Jari-Matti Latvala führt die Schweden Rallye nach neun Prüfungen an

Rallye 2012

— 10.02.2012

SS9: Latvala setzt sich gegen Hirvonen durch

Jari-Matti Latvala baut seine Führung auf der ersten Etappe der Rallye Schweden aus - Mikko Hirvonen büßt etwas Zeit ein und kommt unter Druck von Petter Solberg

Auf der ersten Etappe der Rallye Schweden herrschte an der Spitze ein enger Zweikampf zwischen Jari-Matti Latvala (Ford) und Mikko Hirvonen (Citroen). In der neunten Sonderprüfung spielten die Reifen eine entscheidende Rolle. Latvala ging mit den Stollenreifen etwas besser um und verteidigte seine Gesamtführung. Hirvonen kämpfte mit verschlissenen Pneus und verlor viel Zeit. In der Gesamtwertung beträgt sein Rückstand 17,2 Sekunden. Druck naht von hinten, denn Petter Solberg (Ford) sicherte sich mit der Bestzeit Rang drei und kam Hirvonen bis auf 2,8 Sekunden nahe. Am Freitag steht nur noch die Super-Special in Karlstad auf dem Programm.

Nachdem der heutige erste Tag bislang in Norwegen ausgetragen wurde, kehrte der Rallye-Tross im Rahmen der neunten Sonderprüfung "Torsby" wieder zurück nach Schweden. Nach dem Regrouping in der Innenstadt von Torsby standen 19,21 Prüfungskilometer auf dem Programm. Im Mittelpunkt standen das Duell um die Führung sowie der Zweikampf um den letzten Podestplatz. Dazu stellte sich die Frage, wie Loeb auf seinen Fahrfehler der siebten Prüfung reagieren würde. Da die neunte Prüfung im Rahmen der Rallye nur ein Mal befahren wurde, gingen es die Piloten vorsichtig an.

An der Spitze hatte Hirvonen auf dem Papier einen kleinen Vorteil, denn er ging direkt hinter Latvala auf die Strecke. Dadurch konnte er sein Tempo auf die Zwischenzeiten des Ford-Piloten anpassen. Latvala musste vorlegen. Obwohl schon einige Fahrer ausgefallen waren, gingen die Topstars aufgrund des neuen Qualifyingmodus erst weit hinter den Top 10 ins Rennen. Das heutige Ergebnis ist dann wieder die umgekehrte Startreihenfolge für den folgenden Tag.

Als Latvala schließlich über die Linie kam, war er nicht sehr zufrieden. "Ich glaube, meine Reifen waren am Ende. Ich habe keine Fehler gemacht, aber es war sehr schwierig, das Auto auf der Straße zu halten. Ich glaube, ich werde die Führung verlieren. Es kommt darauf an, wie Mikkos Reifen sind."Als Hirvonen wenige Augenblicke danach über die Linie kam, stand fest, dass es dem Citroen-Piloten nicht besser gegangen war.

Im Gegenteil: Der Finne war sauer und schüttelte den Kopf. "Meine Reifen sind komplett am Ende", sagte Hirvonen frustriert. Das wirkte sich auch auf die Uhr aus. Er war um 14,6 Sekunden langsamer als Latvala. Dieser baute seine Gesamtführung am Ende der ersten Etappe auf 17,2 Sekunden aus. Das Thema Reifen zog sich bei allen Fahrern wie ein roter Faden durch. Am besten meisterte Solberg die Verhältnisse.

Der Weltmeister von 2003 stellte die Bestzeit auf und war um 7,4 Sekunden schneller als sein Ford-Teamkollege Latvala. Viel wichtiger war für "Mr. Hollywood" der Blick auf die Gesamtwertung. Er hatte sich auf Platz drei verbessert und war Hirvonen bis auf 2,8 Sekunden nahe gerückt. "Wir wollen auf das Podium und eigentlich noch weiter nach vorne. Leider habe ich bei einem Dreher und weiteren Fehlern Zeit verloren. Es warten noch zwei lange Tage. Ich gewöhne mich an das Auto, aber ich kannte die Prüfungen nicht. Morgen kenne ich die Straßen."

Östberg hatte am ersten langen Tag mit mehreren Problemen zu kämpfen. Der Norweger war ratlos, denn er wusste nicht, wo er die Zeit verliert. "Es war ein schwieriger Nachmittag. Ich verstehe es nicht. Jetzt ist es etwas dunkler geworden, was es nicht leichter gemacht hat. Vielleicht haben meine Bremsen überhitzt. Es war schwierig, ich habe gepusht, aber keine Zeit geschafft." Der Zeitverlust wirkte sich auf die Gesamtwertung aus, denn er rutschte auf den vierten Rang ab.

Ein schwieriger Tag ging auch für Loeb zu Ende. Da er in der Früh den Service-Park zu spät verlassen hatte, hagelte es eine Strafe von zehn Sekunden. Der Fahrfehler in der siebten Sonderprüfung warf den Franzosen endgültig zurück. "Ich dachte anhand der Zwischenzeiten, dass es einen großen Unterschied geben würde", sagt Loeb, der im Ziel 10,5 Sekunden langsamer als Solberg war.

"Die Sicht war in dieser Prüfung nicht so gut. Wir haben heute zwei Minuten verloren und können jetzt nur noch um Punkte und nicht den Sieg fahren. So ist das Leben." 2:09 Minuten liegt der achtfache Weltmeister hinter Latvala zurück. Das bedeutet nach neun Prüfungen Rang sieben. Gute Neuigkeiten gibt es dafür von Loebs Le-Mans-Projekt. Bereits in diesem Jahr wird sein Team in der Europäischen Le-Mans-Serie (ELMS) starten.

Zwischen Östberg und Loeb liegen Jewgeni Nowikow und Henning Solberg (beide Ford) auf den Plätzen fünf und sechs. Nowikow ärgerte sich über seine falsche Reifenwahl. "Bis zu dieser Prüfung war alles okay. Das Problem war, dass die Vorderreifen komplett abgefahren sind. Ich hatte keine Informationen und nahm nur einen Ersatzreifen statt zwei mit. Ich bin enttäuscht, denn ich habe in dieser Prüfung Zeit verloren."

Für Solberg und seine österreichische Co-Pilotin Ilka Minor ist der Tag problemlos verlaufen. "Es war okay. Es lag viel Schnee auf der Straße", schildert der Norweger die Verhältnisse von SS9. "Es war eine schöne Prüfung. Wir werden über Nacht ein, zwei Dinge am Auto ändern." Viele Schwierigkeiten hatte dagegen sein Go-Fast-Teamkollege Ott Tänak. Der Este liegt abgeschlagen jenseits von Rang 26. "Ich hatte keine Spikes", lautet der knappe Kommentar des frustrierten Esten.

Sandell bester MINI

Nach den Motorproblemen von Dani Sordo hält Patrik Sandell die MINI-Flagge in den Top 10 hoch. Den ersten Tag im John Cooper Works WRC beendete er als Achter. "Es war überhaupt nicht gut. Ich habe rechts hinten keine Spikes mehr", spricht auch Sandell die Reifenprobleme in SS9 an. "Ich habe deshalb aufgepasst, dass mir keine Fehler passieren. Ich hätte statt einem zwei Ersatzreifen mitnehmen sollen. Morgen werde ich das tun. Das Auto ist sehr stark gerutscht."

Den gleichen Fehler hatte auch Martin Prokop (Ford), der auf Platz neun liegt, gemacht: "Es war sehr gut. Der Fehler war, dass wir nur einen Ersatzreifen mitgenommen haben. Ich habe die Prüfung genossen. Ich arbeite am Aufschrieb und muss sagen, dass es ein sehr guter Tag war." Die Top 10 komplettierte Eyvind Brynildsen (Ford).

Ein schwieriges Debüt im Citroen DS3 WRC erlebte Nasser Al Attiyah. Anfang Januar fuhr der 41-Jährige noch im heißen Südamerika die Rallye Dakar durch die Wüsten Argentiniens. Nun kämpfte er mit Eis und Schnee. Acht Minuten verlor der Katari am heutigen Tag auf die Spitze. "Es ist nicht schlecht, aber ich habe noch kein Vertrauen. Es war heute nicht unser Tag. Es ist eine sehr spezielle Rallye. Wir haben unser Bestes gegeben, aber wir wissen, dass es sehr schwierig für uns ist."

Andersson führt S2000-Wertung an

Die S2000-Wertung führt Per-Gunnar Andersson (Proton) überlegen an. Sein Vorsprung auf Craig Breen (Ford) beträgt 2:06 Minuten. Die schnellsten S2000-Fahrer sind Sebastien Ogier und Andreas Mikkelsen. Sie sind bekanntlich nicht in die S2000-Wertung eingeschrieben. Die beiden VW-Piloten sind mit einem Skoda Fabia S2000 am Start und lieferten sich ein enges Duell. Am Ende hatte Ogier knapp die Nase vorne.

"Eine sehr schwierige Prüfung. Wir hatten die falsche Getriebeübersetzung, das müssen wir ändern. Aber wir sind zum ersten Mal auf so einem Untergrund unterwegs", schildert der Franzose, der in der Gesamtwertung Elfter ist. "Man kann nicht von einem Kampf sprechen, denn wir fahren eine komplett andere Rallye." Damit spricht Ogier die unterschiedliche Startposition an, denn während Ogier im Reigen der WRC-Piloten startet, ist Mikkelsen später im Feld der S2000-Piloten unterwegs.

Im Anschluss an die neunte Prüfung fuhren die Autos in den Servicepark in Hagfors, um Veränderungen oder Reparaturen für morgen vorzunehmen. Am Abend steht noch die Super-Special in Karlstad auf dem Programm. Danach gehen die Autos in den Parc Ferme und dürfen bis morgen Früh nicht verändert werden.

Gesamtwertung nach 9 von 24 Prüfungen (Top 10):

01. Jari-Matti Latvala (Ford) 1:22:16.8 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) +17,2 Sekunden
03. Peter Solberg (Ford) +20,0
04. Mads Östberg (Ford) +31,6
05. Jewgeni Nowikow (Ford) +1:11,5 Minuten
06. Henning Solberg (Ford) +1:46,8
07. Sebastien Loeb (Citroen) +2:09,7
08. Patrik Sandell (MINI) +2:16,3
09. Martin Prokop (Ford) +2:24,6
10. Eyvind Brynildsen (Ford) +2:56,1

Fotoquelle: xpb images

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