Opel Mokka mit Killer-Kältemittel
Keine Entwarnung nach Opel-Crashtest

Was ist ein einzelner Mokka-Crashtest wert bei der Analyse des umstrittenen Kältemittels R1234yf? Während Opel Entwarnung signalisiert, sprechen viele Fakten und Expertenmeinungen weiter gegen eine Ungefährlichkeit.
- Frank Rosin
Opel hat einen Mokka mit dem neuen Klimaanlagen-Kältemittel R1234yf gecrasht. Dabei kam es nicht zum Brand. Für den Hersteller bestätigt der Versuch die "Sicherheit von R1234yf in Opel-Fahrzeugen". Fachleute kritisieren den Test. So wurde nicht einmal untersucht, ob das hochgiftige und ätzende Abbauprodukt Fluorwasserstoff entstanden ist.
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Video: Opel Kältemitteltest
Brandgefahr?
Diese Hersteller setzen auf CO2 als Kältemittel
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Mercedes
BMW
VW
Audi
Skoda
Seat
Porsche
Toyota
Diese Hersteller bleiben bei R1234yf
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GM (z.B. Opel)
Ford
Fiat
Hyundai
Kia
Mazda
Subaru
Renault
Peugeot
Mehr Infos: Opel crasht R1234yf-Mokka
Dem widerspricht Fluorchemiker Prof. Andreas Kornath (Uni München): "Der in großen Mengen ausgetretene Wasserdampf wirkte wie eine Löschanlage. Auch eine Thermolyse, die Zersetzung von R1234yf unter Hitzeeinwirkung, dürfte so kaum stattgefunden haben." Wie sich die Temperatur im Motorraum nach dem Crash entwickelte, konnte Opel nicht mehr feststellen – das Datenkabel war beim Aufprall abgerissen. Worst Case wäre also eher ein Unfall, bei dem der Kühlwasserkreislauf des Autos intakt bleibt, aber trotzdem Kältemittel austritt. Ein Fall, wie er laut Opel auch bei den Vorversuchen auftrat. In der Realität wäre das ein Aufprall mit geringem Tempo oder ein Abriss der Kältemittelleitung durch Materialermüdung.
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Leichte Entzündlichkeit und Entstehung von Fluorwasserstoff: Auch Wolfgang Plehn vom Umweltbundesamt warnt vor den R1234yf-Gefahren.
Bild: Privat
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Video: Killer-Kältemittel
R1234yf setzt B-Klasse in Brand
Fazit
Ein Auto, das trotz Killer-Kältemittels beim Crashversuch nicht in Flammen aufgeht. Ein (!) Auto – mehr nicht. Dass es nicht jedes Mal zum Brand kommen muss, haben die Versuche von Daimler doch vor einem halben Jahr längst gezeigt. Dort entzündete sich R1234yf in 14 von 20 betrachteten Fällen, immerhin sechsmal brannte es nicht. Je nach Versuchsanordnung. Warum testet Opel nicht nach Daimlers "Real-Life"-Methode, die auch die deutschen Behörden als realistisch einschätzen? Stattdessen ein einzelner Crash mit lückenhaften Messungen und als "unabhängiger" Partner ausgerechnet der TÜV Rheinland. Der hat sich in Sachen R1234yf schon einmal vor den Karren der Industrie spannen lassen. Angesichts dieser Ungereimtheiten und Opels fataler Abhängigkeit vom US-amerikanischen Mutterkonzern GM – einem erklärten R1234yf-Befürworter – bleibt von dem medienwirksam inszenierten Crashversuch kaum mehr als heiße Luft.
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