Audi Q1 und VW Golf SUV (2016)

— 16.06.2014

Kleine SUVs für die große Masse

Unterhalb von VW Tiguan und Audi Q3 ist noch Platz: Mitte 2016 startet der Mini-SUV von Audi namens Q1, neun Monate später folgt ein SUV auf VW-Golf-Basis.



Das alte Lied: Die etablierten Modelle werden immer dicker und teurer. Und dann müssen am unteren Rand des Modellspektrums frische, schlanke Autos nachlegen. Die SUV-Familien von VW und Audi werden da keine Ausnahmen machen: Die Großen (Touareg und Q7) müssen – so die Marktstrategen – noch größer und nobler werden, die Mittleren und Kleinen (Tiguan, Q5 und Q3) sollen nachrücken, und im Parterre braucht es deshalb Nachwuchs.

VW mit SUV-Offensive bis 2017

Video: Audi Q1 und Golf SUV

Neue kleine SUVs

Doch VW tut sich mit der Staffelung seiner Palette schwerer als erwartet. Die nächste Touareg-Generation muss ab 2016 geräumiger und gediegener werden, um einen Mehrwert für die hohen Preise zu bieten. Darunter wird künftig eine SUV-Variante des Passat rangieren, bekannt als Cross Blue Konzept. Aber dieses Modell, produziert in Nordamerika oder Mexiko, soll dem deutschen Markt zunächst vorenthalten bleiben. Nicht dagegen der neue Tiguan, der sich unter dem Passat SUV breitmachen wird – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die zweite Auflage des Bestsellers geht erstmals mit drei Varianten auf Kundenfang: Tiguan, Tiguan XL mit bis zu sieben Sitzen und Tiguan CC mit coupéhafter Dachpartie. Was passiert in den kleineren Klassen? Darunter klafft eine große Lücke, die VW theoretisch mit gleich drei Modellen der Größe nach füllen könnte: Taigun (ähnlich der Anfang 2014 auf dem Salon in Neu Delhi gezeigten Studie), Polo SUV, Golf SUV. Aber ein Taigun basiert auf der NSF-Plattform ("New Small Family" à la VW Up), die keine Vierzylindermotoren, keinen Allradantrieb und keine Assistenzsysteme verträgt. Stattdessen wird ein SUV auf Polo- Basis favorisiert, der jedoch erst nach 2017 in Serie gehen dürfte.
Kleine SUVs liegen voll im Trend!
Die Anziehungskraft der aufgebockten Viertürer ist ungebrochen – vor allem in den unteren und mittleren Modellsegmenten. Das verdeutlicht ein Blick auf die Neuzulassungen der letzten 10 Jahre: 2004 waren es überschaubare 34.016, 2009 bereits 125.829 Einheiten. 2013 kamen die kompakten Kraxler auf gewaltige 326.106 Neuzulassungen in Deutschland.

Die VW-Variante gibt sich äußerlich limousinenhaft. Nur höher natürlich.

Vorrang besitzt indessen ein Golf SUV, der Ende 2016 unter eigenem Namen erscheint. Er wird sich die Gene mit dem künftigen Audi Q1 teilen. Schon jetzt steht fest, dass der Golf SUV 23 Zentimeter kürzer wird als der aktuelle Tiguan und als Fronttriebler nur 1250 Kilo wiegt. Der Allradantrieb ist nicht in Verbindung mit allen Aggregaten lieferbar und kostet fast immer Aufpreis, ebenso das Offroad-Paket inklusive wählbarem Fahrmodus. Bei der Premiere dieses SUV sollen aus dem Golf-Programm neue Dreizylindermotoren zur Wahl stehen: ein Einliter-TSI (Benziner) mit 116 PS/200 Newtonmeter sowie ein 1,4-Liter-TDI (Diesel) mit 105 PS/250 Newtonmeter. Die übrigen Aggregate kennen wir schon heute aus Golf und Passat: 1.4 TSI mit 125 und 150 PS, 1.8 TSI mit 180 PS, 2.0 TSI mit 220 PS. Beim Diesel dominiert der Zweiliter mit 150  und 184 PS. Falls die Kunden es wünschen, kann VW nachlegen – und zwar in Form eines 279 PS starken Benziners und eines Biturbo-Selbstzünders mit 239 PS.

Audis neuer Q5 überlässt dem Q1 seinen Produktionsstandort

Kleiner SUV, großes Maul: Der künftige Q1 zeigt das neue, markante SUVGesicht von Audi

Bei Audi informiert uns der Chef Rupert Stadler unterdessen schon mal persönlich über seine SUV-Pläne: Die Produktion des Q5 soll nach Mexiko auswandern, dafür wird der Standort Ingolstadt den Q1 bekommen. Und zwar spätestens in drei Jahren. Wie der nächste Q3 wird auch das kleinste und günstigste Q-Modell alle Vorzüge des Konzernbaukastens nutzen. Der kann inzwischen fast alles, außer billig: Kostenmäßig liegt der Teilesatz offenbar immer noch rund 15 Prozent über Soll. Anders als BMW mit dem kompakten X2 setzt Audi auch in dieser Klasse auf vier Türen bei nur geringfügig abgesenkter Dachlinie. Der Q1 trägt bereits die expressive Handschrift des neuen Audi-Chefdesigners Mark Lichte. Was bei VW 4Motion heißt, wird bei Audi als Quattro verkauft, sprich ein elektronisch geregelter Allradantrieb mit Haldexkupplung.
Die Motorpalette des Q1:
1.4 TFSI 140 PS/250 Newtonmeter
1.8 TFSI 180 PS/280 Newtonmeter
2.0 TFSI 230 PS/370 Newtonmeter
2.0 TDI 150 PS/320 Newtonmeter
2.0 TDI 184 PS/380 Newtonmeter
Für den SQ1 2.0 TDI ist darüber hinaus ein doppelt aufgeladener Zweiliter- Vierzylinder mit 231 PS und 500 Newtonmeter vorgesehen. Angedacht auch ein RS Q1 2.0 TFSI mit dem 300 PS/380-Newtonmeter-Turbomotor aus dem TT-Nachfolger, sowie g-tron (Erdgasantrieb)- und e-tron (Plug-in-Hybrid)-Varianten mit der Technik aus dem A3.

In Bezug auf die technische Ausstattung darf Audi noch etwas tiefer in die Schatzkiste greifen als VW. So werden dem Kleinen weder das große Assistenzpaket noch die diversen S-line-Optionen, das Sportfahrwerk mit Sportlenkung, Sportbremse und variabler Dämpferkennung, ein Panoramadach oder der adaptive Tempomat vorenthalten bleiben. Der Preis? Rund 25.500 Euro für das Grundmodell. Ohne die Extras natürlich.

Audi Q1, Golf SUV und weitere SUV-Neuheiten von VW

VW Golf SUV Illustration Audi Q1 Illustration Audi Q5 Illustration
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Es bleibt spannend im Wachstumsmarkt der kompakten SUV: Der künftige Golf SUV füllt exakt jene Lücke, die der aufstrebende Tiguan hinterlassen wird. Und der Audi Q1 dürfte den Q3 alt aussehen lassen, denn er ist hübscher und schlanker.

Stichworte:

Kompakt-SUV SUV

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