Wie einst Schumi! China-SUV fährt an der Tunneldecke
Voyah wiederholt legendären Schumacher-Stunt

Voyah hat mit dem neuen Passion S einen berühmten Mercedes-Werbespot nachgestellt und musste danach sogar beweisen, dass der irre Stunt tatsächlich echt war.
Bild: VOYAH Global / YouTube
Dieser Werbespot ist vielen Autofans bis heute im Gedächtnis: 2010 jagte ein Mercedes SLS AMG durch einen Tunnel, fuhr die Wand hinauf, kopfüber an der Decke entlang und nach einer kompletten 360-Grad-Rolle wieder zurück auf die Straße. Am Steuer: Formel-1-Rekordweltmeister Michael Schumacher.
Zumindest sollte es so aussehen. Ob der spektakuläre Mercedes-Spot tatsächlich so gedreht wurde und ob Schumacher selbst den Stunt gefahren ist, wurde immer wieder angezweifelt.
16 Jahre später greifen die Chinesen die Idee wieder auf. Allerdings nicht mit einem flachen Supersportwagen, sondern mit einem großen Elektro-SUV.
Voyah Passion S fährt kopfüber durch den Tunnel
Voyah, die Premiummarke des chinesischen Dongfeng-Konzerns, hat den neuen Passion S in einem abgesperrten Testtunnel in Wuhan eine komplette 360-Grad-Runde fahren lassen.
Dafür musste das rund fünf Meter lange E-Auto mit etwa 130 km/h in die Steilwand fahren. Nach Angaben von Voyah musste der Lenkwinkel beim Einfahren rund 16 Grad betragen. Anschließend hält die Fliehkraft das Auto selbst kopfüber an der Tunnelwand.
Viel Spielraum gab es offenbar nicht: Schon drei bis fünf km/h zu wenig Geschwindigkeit hätten laut Voyah dazu führen können, dass der Wagen den Kontakt zur Fahrbahn verliert.
Und genau das soll bei den Versuchen tatsächlich passiert sein. Im Netz tauchte ein Video eines gescheiterten Anlaufs auf, bei dem ein getarnter Passion S von der Tunnelwand stürzt.
Voyah veröffentlicht ungeschnittenes Video
Trotzdem glaubten nach Veröffentlichung des spektakulären Films längst nicht alle Zuschauer, dass der erfolgreiche Versuch echt war.
Voyah reagierte beim offiziellen Marktstart des Passion S und veröffentlichte zusätzlich ein ungeschnittenes One-Take-Video des Versuchs. Nach Angaben des Herstellers wurde der Loop mit einem serienmäßigen Fahrzeug ohne spezielle Umbauten absolviert.
Damit soll der Passion S sogar das erste Serienauto überhaupt sein, das ein solches Manöver geschafft hat.
637 Elektro-PS für den Looping
An Leistung mangelt es dem chinesischen SUV jedenfalls nicht. Die Allradversion hat zwei Elektromotoren mit zusammen 475 kW (637 PS) und 765 Nm. Daneben gibt es einen Hecktriebler mit 300 kW (408 PS).
Die Akkus fassen je nach Version 81 oder 98 kWh. Nach der großzügigen chinesischen CLTC-Norm verspricht Voyah zwischen 630 und 740 Kilometer Reichweite. Dank 800-Volt-Technik und 5C-Laden soll der Akku in zehn Minuten von 20 auf 80 Prozent kommen.
Mit 5,05 Metern Länge, 2,00 m Breite und 1,66 m Höhe ist der Passion S zudem ein ganz anderes Kaliber als der Mercedes SLS AMG, der einst als Vorlage für den Tunnel-Stunt diente.
In China ab rund 28.000 Euro
Gerade ist der Passion S in China auf den Markt gekommen. Drei Varianten kosten zwischen 229.900 und 279.900 Yuan, umgerechnet grob 28.000 bis 34.000 Euro.
Dafür gibt es neben der enormen Leistung auch jede Menge Hightech: Luftfederung in den höheren Versionen, LiDAR-Sensorik, Huaweis Fahrassistenzsystem Qiankun ADS 5.0 sowie ein Cockpit mit mehreren großen Displays. Selbst ein 27-Lautsprecher-System und ein 6,6-Liter-Kühlschrank sind erhältlich.
Ob der Passion S irgendwann nach Deutschland kommt, ist bislang offen. Aufmerksamkeit hat sich Voyah mit seinem spektakulären Tunnelritt jedenfalls schon einmal gesichert – und Michael Schumachers berühmten SLS-Auftritt nach 16 Jahren wieder zum Gesprächsthema gemacht.
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