Mikko Hirvonen wird künftig gegen die Ford-Mannschaft von M-Sport antreten

Rallye 2012

— 02.01.2012

Hirvonen überrascht von der Citroen-Arbeitsweise

Mit dem Abschied von Ford geht für Mikko Hirvonen eine Ära zu Ende - Bei Testfahrten hat sich der Finne einen ersten Eindruck von Citroen verschafft

Die Werksteams sind in der neuen Saison anders aufgestellt. Mikko Hirvonen kämpfte beim Saisonfinale 2011 in Wales noch in einem Ford Fiesta RS WRC gegen Citroen-Speerspitze Sebastien Loeb um den Weltmeistertitel. In Monte Carlo Mitte Januar sind die beiden Rallye-Asse Teamkollegen bei Citroen. Den Platz bei Ford nimmt Petter Solberg an der Seite von Jari-Matti Latvala ein.

Hirvonen hat im Dezember bereits Testfahrten im für ihn neuen DS3 absolviert. Zu Weihnachten verabschiedete sich der Finne von M-Sport. Eine achtjährige Zusammenarbeit ist zu Ende gegangen. Bei den Tests hat Hirvonen den ersten Eindruck von seinem neuen Arbeitsgerät erhalten, auch wenn einige Details etwas seltsam waren. "Wessen Beine sind das? Sie sind rot! Nach all den Jahren, in denen ich in blau-weißen Overalls im Auto gesessen bin, fühlte sich der erste Test komisch an", schreibt Hirvonen in seinem Blog bei 'Autosport'. "So bin ich dort für meinen ersten Citroen-Test gesessen. Ich war aufgeregt."

Der DS3 hat in der vergangenen Saison zehn von 13 Rallyes gewonnen. Hirvonen dufte 2011 im Ford über zwei Siege jubeln. Auch wenn Ford gegen Citroen verloren hat, lagen die Prüfungszeiten oft dicht beisammen. Die beiden Boliden unterscheiden sich nur in Details. "Ich habe das Auto auf Schotter und Asphalt getestet. Ich habe bei beiden Tests viele Kilometer abgespult. Ich habe noch keine Änderungen an der Abstimmung vorgenommen, sondern wollte soviel wie möglich fahren und das Auto spüren."

"Ich hatte nicht erwartet, dass das Auto ganz anders sein würde. Die Autos sind sich sehr ähnlich. Es ist aber interessant zu sehen, wie unterschiedlich die Autos arbeiten", meint Hirvonen, will aber keine Details verraten. "Citroen und Ford haben eine komplett andere Meinung darüber, wie man ein Rallye-Auto baut. Es wird eine Zeit brauchen, bis ich mich daran gewöhnt habe." Bei Citroen ist alles auf die Performance ausgelegt. In der Firmenzentrale in Versailles wird großer Aufwand betrieben, um das bestmögliche Rallye-Auto zu bauen.

Es werden keine Kompromisse eingegangen. Die Herangehensweise erinnert an jene der Spitzenteams aus der Formel 1. Bei Ford ist das anders. Die Autos werden von M-Sport aufgebaut. Außerdem müssen zahlreiche Kunden versorgt worden. Es herrscht ein blühendes Geschäft. Alle Rallye-Autos, vom Werksteam, über die S-2000-Versionen bis zu den Academy-Autos, werden von M-Sport aufgebaut. Beim Finale in Großbritannien waren acht Fiesta RS WRC in den Top 9 zu finden - ein neuer Rekord.

Hirvonen & Loeb kommen gut miteinander aus

Bei Citroen ist dagegen alles auf den Erfolg von Loeb gepolt. Die Kunden wie Solberg und Räikkönen wurden von den Franzosen oft stiefmütterlich behandelt. Diese totale Fokussierung auf den Sieg hat Hirvonen bei den Tests bemerkt. "Es war für mich eine schöne Überraschung wie ich bislang ins Auto gepasst habe, und wie das Team mit mir gearbeitet hat. Die größte Überraschung war für mich die Arbeitsweise des Teams. Sie arbeiten auf einem sehr hohen Level und haben große Erwartungen."

In der abgelaufenen Saison musste Sebastien Ogier erleben, dass Loeb bei Citroen die klare Nummer eins ist. Das wird sich auch in Zukunft nicht ändern. Die spannende Frage lautet, wie die beiden ehemaligen WM-Konkurrenten im gleichen Team miteinander auskommen werden. "Während den Verhandlungen habe ich nicht mit Sebastien gesprochen. Als alles aussortiert war, hat er mich sehr herzlich willkommen geheißen", sagt Hirvonen.

"Ich habe ihn kurz bei einem Test gesehen. Wir kommen gut miteinander aus. Er hat mir versucht das Auto zu erklären. Bisher hat er mir schon viel geholfen", sagt der Vizeweltmeister über die Zusammenarbeit in den ersten Wochen.

In Monte Carlo wird Hirvonen gegen seine langjährigen Weggefährten bei Ford antreten. Aus Freunden sind Gegner geworden. "Es wird ohne Zweifel merkwürdig sein, gegen Ford das erste Mal anzutreten", blickt der 31-Jährige voraus. 2006 und 2007 hat Hirvonen maßgeblich zum Gewinn der Herstellerwertung für Ford beigetragen. "Die schönsten Erinnerungen sind für mich aber die Menschen. Ich habe dort so viele Freunde. Wir hatten immer eine gute Zeit zusammen."

Fotoquelle: PHOTO4 xpb.cc

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