IAA-Highlights 2009, Teil 1

Die Highlights der IAA 2009, Teil 1

— 15.09.2009

Von grünen Geistern

Die Frankfurter Farbenspiele haben begonnen. Ohne Grün und Blau oder einen Effizienz-Zusatz kommt hier keiner aus. Also besser "Es grünt so grün" statt "Erleben, was bewegt"?

"Erleben, was bewegt", sagt die IAA. Aber bewegt mich hier was? Und wie. Zuerst bewegt mich, dass einige Marken gar nicht da sind. Nissan, Mitsubishi, Daihatsu, Honda – wo seid ihr, um dem grünen Treiben euren Stempel aufzudrücken. Ist die Messe deshalb langweilig? Keine Spur, 100 Weltpremieren sollten reichen. BMW darf das große Trommeln beginnen. Die Münchner rollen nicht einfach Autos auf die Showbühne, sie zelebrieren ihre saubere Botschaft, indem sie die Neuheiten über eine Kreisbahn über den Köpfen der Menschen auf's Podest fahren. Die Masse jubelt, als BMW-Chef Norbert Reithofer die Knallerstudie Vision Efficient Dynamics aufruft. Die Flunder, optisch irgendwo zwischen Ufo und Auto, macht Appetit auf die Zukunft. 356 PS, 250 Sachen Spitze, 800 Newtonmeter Drehmoment, 4,8 Sekunden auf 100 km/h – klingt nach BMW M3. Aber mit 3,8 Liter Verbrauch.

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Dann rollt der X1 über die Kreisbahn, natürlich mit Efficient Dynamics, aber kein echtes Sparmodell. Alles fällt eine Nummer kleiner aus – der Preis (ab 27.200 Euro), die Höhe (1,55 Meter), die Länge (4,45 Meter). So schön das Baby-SUV auch ist, heute muss er schon nach einigen Sekunden dem nächsten Grünling weichen, einem 320d (163 PS) Efficient Dynamics Edition, der im März 2010 zu den Händlern rollt. Mit speziellen Sparfelgen und tiefergelegt beruhigt er das grüne Gewissen mit 4,1 Litern Verbrauch und 109 Gramm CO2 pro Kilometer. Sauber! Dagegen mutet der 5er GT fast schon an wie ein rollender Anachronismus. Schwer, lang, fett – aber eben schön. Obwohl das Coupé selbst Kurze wie mich im Fond schon am Scheitel kratzt.

Mini Coupé und Roadster kommen

Hoffnungsträger Opel Astra: Er muss die Rüsselsheimer Zukunft retten und steht ab 15.900 Euro beim Händler.

Also bitte den E-Mini auf die Bühne rollen, es soll ja grün bleiben. Viel spektakulärer sind aber seine beiden Brüder Mini Coupé Concept und Roadster Concept. Und das Beste an der Sache: Sprecher Cypselius von Frankenberg bestätigt, dass beide kommen werden. Zwar noch ohne Zeitfenster und erst recht ohne Preis, aber immerhin. Noch schärfer als das Coupé ist sein offenes Pendant, auf der IAA ganz in Weiß mit Rallyestreifen und hellem Ledergestühl mit modischem Pepitamuster. Da kommen nicht nur die Damen der schreibenden Zunft ins Schwärmen. Bis zur A-Säule ist das Konzept mit dem Cabriolet identisch. Die Studie ist  jedoch ganze sechs Zentimeter flacher, die Frontscheibe kürzer und stärker geneigt. Der Mini-Rock unter den Minis sozusagen.

Ein zierlicher Geist

Nebenan verlegt Rolls-Royce die Geisterstunde in den Vormittag. Von Angesicht zu Angesicht wirkt der Ghost noch viel edler als auf den ersten Fotos. Vor allem im Vergleich zum nebenan platzierten Phantom mutet er fast zierlich an an. Frank Tiemann fällt eine Lösung ein: "Stellen Sie eine Mercedes S-Klasse daneben, dann wirkt er nicht mehr so klein!" Rüber zu Opel. Der Astra ruft und alle kommen. GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster wird fast erdrückt von den Fotografen, alles ist auf den kompakten Opel ausgerichtet. Grün ist die Hoffnung, das gilt beim Astra besonders. Floppt die zehnte Generation, rutscht Opel noch tiefer in die Krise. In Frankfurt steht er auch als Ecoflex-Diesel mit 95 PS, aber nur 4,1 Litern Verbrauch. Geheimnisse werden hier nicht mehr verraten, die Eckdaten stehen längst fest. Der Preis auch. Jetzt müssen die Kunden entscheiden, ob sie für den 4,40 Meter langen Rüsselsheimer 15.900 Euro bezahlen wollen.

Bei Toyota und Lexus ist die Hybrid-Zukunft mal wieder ganz nah

Ein heimlicher Star der Messe: der Citroën C3 DS mit Hostess.

Ein Kompakter der ganz anderen Art ist die Lexus-Studie LF-Ch, mit der die Japaner die Edel-Konkurrenz aus Deutschland schocken wollen. Könnte klappen, die Studie ist scharf wie Chilli. Aber eben gelb. Wie sauber sie ist, verrät Lexus noch nicht, Blicke unter die Haube sind Tabu. Nebenan dreht sich der Toyota Auris HSD Full Hybrid Concept auf der Scheibe. Der soll nur mit Strom fahren, wieder ein Blick in die vielleicht schon nahe Zukunft. Die wird der iQ Sport nie erleben. Der auf Krawall gebürstete Knirps macht auf Länge mal Breite, soll aber nicht in Serie kommen. Dafür liefert der Citroën C3 DS einen der charmantesten Auftritte der Messe. Der Mini-Gegner sieht klasse aus und fasst sich prima an. Auf der IAA 2009 steht er gleich in drei Farbkombinationen, dagegen wirkt sein viertüriger Bruder C3 fast schon langweilig. Die erste Runde geht zu Ende, mein kleiner Favorit heißt Citroën C3 DS. Klein, aber sicher viel billiger als der Mini Roadster. Und er ist schon bald zu haben. Ich bin bewegt.

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