Rallye 2009

— 02.07.2009

Ausfall, Gänsehaut, Rekord: Die Deutschen in Polen

Für Hermann Gassner lief es in Polen am Ende nicht mehr so rund
Mit Hermann Gassner jun., Mark Wallenwein und Patrick Anglade waren in Polen drei Deutsche am Start: Beeindrucken konnten alle drei
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Die deutschen Farben wurden bei der Rallye Polen wieder durch drei Piloten vertreten. Hermann Gassner jun. startete in der seriennahen Gruppe N, Mark Wallenwein in der Klasse A7 und Patrick Anglade in der Fiesta Sporting Trophy. Alle drei konnten einmal mehr mit ihren Leistungen beeindrucken, auch wenn der achte WM-Lauf der Saison nicht für alle ein glückliches Ende nahm.

Pechvogel der Rallye war aus deutscher Sicht Gassner jun. Mit seiner Co-Pilotin Kathi Wüstenhagen lag er in Polen auf Podiumskurs in der Gruppe N. Der Bayer konnte sich auf Rang zwei behaupten, obwohl ihn ein Turboaussetzer viel Zeit kostete. In der achten Wertungsprüfung am Samstag war für Gassner und Wüstenhagen die Rallye jedoch beendet. Durch einen Differentialschaden fing ihr Mitsubishi Feuer.

"Gerade lief es so gut. Ich war richtig in Fahrt. Ich bin wirklich sehr traurig", wurde Gassner von 'racing1.de' zitiert. Doch nach der ersten Enttäuschung fiel sein Fazit doch noch positiv aus: In den tiefen Spurrillen Polens habe er sein Fahrkönnen "entscheidend verbessern" können.

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Wallenwein fuhr mit seinem Renault Clio auf Gesamtrang 19 - ein gutes Ergebnis für den jungen Stuttgarter. Wallenwein war mit der nötigen Vorsicht in den ersten Tag auf den ultraschnellen Schotterpisten gegangen. Zischenzeitlich lag er sogar auf Rang fünf der J-WRC-Wertung, dann aber warf ihn am Samstagabend ein technischer Defekt zurück. Am Sonntag startete er eine Aufholjagd und schloss wieder nach vorn auf.

Besonders beeindruckt war Wallenwein vom Enthusiasmus der polnischen Fans. Bei der ausverkauften Zuschauerprüfung am Sonntag bekam er sogar eine richtige Gänsehaut: "Es herrschte eine unglaubliche Stimmung auf den Zuschauerrängen. Das war ein tolles Gefühl und ein gelungener Abschluss für eine hervorragende Veranstaltung."

Der dritte Deutsche im Bunde sorgte für einen Rekord. Patrick Anglade holte in der Fiesta Sporting Trophy seinen zweiten Sieg in Folge und belegte in der Gesamtwertung Rang 24. Das war die beste Gesamtplatzierung, die ein FSTi-Pilot jemals holen konnte. Mit dem Sieg bauten Anglade und sein Co-Pilot Björn Röhm ihren Vorsprung in der Gesamtwertung weiter aus.

Zunächst sah es allerdings nicht so aus, als ob Anglade wieder siegen könnte. Denn am ersten Tag musste er mit massiven Motorsproblemen kämpfen. Nach den Sprügen in SS2 und SS5 setzte sein Motor regelmäßig aus, was ihn rund 40 Sekunden kostete. Am Samstagmorgen verlor der 21-Jährige weitere Zeit hinter dem defekten Auto eines Mitbewerbers, ein Reifenschaden in SS12 warf ihn noch weiter zurück. Doch Anglage kämpfte sich zurück und obwohl er in der vorletzten Prüfung noch von der Piste abkam, konnte er den Sieg holen.

"Es ist ein sehr schönes Gefühl, die Rallye Polen gewonnen zu haben und ich freue mich, dass ich mit der besten Platzierung im WRC-Klassement einen neuen FTSi-Rekord aufgestellt habe", erklärte Anglade. "Mein Fehler in SS17 hätte meine Rallye zwar vorzeitig beenden können, aber ansonsten war alles perfekt. Jetzt freue ich mich schon auf die Rallye Finnland. Dort werde ich als Meisterschaftführender mein Duell gegen Craig Breen fortsetzen."

Fotoquelle: xpb.cc
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