Motoröl: AUTO BILD gibt Tipps
— 27.12.2011
Was bedeuten die Öl-Codes?
5W-40, ACEA, VW 505.00 – immer dieser Abkürzungs-Wirrwarr, da blickt doch keiner durch! Oder wissen Sie auf Anhieb, wo die Unterschiede beim Motoröl liegen? Hier erklären wir es.
Herzlich willkommen im Abkürzungs-Dschungel! Wer schon einmal im Autozubehörhandel vor dem Motorölregal gestanden hat, der kennt das Gefühl der Hilflosigkeit. Hilfe, diese Abkürzungen auf den Kanistern erschlagen mich ja förmlich! ACEA, A3-98, VW 505.00, 5W-40 – was heißt das denn? Welches Öl braucht mein Motor? Keine Angst. Hier erklären wir die Abkürzungen und beantworten Fragen rund ums Motoröl.
Was muss das Motoröl eigentlich leisten? In erster Linie soll es die beweglichen Teile im Motor schmieren, die Reibung vermindern. Außerdem nimmt das Motoröl mechanischen Abrieb und Verbrennungsrückstände auf, hat dadurch eine Art reinigende Wirkung.
Immer nur nachfüllen reicht nicht – das Motoröl muss auch in regelmäßigen Abständen komplett ausgetauscht werden.
Es schützt vor Rost, dient zur Kühlung der Motorteile, die besonders heiß werden, und gewährleistet die Dichtigkeit.
Was muss ich bei der Wahl des passenden Motoröls beachten? Wichtig ist, auf die Freigaben der Motoröle durch den Hersteller zu achten. Die möglichen Codes wie etwa VW 505.00 oder Mercedes-Benz 229.1 stehen auf der Verpackung. Finden sich keine Herstellerfreigaben, müssen Sie auf die ACEA- oder API-Spezifikationen achten. Entsprechende Angaben zum richtigen Öl finden Sie in der Betriebsanleitung zum Auto. Wie oft muss ich den Ölstand kontrollieren? AUTO BILD empfiehlt, den Ölstand spätestens nach jedem dritten Tankstopp zu überprüfen. Nur so können Sie erkennen, wann Öl in welcher Menge nachgefüllt werden muss. Denn wenn die Ölkontrollleuchte erst mal blinkt, ist es häufig schon zu spät.
Reserve im Kofferraum
Wichtig: Bewahren Sie eine Ölreserve im Kofferraum auf, so müssen Sie im Notfall nicht das teure Öl an der Tankstelle kaufen.
Brauchen Dieselmotoren mit Partikelfilter besonderes Öl? Ja, damit die Verbrennungsrückstände aus dem Motor nicht den Filter zusetzen. Hier kommen sogenannte Low-Ash-Motoröle zum Einsatz. Das sind Öle, die fast aschefrei verbrennen. Auch hier gilt: Reserve mitführen, diese Spezial-Öle gibt's nicht überall. Können Motoröle auch beim Spritsparen helfen? Ja, denn Leichtlauföle senken die Reibung im Motor, dadurch braucht er weniger Sprit. Bis zu sechs Prozent Ersparnis im Kurzstreckenbetrieb sind möglich.
Wie unterscheiden sich Mineral- und Synthetiköle? In Qualität und Preis – Synthetiköle sind in jeder Hinsicht Premium, denn das Verfahren zur Herstellung ist wesentlich aufwendiger.
Die Angabe 5W-40 auf der Dose kennzeichnet die SAE-Klasse ("Society of Automotive Engineers"). Sie beschreibt die Viskosität. Viskosi-was? Das ist das Maß für die Fließeigenschaften des Öls. Die vor dem Buchstaben "W" (für Winter) gekennzeichnete Zahl ...
... beschreibt die Fließeigenschaften bei Kälte. Je kleiner die Zahl, desto schneller und besser fließt das Öl bei Kälte an die wichtigen Schmierstellen im Motor. Die Zahl ohne "W" beschreibt das Fließverhalten bei einer Temperatur von 100 Grad.
15W-40 • Motoröl mit der Viskosität 15W-40 ist die heute übliche Standardqualität. In der Regel für viele ältere Motoren geeignet. Im Winter einsetzbar bis zu minus 20 Grad.
10W-40 • Diese Öle bieten einen kostengünstigen Einstieg in die Leichtlaufklasse. Sie sind ohne Probleme bis zu einem Maximalwert von minus 25 Grad im Winter einsetzbar.
5W-40 • Teil- oder vollsynthetisch hergestellt, bietet dieses Öl verbesserte Kaltstarteigenschaften im Winter bis zu minus 30 Grad. Außerden kann es beim Spritsparen helfen.
0W-40 • Vollsynthetisches Motoröl mit niedrigstmöglicher Viskosität bei Kälte – bis zu minus 35 Grad – und optimaler Schmierfähigkeit im oberen Temperaturbereich.
5W-30 • Hochleistungs-Leichtlauföl für Motoren mit langen Ölwechselintervallen. Im Winter nicht zu dick-, im Sommer nicht zu dünnflüssig. Auch für Diesel mit Partikelfilter erhältlich.
So entstehen Öle, deren Schmierfilme bei höchster Belastung nicht reißen, die für bessere Kühlung sorgen und längere Ölwechselintervalle ermöglichen.
Dürfen verschiedene Ölsorten gemischt werden? Ja, sofern die Sorten den Vorgaben entsprechen. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob mineralisch oder synthetisch. Das Zumischen höherwertiger Sorten ist unbedenklich.
Ist die Lagerfähigkeit von Motoröl begrenzt? Im geschlossenen Gebinde kann ein Motoröl drei bis fünf Jahre gelagert werden. Ist das Öl zu alt, verlieren die Additive an Wirkung. Eine offene Öldose sollte nach spätestens einem Jahr entsorgt werden – aber umweltgerecht.
Mehr zu Kürzel-ABC und Ölwechsel lesen Sie in der Bildergalerie.
Autor:
Bendix Krohn
Fazit
Wer gut schmiert, der gut fährt. Kennen Sie diese Weisheit? Sie stimmt heute wie gestern. Dabei kommt es nicht nur darauf an, dass Sie das richtige Motoröl wählen oder die Ölwechselintervalle nach Herstellervorgaben einhalten. Wichtig ist die reglmäßige Kontrolle des Ölstandes. Zu wenig oder zu viel Öl – beides kann zum Motortod führen und hohe Kosten verursachen. Also bitte regelmäßig prüfen!
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