Weltmeister Sebastien Lob ist einer seiner seltenen Fahrfehler unterlaufen

Rallye 2012

— 10.02.2012

SS6-8: Loeb büßt zwei Minuten ein

Sebastien Loeb steckt in der siebten Sonderprüfung der Rallye Schweden in einer Schneebank fest und verliert viel Zeit - Jari-Matti Latvala erobert Führung zurück

Die Rallye Schweden ist am Nachmittag der ersten Etappe zu einem finnischen Zweikampf zwischen Mikko Hirvonen (Citroen) und Jari-Matti Latvala (Ford) geworden. Im Abstand von wenigen Zehntelsekunden lieferten sich die beiden Skandinavier ein Duell auf Augenhöhe. In der achten von insgesamt 24 Sonderprüfungen war Latvala einen Tick schneller und eroberte die Gesamtführung zurück. Der Abstand ist mit 2,6 Sekunden weiterhin gering. Keine Rolle spielt mehr Sebastien Loeb (Citroen). Der Weltmeister blieb in der siebten Sonderprüfung in einer Schneebank stecken und verlor zwei Minuten. Auch Dani Sordo blieb aufgrund von Motorproblemen an seinem MINI stehen.

Am Nachmittag der ersten Etappe standen zunächst drei Prüfungen direkt hintereinander auf dem Programm, die bereits am Vormittag absolviert wurden. Die lange "Mitandersfors" Strecke wurde nicht erneut befahren. Los ging es mit der 20,17 Kilometer langen sechsten Sonderprüfung "Opaker2". Die Zeiten waren um 15 Sekunden schneller als am Vormittag. Die Bestzeit sicherte sich Loeb. Der fliegende Franzose attackierte, um nach der Zeitstrafe in der Früh seinen Rückstand aufzuholen.

"Eine sehr gute Zeit. Ich bin sehr glücklich und hatte ein gutes Gefühl", berichtet der Weltmeister. "Ich habe voll angegriffen. Es war schwierig, auf der Straße zu bleiben, aber manchmal muss man Risiken eingehen." Aufgrund des neuen Qualifyings musste Loeb nicht als Erster auf die Strecke gehen, sondern konnte nach seinen direkten Konkurrenten losfahren. Er war um 3,3 Sekunden schneller als Latvala. In der Gesamtwertung schob sich der Franzose bis auf 6,9 Sekunden an die Spitze heran.

Dort tobte ein enges Duell zwischen zwei Finnen. Latvala absolvierte SS6 um 2,5 Sekunden schneller als Hirvonen. Trotzdem verteidigte Hirvonen die Führung in der Gesamtwertung mit einem Hauch von vier Zehntelsekunden Vorsprung. "Es ist ein sehr enger Kampf", bringt es der Vorjahressieger, der in diesem Jahr für Citroen fährt, auf den Punkt. "Mein Auto untersteuert auf Schotter etwas mehr, aber es läuft sehr stark."

Latvala ist seinem ehemaligen Teamkollegen wieder auf die Pelle gerückt. "Das Auto fühlt sich etwas besser als am Vormittag an. Es wird ein interessanter Kampf und ich hoffe, wir können um das Podium kämpfen." Am Vormittag hatte Latvala noch in loses Heck bemängelt. Das wurde über den Mittag im Servicepark mit einer Abstimmungsänderung behoben. Die Top 3 (Hirvonen/Latvala/Loeb) lagen nach sechs Prüfungen innerhalb von lediglich 6,9 Sekunden. Für Mads Östberg (Ford) lief es nicht ganz ideal. Als Vierter lag er bereits 13,5 Sekunden zurück.

"Ich verstehe nicht, wie wir soviel Zeit verlieren können. Ich glaube nicht, dass es mit dem Auto zu tun hat. Es macht für mich keinen Sinn", ist der Norweger ratlos. Auch sein Landsmann Solberg büßte sieben Sekunden ein. "Es ist gut gelaufen, aber die Bedingungen waren knifflig", sagt der Weltmeister von 2003, der in der Gesamtwertung als Fünfter einen Rückstand von 16 Sekunden hatte. "Wir mussten für die nächsten Prüfungen auf die Reifen aufpassen. Ich habe etwas Zeit verloren, aber nicht viel."

Mittlerweile entbrannte ein Duell um den sechsten Platz. Sordo behauptete sich knapp vor Jewgeni Nowikow (Ford). Patrik Sandell im zweiten MINI lag als Achter bereits weitere 45 Sekunden zurück. Citroen-Junior Thierry Neuville büßte in der sechsten Sonderprüfung knapp eine Minute auf Loeb ein. Nasser Al-Attiyah, der ab Schweden ebenfalls in einem Citroen unterwegs ist, fuhr ähnliche Zeiten wie Neuville.

SS7: Loeb verliert über zwei Minuten

Anschließend musste zum zweiten Mal die kurze "Kirkener"-Prüfung absolviert werden. Rund um die 7,1 Kilometer lange Strecke hatten sich zahlreiche Zuschauer versammelt. Da die erste Etappe hauptsächlich auf norwegischem Boden ausgetragen wurde, konnten sich Solberg, Östberg und Co. über starke Unterstützung freuen. Zahlreiche Fahrer drehten sich auf dem vereisten Untergrund. Darunter waren Sordo, Martin Prokop (Ford), Ott Tänak (Ford) und Armindo Araujo (MINI), der sich gleich zweimal drehte.

Die größten Probleme hatte aber einer, von dem man es am wenigsten erwarten würde. Loeb büßte 1:56.5 Minuten ein. Was war passiert? "Ich steckte in in der zweiten Kurve in einer Schneebank fest. Wir mussten warten, bis uns Zuschauer heraus geholfen haben. Wir haben viel Zeit verloren", sagt der Weltmeister zerknirscht. In er Gesamtwertung fiel der Franzose dadurch auf den elften Platz zurück. Sein Rückstand wuchs auf etwas über zwei Minuten an.

Vom Pech des Franzosen profitierte Östberg, der den dritten Platz in der Gesamtwertung zurückeroberte. Glücklich war der Ford-Pilot zunächst nicht, denn Loeb kam genau vor ihm wieder auf die Strecke und er musste dem Citroen für den Rest der Prüfung folgen. "Ich steckte hinter Loeb fest", ärgerte sich der Norweger. Östberg lag als Dritter 19 Sekunden hinter der Spitze und baute seinen Vorsprung auf Solberg, der auf Platz vier rangierte, auf sechs Sekunden aus.

An der Spitze tobte weiter das Duell der Finnen. Hirvonen flog durch die kurze Prüfung und markierte eine weitere Bestzeit. "Es war okay, aber sehr schwierig auf Reifenseite", schildert der Citroen-Pilot. "Es lag viel mehr Schotter als beim ersten Mal. Wenn man die Spikes verliert, dann kann man nichts machen." Hirvonen war um sieben Zehntelsekunden schneller als Latvala und baute seine Gesamtführung auf 1,1 Sekunden aus. Aus dem Zweikampf um Platz sechs ist ein Duell um Rang fünf geworden: Sordo behielt knapp die Oberhand vor Nowikow.

SS8: Sordo in Problemen

Die Schleife der drei Prüfungen in Norwegen wurde mit der zweiten Durchfahrt der 20,97 Kilometer langen "Finnskogen"-Prüfung beendet. Große Probleme hatte Sordo. Prokop war kurz nach dem Spanier auf der Strecke und berichtete die Vorgänge: "Ich glaube, Dani hat ein Motorproblem. Seine Motorhaube war offen", sagt der Tscheche. "Und Ketomaa steckte in einer Schneebank."

Die Bestzeit in SS8 ging an Latvala. Der Finne nahm seinem Landsmann Hirvonen 3,3 Sekunden ab und eroberte die Gesamtführung zurück. "Die ersten 15 Kilometer waren gut, aber die letzten fünf waren sehr rutschig. Es war sehr vereist und zwei Autos parkten am Straßenrand", schildert Latvala. In der Gesamtwertung beträgt sein Vorsprung nach acht Prüfungen 2,6 Sekunden. "Es war nicht meine beste Prüfung, ich bin es vorsichtig angegangen", meint Hirvonen. "Jari-Matti führt, aber es ist noch ein langer Weg."

Die Rallye Schweden ist vorläufig zu einem Zweikampf geworden, aber auch um den letzten Podestplatz tobt noch ein Duell. Östberg hatte mit Schwierigkeiten zu kämpfen, behauptete aber den dritten Platz, neun Zehntelsekunden vor Solberg. "Gegen Ende der Prüfung hatte ich Probleme mit den Bremsen", klagt Östberg. "Bis dahin waren die Zeiten gut, aber dann musste ich früher bremsen und verlor viel Zeit."

Solberg absolvierte die achte Sonderprüfung als Zweitschnellster und robbte sich an Östberg heran. Das Duo liegt allerdings schon eine knappe halbe Minute hinter der Spitze. "Ich habe vielleicht einen Fehler gemacht, weil ich nicht die Reifen gewechselt habe", sagt der Weltmeister von 2003. "Wir haben einige Sekunden verloren, weil einige Autos am Straßenrand standen. Es sind viele Dinge in dieser Prüfung passiert."

Souverän auf dem fünften Rang liegt Nowikow. Nach vorne und hinten hat der Russe ein komfortables Polster. Henning Solberg (Ford) und Sandell folgen auf den Plätzen sechs und sieben. Sie liegen aber bereits über 1:40 Minuten zurück. Der große Verliere des Nachmittages ist neben Sordo der Weltmeister. Der Fahrfehler in der kurzen Prüfung warf Loeb weit zurück.

"Ich hatte keinen Grund um irgendwelche Risiken einzugehen. Ich bin ein gutes Tempo gefahren, aber die Lücke ist jetzt sehr groß", sagt der Citroen-Pilot im Ziel von SS8. "Wir wollten diese Prüfung nur beenden und dann sehen wir weiter, was wir noch tun können." 2:06,6 Minuten beträgt sein Rückstand auf Latvala. Das bedeutet derzeit Rang acht.

Am Nachmittag steht noch die neunte Sonderprüfung "Torsby" auf dem Programm, bevor der Tag am Abend mit der Super-Special in Karlstad zu Ende geht.

Gesamtwertung nach 8 von 24 Prüfungen (Top 10):

01. Jari-Matti Latvala (Ford) 1:12:17.9 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) +2,6 Sekunden
03. Mads Östberg (Ford) +26,5
04. Petter Solberg (Ford) +27,4
05. Jewgeni Nowikow (Ford) +41,7
06. Henning Solberg (Ford) +1:40.0 Minuten
07. Patrik Sandell (MINI) +1:48.7
08. Sebastien Loeb (Citroen) +2:06.6
09. Martin Prokop (Ford) +2:10.4
10. Eyvind Brynildsen (Ford) +2:14.6

Fotoquelle: xpb images

Weitere Rallye Themen

News

Hyundai präsentiert den i20 für die WRC 2017

News

Monza-Rallye: Impressionen aus Italien

News

Valentino Rossi gewinnt zum fünften Mal die Monza-Rallye

News

Al-Attiyah hat Interesse: Kommt das Volkswagen-Privatteam?

Diesen Beitrag empfehlen

Kommentare

Datenschutz

Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unseren Datenschutzbestimmungen

comments powered by Disqus
Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.