Red Bull übt auf Renault Druck aus, den Lichtmaschinen-Zulieferer zu wechseln

Formel 1 2012

— 18.09.2012

Lichtmaschine: Red Bull fordert Trennung von Zulieferer

Nach Sebastian Vettels zweitem Lichtmaschinendefekt 2012 fordert Red Bull von Renault die Trennung vom italienischen Zulieferer, doch auch die Alternative ist pikant



Hinter den Kulissen liegen bei Red Bull und Renault die Nerven blank. Schon sechs Mal in dieser Saison streikte die von Zulieferer Magneti Marelli produzierte Lichtmaschine in den Renault-Triebwerken - drei Mal traf es Red-Bull-Pilot Sebastian Vettel. Ohne die Defekte hätte der Weltmeister vermutlich 33 WM-Punkte mehr auf dem Konto. Bei anderen Motoren funktioniert das Teil aber makellos.

Nach dem Ausfall des Red-Bull-Stars vor über einer Woche in Monza trat nun bei einem Pirelli-Reifentest in einem alten Renault-Boliden ein weiterer Lichtmaschinenschaden auf. Dazu kommt, dass beim Hitzerennen in Singapur, wo außerdem viele langsame Kurven die Kühlung zur Herausforderung machen, die Gefahr der nächsten Panne groß ist, was für zusätzliche Aufregung sorgt.

Mateschitz setzt Renault unter Druck

Red Bull weiß, dass ein weiteres Problem mit dem 3.000-Euro-Teil bereits das Ende im Titelkampf bedeuten könnte - daher drängt man hinter den Kulissen den Motorenpartner dazu, den Zulieferer zu wechseln. Die italienische Firma Magneti Marelli versorgt nämlich auch den Titelrivalen Ferrari mit der Lichtmaschine. "Ich will, dass Renault sich von seinem Zulieferer Magneti Marelli trennt und einen anderen Lieferanten einsetzt", stellt Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz gegenüber 'Auto Bild motorsport' klar, der das Thema inzwischen zur Chefsache erklärt hat. Einziges Problem laut dem Österreicher: "Renault will nicht!"

Doch in Milton Keynes fühlt man sich Renault ausgeliefert, denn, wie Red Bulls Motorsportkonsulent Helmut Marko gegenüber 'Auto Bild motorsport' erklärt, kann man das Problem "von der Chassisseite her nicht beeinflussen", weil es um "die Position im Temperatur- und Spannungsumfeld des Motors" geht.

Vor Singapur steht man nun unter enormem Druck: Man kann entweder die in Monza verwendete, nachgebesserte Variante noch einmal verwenden, was jedoch wegen der Probleme einem russischen Roulette gleichkommen würde. Ähnlich verhält es sich mit der alten Version der Lichtmaschine, die vor wenigen Tagen beim Pirelli-Test streikte und Vettel bereits in Valencia den Sieg gekostet hatte. Oder man bastelt im Eiltempo eine neue Variante. Das wäre ein Schuss ins Blaue, denn die Franzosen haben die Gründe für die Ausfälle noch nicht gänzlich verstanden.

Red Bull in Zukunft mit McLaren-Lichtmaschine?

Obwohl Renault Mateschitz bei seinem Vorstoß, die Zulieferer zu wechseln, zunächst die kalte Schulter zeigte, scheint man nun doch über diese Vorgehensweise nachzudenken. "Diese Möglichkeit steht auf der Agenda", gesteht Renaults Einsatzleiter Remi Taffin gegenüber 'Auto Bild motorsport'. Kein Wunder, denn Red Bull ist seit dem Ausstieg beim heutigen Lotus-Team als Namensgeber quasi das Werksteam der Franzosen. Die Publicity wäre schlecht, würde Red Bull wegen Renault den Titel verlieren.

Doch welche Alternative zu Magneti Marelli gibt es? Eigentlich bloß McLaren Electronic Systems. Eine Variante, die auf den ersten Blick sogar noch problematischer wirkt, schließlich gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Spannungen zwischen Red Bull und dem Team aus Woking. Andererseits beweist das McLaren-Subunternehmen schon lange, dass die Geschäftsfelder zwischen dem Rennteam und der Elektronikfirma klar getrennt sind: McLaren Electronic Systems liefert seit Jahren die Formel-1-Standardelektronik an alle Teams aus - bisher sind diesbezüglich keine Beschwerden bekannt.

Fotoquelle: xpb.cc

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