Vorjahressieger Mikko Hirvonen ist auch mit dem Citroen schnell unterwegs

Rallye 2012

— 10.02.2012

SS4-5: Hirvonen schnappt sich die Spitze

Mikko Hirvonen (Citroen) hat sich mit zwei Bestzeiten an die Spitze der Rallye Schweden gesetzt - Ford-Pilot Jari-Matti Latvala lauert nur wenige Sekunden dahinter

Am Vormittag der ersten Etappe entwickelte sich ein Zweikampf zwischen Citroen und Ford. Während zunächst die Ford-Piloten das Tempo bei der Rallye Schweden vorgegeben hatten, übernahm Citroen auf der vierten und fünften Sonderprüfung das Kommando. Speziell Vorjahressieger Mikko Hirvonen stellte unter Beweis, dass er auch mit dem Citroen DS3 WRC auf Schnee und Eis bestens zurechtkommt. Der Finne fuhr zwei Bestzeiten und übernahm die Führung in der Gesamtwertung. Jari-Matti Latvala (Ford) hat als Zweiter lediglich 2,9 Sekunden Rückstand. Weiterhin stark präsentierte sich Mads Östberg (Ford), der als Dritter in die Mittagspause ging. Weltmeister Sebastien Loeb erhöhte ebenfalls das Tempo, liegt aufgrund seiner Zeitstrafe aber "nur" auf dem vierten Rang. Petter Solberg (Ford) verlor durch einen Dreher etwas Zeit.

Die vierte Sonderprüfung war lediglich 7,1 Kilometer lang und war eigens für die Zuschauer kreiert worden. Die Straßen waren vereist, denn die Organisatoren hatten sie vor dem Start bewässert. Man konnte sich die Reifen und speziell die Spikes auf der kurzen Strecke beschädigen, was sich auf die längere fünfte Sonderprüfung auswirken konnte. Nachdem Ford in der Früh das Tempo vorgegeben hatte, schlug nun Citroen zurück. Drei Fahrer der französischen Marke fuhren die drei besten Zeiten.

Schnellster war Vorjahressieger Hirvonen. "Man muss hart pushen, wenn man gegen die Ford-Jungs kämpfen will", sagt der Finne. In der Gesamtwertung übernahm er den zweiten Platz und schob sich bis auf sechs Zehntelsekunden an Latvala, der lediglich Fünftschnellster war, heran. "Es ist noch ein langer Weg, aber man muss im Kampf bleiben. Wir sind dabei, also ist es gut." Der Citroen-Neuzugang nahm seinem Teamkollegen Loeb 1,9 Sekunden ab.

Der Franzose setzte seine Aufholjagd nach der Zeitstrafe in der Früh fort. "Es war sehr schwierig", gibt der Ausnahmekönner zu. "Aber diesmal war es nicht zu schlecht. Es war sehr schwierig, hier Zeit herauszuholen. Man muss sehr hart pushen." Ein Ausrufezeichen setzte Citroen-Junior Thierry Neuville mit der drittschnellsten Zeit. In der Gesamtwertung rangierte der Belgier aber nur auf Rang 19, zwei Minuten hinter der Spitze.

Erster Verfolger des Citroen-Trios war Dani Sordo im MINI. "Diese Prüfung war sehr langsam und eng. Das Auto läuft gut. Wir haben vor dieser Rallye lediglich einen Tag getestet. Man weiß nie, ob es das Auto ist, oder ob du es bist. Aber ich gebe mein Bestes." Gesamt lag der Spanier 18,7 Sekunden hinter Latvala auf dem sechsten Rang.

Der Finne büßte zwar Zeit ein, behauptete aber knapp die Spitze. "Man musste in dieser Prüfung sehr präzise fahren. Man hatte das Gefühl, dass man pushen konnte, aber auf der anderen Seite ging das nicht. Man musste mental sehr balanciert sein", so Latvala. "Die nächste Prüfung wird schöner. Es war okay, aber man musste sehr genau sein." Noch schwieriger lief es für seinen Ford-Teamkollegen Solberg.

Der Norweger drehte sich und büßte elf Sekunden ein. "Wir müssen uns beruhigen und dürfen nicht daran denken." In der Gesamtwertung wurde es nach der vierten Sonderprüfung spannend. Latvala führte vor Hirvonen (+0,6 Sekunden). Östberg war Dritter (+9,0), gefolgt von Loeb (+10,8). Solberg war durch den Dreher auf den fünften Platz (+12,0) zurückgefallen.

SS5: Hirvonen erneut Schnellster

Der Angriff von Citroen ging auch auf der fünften Sonderprüfung weiter. Hirvonen absolvierte die 20,97 Kilometer lange Strecke als Schnellster. Der Finne war um 3,5 Sekunden schneller als Latvala und übernahm auch die Spitze in der Gesamtwertung. "Ich beginne ein Gefühl für das Auto zu bekommen", berichtet Hirvonen und bestätigt, dass er mit dem DS3 WRC immer besser zurechtkommt. "Ich habe diese Prüfung genossen."

Latvala setzte lediglich die fünftschnellste Zeit und musste seine Führung abgeben. "Ich hatte einige Probleme. Mir rutschte das Heck des Autos weg. Ich glaube, es liegt an meinem Fahrstil und nicht am Auto. Ich muss die Balance wiederfinden. Ich habe nicht zu viele Spikes verloren und die Reifen haben recht gut gearbeitet."

Östberg meldete sich mit der zweitbesten Zeit zurück. Auch in der Gesamtwertung spielt der Norweger als Dritter weiterhin eine Rolle. "Es war eine gute Prüfung. Wir versuchten zurückzukämpfen. Hirvonen fährt sehr gut. Es ist nicht leicht, mit seinem Tempo mitzuhalten", meint der Ford-Pilot. "Ich hätte mehr pushen können, aber ich wollte nicht ausscheiden. Ich werde es am Nachmittag ruhig angehen."

Weltmeister Loeb reihte sich als Dritter ein. Er war um 2,5 Sekunden langsamer als sein neuer Teamkollege. Gesamt liegt der Franzose weiterhin auf Platz vier. 12,7 Sekunden fehlen auf Hirvonen. Ohne der Zeitstrafe von zehn Sekunden wäre Loeb bereits ganz vorne dabei. "Ich bin nicht überrascht, dass Mikko schneller war, aber ich bin zufrieden, wie ich gefahren bin", so der Weltmeister.

"Ich bin eine gute Prüfung gefahren. Ich habe die Strafe bekommen, weil ich zu langsam war, als ich zwei Ersatzreifen montierte", spricht er das Missgeschick von in der Früh an. Nach dem Dreher in SS4 lief es nun für Solberg wieder nach Plan. Er verlor 3,2 Sekunden auf Hirvonen. "Es war eine knifflige Prüfung. In manchen Passagen gab es verschiedene Linien. Ich glaube, ich verliere Zeit auf die nachfolgenden Fahrer", spricht der Norweger die Startpositionen an. Je weiter hinten man startete, desto besser waren die Streckenverhältnisse.

Sordo startete im vorderen Feld und zählte zu jenen Piloten, die die Strecke säubern mussten. Dennoch verlor der Spanier lediglich 3,7 Sekunden auf Hirvonen. "Mit dem Auto bin ich sehr zufrieden. Mir gefällt das neue System, mit dem man sich die Startreihenfolge aussuchen kann. Wenn man im Qualifying einen Fehler begeht, muss man als Erster starten. Mir gefällt das." Auch in der Gesamtwertung ist der MINI-Pilot als Sechster weiterhin gut dabei. Auf Hirvonen fehlen 21,8 Sekunden.

Der Russe Jewgeni Nowikow (Ford) hat nach fünf Sonderprüfungen einen Rückstand von einer halben Minuten und ist Siebter.Dahinter ist die Lücke bereits groß geworden. Patrik Sandell (MINI) liegt schon über eine Minute zurück. Henning Solberg (Ford) und Eyvind Brynildsen (Ford) komplettierten die Top 10. Sebastien Ogier spielt im Skoda Fabia S2000 keine Rolle. Der Franzose hat als 13. bereits knapp zwei Minuten Rückstand.

Am Nachmittag stehen vier weitere Prüfungen auf dem Programm, bevor der Tag am Abend mit der Super-Special in Karlstad zu Ende geht.

Gesamtwertung nach 5 von 24 Prüfungen (Top 10):

01. Mikko Hirvonen (Citroen) 44:17,7 Minuten
02. Jari-Matti Latvala (Ford) +2,9 Sekunden
03. Mads Östberg (Ford) +10,3
04. Sebastien Loeb (Citroen) +12,7
05. Petter Solberg (Ford) +14,6
06. Dani Sordo (MINI) +21,8
07. Jewgeni Nowikow (Ford) +30,5
08. Patrik Sandell (MINI) +1:03,4 Minuten
09. Henning Solberg (Ford) +1:06,1
10. Eyvind Brynildsen (Ford) +1:25,0

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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