen Stöße und Schläge, sondern auch gegen Spritzwasser geschützt.
Wer eine smarte Wallbox mit App-Anbindung wählt, sollte zusätzlich prüfen, auf welchem Wege die Verbindung gelingt. Kommuniziert das Gerät über WLAN, sollten Sie darauf achten, dass der Empfang bis zum Standort der Wallbox reicht. Alternativ gibt es Modelle mit Mobilfunk. Manche kommunizieren über Bluetooth – dann gelingt der Zugriff jedoch nur, wenn Sie sich in der Nähe aufhalten.
Anmeldung oder Genehmigung beim Netzbetreiber
Egal wie groß Ihre Wallbox ist: Sie müssen den Netzbetreiber darüber informieren, dass Sie ab dem Tag x ihr Elektroauto regelmäßig laden. Das kann meist ganz einfach online über die Kontakt-Funktion auf dessen Website erfolgen. ACHTUNG: Der Netzbetreiber ist nicht dasselbe wie der Stromlieferant – den können Sie wechseln, den Netzbetreiber nicht. So finden Sie Ihren Netzbetreiber heraus: Ein Blick auf die Jahresabrechnung oder auf den Stromzähler genügt. Zumeist sind es die lokalen Stadtwerke. Und planen Sie eine Wallbox mit 22 kW, muss der Netzbetreiber die Nutzung genehmigen.
Fördermittel vorab beantragen
Es kann sich lohnen, nach Zuschüssen für die eigene Elektroauto-Tankstelle zu suchen. Zwar ist die bundesweite Förderung von Wallboxen ausgelaufen. Doch es gibt auf Landes- und Kommunal-Ebene lokale Förderung für Elektroautos und Lade-Infrastruktur, die zum Teil auch für Wallboxen genutzt werden kann. Sie sollten unbedingt vor dem Kauf einer Wallbox prüfen, ob eine Förderung infrage kommt, denn der Antrag muss in der Regel vor dem Kauf gestellt werden.
Fazit
Erst eine eigene Wallbox macht das Laden des Elektroautos zu Hause sicher und bequem möglich. Prüfen Sie vorab, ob die Installation überhaupt erlaubt ist. Für die Montage sind Profis gefragt. Lassen Sie sich am besten vorab ein Angebot machen, damit der Starktstromanschluss oder die benötigten dicken Kabel am Ende keine Zusatzkosten verursachen. Und vor dem Kauf checken, ob Sie auf regionale Fördermittel zugreifen können. Auch den Netzbetreiber nicht vergessen. Dann steht der eigenen Wandladestation nichts im Wege!
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