Inspektions-Intervalle

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Inspektions-Intervalle

— 07.03.2002

Streng nach Vorschrift?

Unsere Autos müssen immer seltener zur Inspektion. Doch wer überzieht, zahlt drauf.

Wenn Garantie verweigert wird

Nippel schmieren, Öl und Kerzen wechseln - noch vor 15, 20 Jahren war die Inspektion fürs Auto lebenswichtig. Und das spätestens alle 10.000 Kilometer.

Doch moderne Pkw müssen immer seltener an die Box, die Inspektion wird fast überflüssig. Der technische Fortschritt macht es möglich. Neue Öle, besseres Material und moderne Technik strecken die Wartungsintervalle auf bis zu 50.000 Kilometer. Bei solchen Fahrleistungen wird schon mal ein Termin verschlafen, die Kilometergrenze großzügig ausgereizt. Mit bösen Folgen. Denn bei Kolbenfresser, Getriebeschaden oder geplatztem Kühler gilt: Wer zu spät kommt, den bestraft die Garantie-Abteilung. Sie kann dann die Garantieleistung verweigern oder Kulanzanträge ablehnen.

Doch was passiert, wenn die Wartung fällig ist, der Meister aber keinen Termin frei hat? Nicht so schlimm, sagen die Autobauer. Wurde der Wagen vor Fristablauf angemeldet, wird er im Schadenfall wie nach fristgerechter Inspektion behandelt. Also: Termin mit Annahmedatum und Kilometerstand von der Werkstatt schriftlich bestätigen lassen.

On-board-Diagnose-Systeme helfen

Inzwischen gibt es aber auch Autos, die ihre Besitzer an die Inspektion erinnern: On-board-Diagnose-Systeme berechnen aus dem Alter des Wagens, der Laufleistung und dem Fahrstil den nächsten Werkstatt-Termin und zeigen ihn im Tacho an. Für diese Fahrzeuge gilt: Möglichst pünktlich auf die Hebebühne. Grundsätzlich müssen die Firmen nur kleine Verspätungen dulden. Viele drücken aber auch bei etlichen hundert oder tausend Kilometern mehr auf dem Tacho ein Auge zu.

Doch Vorsicht! Das sind nur Richtwerte. Geht zum Beispiel die Bremsanlage nach versäumter Inspektion mit Bremsencheck kaputt, hat der Kunde das Nachsehen. Aber auch wenn der Schaden nichts mit der verpassten Durchsicht zu tun hat, wird jeder Fall einzeln geprüft. Anspruch auf Kostenübernahme hat niemand.

Keine Gnade kennen die Autobauer, wenn Öl, Kühlwasser oder Bremsflüssigkeit nicht oder nur unregelmäßig kontrolliert oder wichtige Termine wie die Kontrolle des Zahnriemens verschlafen wurden. Bei Motorschaden geht der Kunde dann leer aus. Deshalb kein Risiko beim fälligen Zahnriemenwechsel. Lieber früher machen lassen.

Rat vom Rechtsexperten

AUTO-BILD-Rechtsexperte Rolf-Peter Rocke "Der Autohersteller darf sein Garantieversprechen davon abhängig machen, ob die von ihm vorgeschriebenen Inspektionsintervalle von einem autorisierten Händler durchgeführt wurden (OLG Nürnberg, Az. 8 U 3754/96).

Dabei ist es egal, ob der am Fahrzeug entstandene Schaden durch die bei dieser Vertragswerkstatt versäumte Inspektion hätte verhindert werden können. Der Hersteller kann die Garantieleistung verweigern, wenn die im Garantieheft nach Zeit und Fahrleistung festgelegten Wartungsintervalle überschritten werden. Dabei muss er jedoch geringfügige Überschreitungen von einigen Tagen oder wenigen Kilometern nach den Grundsätzen von Treu und Glauben hinnehmen.

Weil es dafür keine festen Regeln gibt, sollte man etwa vor längeren Reisen die Inspektion vorziehen oder mit dem Händler schriftlich eine Karenzzeit vereinbaren."

Die Schmerzgrenzen der Hersteller

Folgende Autofirmen tolerieren Überschreitungen der Inspektionsintervalle, ohne dass automatisch die Garantie erlischt. Bei Schäden werden die Kosten nicht pauschal übernommen. Jeder Fall wird einzeln geprüft.

Audi (enge, flexible Grenzen); Hyundai (Benziner: +/- 2000 km / 8 Wochen, Diesel: +/- 1000 km / 6 Wochen); Jaguar (enge, flexible Grenzen); Kia (+/- 1000 km), Mazda (+/- 3000 km); Mitsubishi (+/- 1000 km/ein Monat); Peugeot (enge, flexible Grenzen); Rover (2000 km); Saab (enge, flexible Grenzen); Skoda (5000 km / 6 Monate); Subaru (500 km); Suzuki (+/- 1000 km); Toyota (2000 km).

Diese Automobilhersteller dulden keine Verspätung: Alfa Romeo, BMW, Citroën, Daewoo, Daihatsu, Chrysler, Fiat, Ford, General Motors, Honda, Lancia, Mercedes, Nissan, Porsche, Opel, Renault, Saab, Seat, smart, Volkswagen, Volvo.

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