Sebastien Ogier hat im Volkswagen-Team in den kommenden Jahren viel vor

Rallye 2012

— 08.02.2012

Ogier: "Die Zukunft sieht sehr gut aus"

Sebastien Ogier will zeigen, dass er ein Auto von Grund auf entwickeln kann - Das Volkswagen-Team hält große Stücke auf den Franzosen

Die Rallye-Weltmeisterschaft wird seit nunmehr acht Jahren von Sebastien Loeb dominiert. Doch im Vorjahr kam der Weltmeister stark unter Druck. Sein damaliger Citroen-Teamkollege Sebastien Ogier gewann wie Loeb fünf Rallyes, beendete die Asphalt-Vorherrschaft des Ausnahmekönners und gewann auch die wichtige Frankreich Rallye. Da die Konzernspitze auf die Karte Loeb setzte, musste Ogier die Rolle der Nummer zwei annehmen. Der jüngere der beiden Franzosen war über mehrere Jahre von Citroen als kommender Mann aufgebaut worden.

Da sich Ogier nicht mit der Rolle der Nummer zwei zufrieden geben wird, wechselte er die Fronten und ging zu Volkswagen. Zunächst bedeutete das ein Schritt zurück, denn er wird in diesem Jahr mit einem S2000 der Konzerntochter Skoda an allen WRC-Läufen teilnehmen. Unter normalen Bedingungen hat er keine Chance gegen die Tubro-Fahrzeuge von Citroen, Ford und MINI, doch bei bestimmten Verhältnissen kann man Highlights setzten, wie die Rallye Monte Carlo bewiesen hat. Reihenweise fuhr Ogier bei schwierigen, vereisten Bedingungen Topzeiten und nutzte die Gunst der Stunde.

In den Geschichtsbüchern bleibt allerdings ein Ausfall stehen. Der heftigste seiner Karriere, wie Ogier den Crash bezeichnete. "Es ist ein Übergangsjahr. Ich muss nach vorne schauen. Natürlich wird es frustrierend sein, nicht um Siege und den WM-Titel zu kämpfen, aber ich muss nach vorne schauen. Die Zukunft mit diesem Team sieht gut aus", wird Ogier von 'Autosport' zitiert.

Neben seinen Einsätzen im Skoda Fabia wird er sich um die Entwicklung des Polo R WRC kümmern, mit dem VW in der Saison 2013 in die Rallye-WM einsteigen wird. Die Wolfsburger sind sich spätestens nach den starken Zeiten bei der "Monte" sicher, den richtigen Fahrer verpflichtet zu haben. Von allen Seiten wurde Ogier gelobt. Ex-Weltmeister und Dakar-Sieger Carlos Sainz ist gegen einige der besten Rallye-Fahrer der Geschichte angetreten und ist ebenfalls von Ogier überzeugt.

Sainz von Ogier überzeugt

"Als ich hörte, dass Sebastiens Zukunft bei Citroen nicht sicher war, sagte ich zu Kris (Nissen, VW-Motorsportchef; Anm. d. Red.), dass er unsere Hauptpriorität sein muss. Wir mussten alles nötige unternehmen, um ihn in unser Team zu holen", sagt Sainz, der Berater von Volkswagen ist und ebenfalls in die Entwicklung des Polo eingebunden ist. Speziell vom Talent ist der Spanier beeindruckt.

"Fahrer müssen Nachrichten aussenden. Es muss nicht immer sein, aber hier und da müssen sie ein Zeichen setzen, die SMS, wenn man so will. Das kann eine schnellste Prüfungszeit sein, oder ein Sieg oder etwas anderes. Sebastien hat die Nachricht gesendet: 'Ich bin hier und verdiene es, an der Spitze zu sein.' Und jetzt ist er bei uns."

Anstatt den Citroen-Weg fortzusetzen, hat Ogier in seiner Karriere eine neue Richtung eingeschlagen. Er ist die Nummer eins bei Volkswagen und hat den Konzern hinter sich. "Es ist schön, dass ich den Leuten zeigen kann, dass ich von Null weg starten und ein neues Auto entwickeln kann. Das ist die Antwort, die ich all jenen geben kann, die meinten, dass ich bei Citroen das entwickelte Auto von Loeb gefahren bin", vergleicht er die Situation."

"Jetzt muss ich es beweisen und bin zuversichtlich. Ich habe viel mit dem DS3 getestet und war der Fahrer, der die meisten Testkilometer mit dem Auto gefahren ist. Aber jetzt ist es an der Zeit, meinen eigenen Weg zu gehen." Ogier hat den neuen Polo schon getestet. Diese Arbeit wird sich in den kommenden Monaten fortsetzen. Die Latte der etablierten Teams liegt hoch. Volkswagen und Ogier werden nichts unversucht lassen, denn der WM-Titel ist das klare Ziel.

Nun muss der Franzose seine Entwicklerqualitäten beweisen. Technikdirektor Francois-Xavier Demaison ist mit der Arbeit bislang zufrieden: "Es ist eine große Hilfe, ihn im Auto zu haben. Er ist vor kurzem eines der besten WRC-Autos gefahren. Das hilft uns dabei, die richtige Richtung zu finden und was wir mit unserem Auto machen müssen", sagt er gegenüber 'Autosport'. "Außerdem ist er schnell."

"Er ist ein guter Kerl. Das vergangene Jahr hat ihm nicht geschadet. Er hat ein gutes Gemüt. Das wird er auch brauchen, denn es kann für ihn ein langes Jahr werden, wenn er ständig Loeb gewinnen sieht."

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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