Leistungsverluste und Kopfschäden

— 25.09.2008

Hat VW ein Diesel-Problem?

VW stellt seine Diesel auf Common-Rail-Technik um, doch die Probleme mit den Pumpe-Düse-Motoren nehmen kein Ende. AUTO BILD recherchierte die Ursachen – und stellte VW zur Rede.



Als Andreas Thiele mit seinem VW T5 auf der Autobahn fährt, passiert Unglaubliches: Der 174-PS-Bus gibt plötzlich von allein Vollgas und, so berichtet Thiele, "geht ab wie eine Rakete". Im Rückspiegel sind schwarze Rußschwaden zu sehen. Nach ein paar Sekunden ist der Spuk vorbei. Diagnose in der Werkstatt: Motorschaden bei 79.000 Kilometern, Reparaturkosten rund 5900 Euro. Ein Einzelschicksal, könnte man denken – wenn Thiele mit seinem Fall wirklich allein wäre. Doch die frustrierten Berichte von VW-Fahrern lassen einen Verdacht aufkommen: Hat Volkswagen etwa ein Diesel-Problem?

Bei Thiele ergibt die Ursachenforschung, dass sich die stählernen Pumpe-Düse-Elemente in den Alu-Zylinderkopf eingearbeitet haben und so undicht wurden. Das führte zu einer Verdünnung des Motoröls durch Diesel. Elf Liter Öl waren im Motor, normal sind siebeneinhalb. So dünnes Motoröl konnte den Turbo nicht mehr ausreichend schmieren. Die Folgen für den Besitzer: Turbo und Zylinderkopf müssen erneuert werden. Thiele schimpft: "VW hat mir nach langem Hin und Her eine Kulanz von knapp 1100 Euro gewährt, 4800 Euro muss ich selbst bezahlen." AUTO BILD-Recherchen ergaben: Das Schadensbild tritt bei etlichen Pumpe-Düse-Dieseln des VW-Konzerns auf, vom Dreizylinder bis hin zum Fünfzylinder. Gemeinsamkeit: Die Pumpe-Düse-Elemente sind mit nur einer seitlichen Schraube im Zylinderkopf fixiert und können dort Spiel entwickeln. Einzige Abhilfe: der teure Tausch des Zylinderkopfes.

Das sagt VW zu den Problemen mit den Pumpe-Düse-Elementen

Zylinderkopfschäden durch eingelaufene (also nicht mehr genau passende) Pumpe-Düse-Elemente seien dem VW-Konzern nur in Einzelfällen bekannt, so Sprecher Christian Buhlmann gegenüber AUTO BILD. Daher würde die Kundenbetreuung für diese Fälle individuelle Lösungen finden, abhängig von Fahrzeugalter und Laufleistung. Ursache für das Schadensbild sei zudem häufig sogenanntes Chiptuning. In diesem Fall schließe Volkswagen Kulanz bei Motorschäden kategorisch aus.

AUTO BILD liegen weitere TDI-Probleme vor: Anfahrschwäche nach Software-Update beim Audi A3, verkokte Pumpe-Düse-Elemente im Passat. Mehr zu diesen Fällen und wie VW darauf reagiert, lesen Sie ab sofort in AUTO BILD 39/2008.



Diesen Beitrag empfehlen

Artikel bewerten

Bewerte diesen Artikel

Fremde Bewertungen

Anzeige

Versicherungsvergleich

Zur Motorradversicherung

Neuwagen

NEUWAGEN zu Top-
Konditionen, mit voller
Herstellergarantie
und zu attraktiven
Zinsen finanziert.

Hier klicken zu den Top-Angeboten

Gebrauchtwagen

Günstige Gebrauchtwagen-Angebote

Finden Sie Ihren Gebrauchtwagen.

Gebrauchtwagen-Angebote
Anzeige