Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse

Audi A8, BMW 7er, Mercedes S-Klasse: Vorschau

— 06.07.2012

Die Luxusklasse: so perfekt wie nie

Abspecken und aufrüsten – so lautet die Devise für die Nachfolger von Audi A8, BMW 7er und Mercedes S-Klasse. Wir stellen Ihnen die neuen Schlitten vor.

In den nächsten vier Jahren bringen Audi, BMW und Mercedes die neuen Generationen von A8, 7er und S-Klasse. Die Konstrukteure ziehen bei den Flaggschiffen der Premiummarken alle Register und bestechen mit neuem Design, edlen Werkstoffen und modernsten Motoren.

Der neue BMW 7er (ab 2015)

BMW hat seinen Stil gefunden: Der kommende 7er sieht stattlich aus – aber nicht protzig.

Wenn 2015 der neue BMW 7er auf den Markt kommt gibt es endlich wieder einen großen BMW, der begeistert, statt zu polarisieren. Mit seinem unaufgeregtem Design, Leichtbau, modernen Motoren und gesteigertem Komfort spielt der nächste 7er wieder ganz vorne mit.

Die Technik In München haben sie sich nach langem Hin und Her durchgerungen, den neuen 7er mit hohem Carbon-Anteil zu bauen. Der kurze 7er und die vor allem für China und die USA gedachte Langversion docken aber nicht ans Elektroauto Projekt i an, das eine Kohlefaser-Karosserie mit einem Aluminium-Chassis verbindet. Gemeinsam mit Alu und hochfestem Stahl wird Carbon ein tragendes Element, das Gewicht sparen hilft und die Verwindungsfestigkeit erhöht. BMW verarbeitet es in Kooperation mit Zulieferer SGL Carbon. Der neue 7er ist das erste Modell, das auf der neuen Modulstruktur namens 35up basiert. Dieser neue Baukasten für Heckantriebs – und Allradfahrzeuge deckt die gesamte Palette vom nächsten 3er bis zum neuen 7er ab. Für noch mehr Federungskomfort wird die momentan nur an der Hinterachse serienmäßige Luftfederung künftig möglicherweiseauch an der Vorderachse verbaut.

Die Motoren
Nachdem sich Audi und Mercedes nicht gescheut haben, in ihr Vorzeigeprodukt einen Vierzylinder einzubauen, denkt auch BMW über einen 730i mit Vierzylinder-Turbo und rund 260 PS nach. Zu schwach? Nein – wenn man berücksichtigt, dass die Zweiliter-Maschine ein um fast 200 Kilo leichteres Automobil bewegen darf. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus. Die Leistung des Dreiliter-Motors im 740i dürfte von 326 auf 340 PS steigen, der 4,4-Liter-V8 im 750i bringt es auf etwa 462 PS. Dazu kommen wie gehabt drei Diesel (730d/740d/750d) mit nahezu unveränderten Werten (circa 260/315/385 PS). Komplett überarbeiten wird BMW den Biturbo-Zwölfzylinder. Das Hubraumvolumen bleibt bei unverändert sechs Litern, doch die Leistung soll auf 571 PS klettern, das maximale Dehmoment 900 Nm erreichen. BMW ersetzt den konventionellen Hybriden durch eine Plug-in-Lösung in Verbindung mit einem kräftigen Benziner – vermutlich wieder ein Reihensechszylinder. Für die Kraftübertragung bietet ZF demnächst eine Neunstufenautomatik an. Besonders stolz sind die Bayern auf die errechneten Verbräuche. Demnach soll der sparsamste Diesel weniger als fünf Liter konsumieren. Für Sechszylinder, V8 und V12 sind Werte von knapp unter sieben, acht und zehn Litern im Gespräch.

Das Design
Der neue 7er stammt aus der Feder Karim Habib, der seit dem 1. Juni das BMW-Design leitet. Nach dem konfusen 7er der Chris-Bangle-Ära und dem unentschlossen wirkenden Modell der laufenden Serie hat der Nachfolger (intern: G11) das Zeug zum Herzensbrecher. Hier stimmt einfach alles: die Proportionen, der Fugenverlauf, die Stilelemente und der gekonnte Einsatz von Chrom-Applikationen.

Der neue Audi A8 (ab 2016)

Der Audi A8 bleibt dem XXL-Kühlermaul treu, setzt aber auf dynamischere Linienführung.

Das Problem des Audi A8: Das Flaggschiff der Ingolstädter verkaufte sich zuletzt sogar schlechter als Mercedes CLS und Porsche Panamera. Nicht nur das soll der neue A8 ändern. 2014 erhält die aktuelle Generation ein Facelift, dass bereits das Design des Nachfolgers andeutet. Der Wirklich neue A8 folgt 2016.

Die Technik Innen bleibt beim nächsten A8 fast alles beim Alten, das ist sicher kein Fehler. Audi- Insider erwarten eine perfekte Smartphone- Anbindung, neue Aufpreis-Features wie Internetradio sowie diverse zusätzliche Assistenzsysteme. Den Aluminium-Spaceframe tauscht Audi allerdings gegen eine extrem steife und nochmals leichtere Alu-Kohlefaser-Architektur. Um speziell BMW voraus zu sein, will Audi gemeinsam mit dem Systemlieferanten Voith eine kostengünstigere und umweltfreundlichere Faserverbundstruktur entwickeln, die deutlich schneller herzustellen ist und einen höheren Anteil an erneuerbaren Rohstoffen aufweist. Neu kommt auch der e-quattro. Dahinter steckt eine elektrifizierte Hinterachse, die für eine emissionsfreie Reichweite von rund 30 Kilometern gut ist. Im A8 Plug-in-Hybriden werkeln sogar zwei E-Maschinen. Das kleinere 54-PS-Aggregat treibt zwischen Verbrenner und Siebenstufenautomatik die Vorderräder an, der stärkere 82-PS-Motor bedient die Hinterachse. Nach Bedarf fährt der A8 mit Front-, Heck- oder Allradantrieb.

Die Motoren
Einen Plug-in-Hybriden wird es auf Basis des aktuellen A8 nicht mehr geben. Es bleibt beim konventionellen Hybriden mit dem 211 PS starken Vierzylinder, der allerdings nur bedingt zum Charakter einer Oberklasse-Limousine passt. Der Dreiliter-V6-Benziner leistet künftig 310 statt 290 PS, der Vierliter-V8 mobilisiert nach der Modellpflege 435 statt 420 PS, der Dreiliter-V6-TDI legt von 250 auf 258 PS zu, der 4.2-V8-TDI erfährt eine Leistungssteigerung von 350 auf 360 PS.

Das Design
Sportliche Eleganz war die Vorgabe bei der Konzeption des aktuellen A8 (internes Kürzel: D4), der im Frühjahr 2010 auf den Markt kam. Doch der XXL-Grill, die grellen LED-Scheinwerfer und der verwechselbare Heckabschluss stießen nicht auf ungeteilte Gegenliebe. Einzig in China erreicht der Ober-Audi wirklich überzeugende Verkaufszahlen. Deshalb erlebt der große Wagen ein vorzeitiges Facelift. Künftig soll er dezenter wirken und mehr Liebe zum Detail zeigen. Besondere Kennzeichen des Neuen: ein vergleichsweise zurückhaltendes Leuchtendesign, ein weniger aggressiver Grill und stärker konturierte Stoßfänger mit filigraneren seitlichen Lufteinlässen. Unverändert bleibt das Mittelteil der Karosserie – obwohl Kritiker die fehlende Eigenständigkeit und übergroße Nähe zum A6 monieren. Das ändert sich erst mit dem D5 – ab Mitte 2016.

Die neue Mercedes S-Klasse (ab 2013)

Die Schwaben entwickeln die kommende S-Klasse optisch nur behutsam.

Die neue Mercedes S-Klasse gibt es erstmals in sieben Karosserievarianten und drei Hybrid-Versionen. Am Wettlauf um die Leichtbaukrone beteiligt sich Mercedes allerdings nicht sehr aktiv. Dafür ist die nächste S-Klasse wieder vollgestopft mit Innovationen.

Die Technik Der neue Mercedes-Baukasten für Heckantriebsfahrzeuge macht die S-Klasse leichter, steifer und flexibler. Dazu gehört eine neue Vierlenker-Vorderachse mit noch besseren Komfort-/Handlingeigenschaften. Im Gegensatz zu Audi und BMW hat Mercedes mit Kohlefaser-Technologie wenig am Stern. Die neue S-Klasse besteht im Wesentlichen aus Stahl und Aluminium. Eine Ausnahme machen die AMG-Typen S 63 und S 65: Motorhaube, Gepäckraumdeckel, Dach und Türen will Mercedes bei diesen starken Stücken aus Carbon backen. Innen ist der neue S kaum wiederzuerkennen. Besonders markant wirkt der Armaturenträger mit zwei extragroßen Bildschirmen für Fahrer und Beifahrer. Ebenfalls neu: erweiterte Sprach- und Gestensteuerung, Head-up-Display, frei programmierbare Instrumente und Airbag im Sicherheitsgurt. Dem Fahrer assistieren blendfreies LED-Licht, ein Fahrwerk mit kameragesteuerten Dämpfer-Sensoren, der Bremsassistent mit Querverkehr-Erkennung und der bis 60 km/h aktive Staufolge-Assistent. Er soll sogar automatische Spurwechsel schaffen.

Die Motoren
Mercedes stellt zwar mittelfristig vom V6 auf Reihensechszylinder um, doch die S-Klasse kommt anfangs mit den bekannten Maschinen. Der Dreiliter-V6 leistet künftig 333 PS. Die Palette beginnt beim 224 PS starken S 250 CDI und reicht bis zum Sechsliter-V12 im S 600 AMG mit 680 PS. Dazu kommen drei verschiedene Hybridbausteine mit 41 PS (mild), 68 PS und 109 PS (beide Plug-in). Die verbrauchsgünstigsten Plug-in-Hybriden unterbieten die Vier-Liter-Marke – aber nur weil die Elektro-Energie aus der Steckdose nicht in den Normverbrauch einfließt.

Die Modelle
Die aktuelle S-Klasse fährt ins letzte Modelljahr, verkauft sich aber noch immer gut: Der Big Benz ist nach wie vor deutscher Luxusklasse-Marktführer. Der Nachfolger (intern: W 222) geht im Frühjahr 2013 in den Verkauf. Mercedes plant vier verschiedene Spielarten: • Normalversion, 5,10 Meter lang • zwei Langversionen, 5,28/5,45 m • Pullman, 5,75 Meter Dazu kommen drei betont sportlich ausgelegte Modelle, nämlich der Nachfolger des CL-Coupés (C 217), ein CL Cabriolet (A 217) und ein viertüriges Coupé (V 217). So viel Auswahl gab es nie zuvor in der S-Klasse-Geschichte.

Fazit

Audi A8
Pro: Leichte, steife Alu-Kohlefaser-Bauweise, sparsamer e-quattro-Antrieb.
Contra: Alu-Kohlefaser-Bauweise, Plug-in-Hybrid – Audi-Hightech wird wohl extrem teuer.

BMW 7er
Pro: Geringes Gewicht dank Alu-Carbon-Mix, sparsame Motoren, gefälliges Design.
Contra: Die Verwendung von Carbon dürfte den Preis deutlich steigern.

Mercedes S-Klasse
Pro: Viele moderne Assistenzsysteme, zahlreiche Karosserie- und Motorvarianten.
Contra: Beim Thema Leichtbau hinter Audi und BMW, V12 AMG mit 680 PS unzeitgemäß.


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