Oliver Kollei, Peter Lüdke und Ralf Otte, Taxifahrer aus Wedel bei Hamburg

Mercedes 220 CDI und 250 CDI

— 18.01.2012

Weiter Ärger mit dem Wunderdiesel

Mercedes wird von einem altbekannten Problem eingeholt. Der als "Wundermotor" gefeierte Diesel OM651 macht wieder Ärger, diesmal nicht nur an den Injektoren. Immerhin: Daimler zeigt sich kulant.

Der Dieselmotor OM651 bereitet Mercedes-Benz weiter Sorgen. Neben den Injektoren bei 220 CDI und 250 CDI versagen jetzt auch Wasserpumpen und Steuerketten ihren Dienst. Kurz nach Einführung des preisgekrönten "Wunderdiesels" Mitte 2009 fielen zunächst in Taxis, dann auch in Tausenden privaten 220 CDI und 250 CDI die Piezo-Injektoren aus, zumeist Autos der Volumenbaureihen C- und E-Klasse. Mercedes reagierte und grenzte unterschiedliche Fehlerquellen ein. Nach diversen Modifikationen kehrte Ruhe ein – vorübergehend.

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Neben den Injektoren (r.) verabschieden sich beim OM651 zunehmend auch Steuerketten (o. l.) und Wasserpumpen (l.)

Seit Herbst 2011 sind es wieder Taxifahrer, die als Erste über neuerliche Schäden berichten. Beim E 220 CDI von Taxiunternehmer Ralf Otte (61) aus Wedel bei Hamburg hielt der siebte Injektorensatz immerhin 85.356 Kilometer, bevor er im November bei Kilometerstand 217.271 ausfiel. Auch bei den E-Klassen seiner Kollegen Oliver Kollei (42) und Peter Lüdke (58) wurden mindestens fünfmal die Injektoren getauscht. Zudem mussten Wasserpumpe und Steuerkette bereits erneuert werden, beides Bauteile, die normalerweise ein Autoleben lang halten. Dazu kommen eingerissene MB-Tex-Sitzbezüge und immer wieder defekte Sitzheizungen.

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AUTO BILD-Gebrauchtwagen-Experte Lars Busemann warnt: "Die gleichen Fehler werden wohl später auch bei Privatwagen auftreten, denn Taxis führen ein Autoleben im Zeitraffer." Privatautos sind bei Laufleistungen über 200.000 km aber meist aus der Garantie heraus, und Reparaturen werden teuer – wenn es keine Kulanz gibt. Daimler bestätigte gegenüber AUTO BILD, dass die aktuellen Injektoren-Ausfälle durch Kontaktprobleme am Stecker hervorgerufen würden.

Ursache dafür sei "unter Umständen der wiederholte Wechsel der Injektoren". Der Leitungssatz der Injektoren werde im Rahmen der Inspektionen kostenlos gegen ein optimiertes Teil getauscht. Von undichten Wasserpumpen betroffen sind laut Mercedes nur Autos des Produktionszeitraums März bis Juli 2009. Die Werkstatt ersetzt solche Pumpen kostenlos gegen eine neuere Version. Beim schwächelnden Steuerkettenspanner – verantwortlich für die defekten Steuerketten – habe man "den Kulanzzeitraum vorsorglich erweitert", um auch zukünftig auftretende Fälle zu erfassen. Auch hier baue Daimler im Falle einer Reparatur ein verbessertes Bauteil ein.

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