Ford Mustang Shelby GT 500: Fahrbericht

— 09.07.2013

Stärkster Serien-V8 der Welt

Ein Ford Mustang mit Cobra-Emblem garantiert seit jeher Spaß. Im neuen Shelby GT 500 steckt gar der stärkste Serien-V8 der Welt. Eine Probefahrt mit satten 662 PS.



Wenn die Cobra den Mustang beißt, dann wird es giftig. Denn kein anderes amerikanisches Muscle-Car hat so viele Muskeln, wie der Shelby GT 500 von Ford. Schon im Stand macht der Mustang eine beängstigend gute Figur. Denn in der Power-Version, die Tuning-Gott Caroll Shelby kurz vor seinem Tod im Jahre 2012 noch selbst bei Ford angeschoben hat, reißt der radikale Raser seinen Rachen so weit auf, dass Ford sich den Kühlergrill gleich ganz gespart hat. Dagegen hat selbst der Porsche Cayenne Turbo einen Kussmund. Dazu gibt's dicke Backen wie bei Popeye, riesige Nüstern auf der hoch aufragenden Haube und einen dicken Spoiler auf dem breiten Heck.

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Im Bug schlummert das Tier: Der 5,8-Liter-V8 mobilisiert dank Kompressor 662 PS und 856 Nm.

Herzstück des US-Helden ist ein Motor, wie ihn wohl nur die Amerikaner bauen können: Direkteinspritzung? Who cares! Zylinderabschaltung? Forget it! Downsizing? Shut Up! Ein echter Mustang braucht einen V8, erst recht wenn er den Namen von Werkstuner Caroll Shelby trägt. Der Vater der legendären Cobra hat dem 5,8-Liter großen Block einen riesigen Kompressor aufgepflanzt, die Leistung auf 662 PS gesteigert und so mal eben den weltweit stärksten Achtzylinder in einem Serienauto aus dem Ärmel geschüttelt. Wenn man diesen Motor anwirft, dann ist es, als würde ein Vulkan ausbrechen und die Erde beben. Und im Umkreis von vielen hundert Metern verstummen alle Gespräche – wenn der Mustang läuft, verstehen die Passanten ihr eigenes Wort nicht mehr. Dann klackert der erste Gang ins Getriebe, die mit voller Kraft getretene Kupplung schnappt zu und mit bis zu 856 Nm reißen die breiten Schlappen auf den 20-Zöllern im Heck am Asphalt.

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Vorsicht Reifenkiller: Wer beim Start zu stark aufs Gas tritt, lässt die hinteren Pneus in Rauch aufgehen.

Es quillt Rauch aus den Radkästen, in kaum mehr als 3,5 Sekunden schießt der Wildfang auf Tempo 100 und meterlange schwarze Streifen markieren seinen Weg. Und 150 Sachen im zweiten Gang fühlen sich so an, als könnte die Raserei bis zur Spitze bei 325 km/h ungehemmt weitergehen. Wer das einmal erlebt hat, will nie wieder aussteigen. Mit diesen Fahrleistungen katapultiert sich der Mustang in eine Liga mit Spitzensportwagen wie Porsche 911 Turbo S, Lamborghini AventadorFerrari F 458 oder Mercedes SLS. Nur dass ihm alle guten Manieren fremd sind. Wo die Europäer mit wissenschaftlicher Präzision um Höchstleistungen ringen und nach der letzten Hundertstelsekunde jagen, setzt Ford auf brachiale Gewalt und rohe Sitten. Schwert statt Skalpell, Vorschlaghammer statt Uhrmacher-Werkzeug.

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Auch innen grobschlächtig: Der wilde Reiter ist mit viel tristem Kunststoff ausgeschlagen.

Die grobschlächtige Art gilt auch fürs Ambiente: Technokratisches Karbon, kühles Aluminium oder nobles Leder sucht man im Mustang vergebens. Der wilde Reiter ist innen mit viel tristem Kunststoff ausgeschlagen. Aber was soll's? Das ist ein Rennwagen mit Straßenzulassung. Da stört man sich am Billigplastik genauso wenig wie am brettharten Fahrwerk Marke "Knochenschüttler". Hauptsache die Sitze geben genügend Halt und der Tacho geht weit genug. Der Shelby hat den Anschlag erst bei 360 km/h – das sollte reichen!

Mit seinem imposanten Auftritt stiehlt er vielen Supersportwagen die Schau, und so lange es – zum Beispiel auf der Viertelmeile – geradeaus geht, kann er auch bei den Fahrleistungen prima mithalten und sogar manchen Ferrari-Fahrer faszinieren. Spätestens wenn es zur Kasse geht, ist der Shelby GT 500 dann absolut unschlagbar: Fast 700 PS für nicht einmal 55.000 Dollar – mehr "Bang for the bucks" bietet kein anderes Auto. Weil Ford den schnellsten Mustang (noch) nicht exportiert, langen die freien Importeure hierzulande aber ordentlich zu. Doch selbst knappe 70.000 Euro sind bei der Leistung ein Schnäppchen – als gäbe es einen Lamborghini jetzt beim Discounter.

Autor: Thomas Geiger

Stichworte:

Achtzylinder Musclecar



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