Citroen-Pilot Mikko Hirvonen hat den dritten Schweden-Sieg in Serie im Visier

Rallye 2012

— 11.02.2012

SS13-14: Hirvonen hält Druck auf Latvala aufrecht

Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala liefern sich bei der Rallye Schweden ein Duell auf Augenhöhe - Zur Halbzeit führt Latvala knapp vor seinem finnischen Landsmann

In der 13. und 14. Sonderprüfung der Rallye Schweden ging das Duell zwischen Jari-Matti Latvala (Ford) und Mikko Hirvonen (Citroen) um die Führung weiter. Der Zweikampf der beiden Finnen wurde auf Augenhöhe geführt und die Differenzen bewegten sich im Bereich von Zehntelsekunden. Einmal war Hirvonen einen Hauch schneller, dann wieder Latvala. Zur Halbzeit der Rallye führt Latvala mit einem Vorsprung von 18,6 Sekunden. Den dritten Platz konnte Petter Solberg (Ford) knapp vor Mads Östberg (Ford) behaupten. Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) setzte seine Aufholjagd fort.

Vor der Service-Pause in Hagfors standen noch zwei Prüfungen auf dem Programm. Zunächst musste die 18,15 Kilometer lange "Fredriksberg"-Strecke absolviert werden. Das Duell der Finnen um Platz eins sowie der Norweger um Rang drei ging weiter. Hirvonen, der in den vergangenen beiden Jahren am Steuer eines Ford gewonnen hat, weiß was es braucht, um in Schweden Erfolg zu haben. Der Vizeweltmeister hielt den Druck hoch und markierte die Bestzeit auf der 13. Sonderprüfung.

"Es ist ein sehr enger Kampf, ich liebe es. Ich bin sehr glücklich und versuche Druck auf Jari-Matti auszuüben", so Hirvonen. "Ich habe hart gepusht und ich glaube, ich kann noch etwas mehr aus dem Auto herausholen." Nach der Rallye Monte Carlo ist Schweden für ihn erst die zweite Rallye im Citroen DS3 WRC. Hirvonen war um 1,9 Sekunden schneller als Latvala und verkürzte den Rückstand auf seinen Landsmann auf 18 Sekunden.

"Mikko fährt stark, aber ich hatte in dieser Prüfung kein gutes Gefühl. Ich bin konstant gefahren und weiß, dass ich mich verbessern kann." Am Nachmittag werden die vier Prüfungen des Vormittags noch einmal absolviert. Auch das Duell um den letzten Podestplatz verschärfte sich. Östberg war um 2,1 Sekunden schneller und verkürzte seinen Rückstand auf Solberg auf 6,1 Sekunden.

"Es war eine schnelle Prüfung, aber ich verlor gegen Ende etwas Zeit", schildert Östberg. "Ich kämpfe weiterhin mit der rechten Seite des Autos, da wir den Reifen wechseln mussten." In der Früh hatte der Ford-Pilot einen Reifenschaden als er den Service-Park verließ und musste den Pneu wechseln. Trotz des nicht optimalen Fahrverhaltens konnte Östberg den Druck auf Solberg aufrechterhalten.

"In den rutschigen Abschnitten verlor ich Traktion. Ich gebe mein Bestes. Es ist ein guter Kampf. Wir werden sehen, was der Nachmittag bringt", sagt der Weltmeister von 2003 über seine Leistung. Problemlos kam diesmal Loeb durch und markierte die drittbeste Zeit. "Es war bislang ein hartes Wochenende. Hoffentlich bleibe ich auf der Strecke", meint der Franzose, der bislang mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. "Diesmal sind mir keine Fehler unterlaufen. Ich werde weiter pushen."

Loeb nahm Henning Solberg (Ford) sieben Sekunden ab und verkürzte den Rückstand auf 17,7 Sekunden. Rang sechs war für den achtfachen Weltmeister in Reichweite. Jewgeni Nowikow (Ford) hatte als Fünfter zu diesem Zeitpunkt einen Vorsprung von einer Minute auf Loeb. Für den einzigen Aufreger in der 13. Sonderprüfung sorgte Sebastien Ogier. Rechts vorne kam der VW-Pilot mit einem zerfetzten Vorderreifen über die Linie. "Der Schaden ist kurz vor dem Ende passiert, denn es lagen viele Steine auf der Rennlinie." Trotzdem behielt Ogier seinen elften Gesamtrang.

SS13: Erste Bestzeit für Tänak

Zum Abschuss der Vormittagsschleife fand noch der Hagfors Sprint statt. Hunderte Fans säumten die 1,87 Kilometer kurze Strecke. Verschiebungen gab es nicht. In erster Linie stand die Unterhaltung der Zuschauer im Vordergrund, nachdem man zuvor durch die verschneiten Wälder gefahren war. Mit der Bestzeit setzte Ott Tänak ein Ausrufezeichen, doch nachdem er am Vormittag über 20 Minuten in einer Schneebank festsaß, liegt der junge Este bereits weit zurück. Es war Tänaks erster Prüfungssieg auf WRC-Ebene.

Er um 2,2 Sekunden schneller als Loeb, der sich ebenfalls wieder im Spitzenfeld meldete. "In unserer Situation ist es nicht so schön. Wir müssen versuchen einige Punkte zu erobern. Man kann nicht immer gewinnen, aber wir geben immer unser Bestes", sagt der achtfache Weltmeister. "Die Motivation ist aber nicht so wie wenn man um den Sieg kämpft", gibt der erfolgsverwöhnte Citroen-Star zu. Noch 12,1 Sekunden trennen ihn von Henning Solberg und Platz sechs.

Im Zweikampf um die Führung behielt Latvala die Oberhand. Er fuhr die sechstschnellste Zeit und nahm Hirvonen sechs Zehntelsekunden ab. "Der Druck ist da. Ich bin mit diesem Vormittag nicht sehr zufrieden, weil ich es zu vorsichtig angegangen bin. Ich weiß, dass Mikko am Nachmittag voll angreifen wird. Ich hoffe, dass ich gewinnen kann. Man muss seine Position bis zum Ende der Rallye halten", denkt der Finne an seinen Ausfall bei der "Monte" zurück.

Auch Hirvonen, der lediglich die neuntschnellste Zeit aufstellte, war nicht glücklich. "Ich bin mit dieser Prüfung nicht zufrieden, denn mir sind einige Fehler unterlaufen. Jede Zehntelsekunde zählt und das war nicht gut. Jari-Matti und ich greifen in jeder Prüfung an", so der Citroen-Pilot. Bei Halbzeit der Rallye hat der Vorjahressieger einen Rückstand von 18,6 Sekunden.

Im norwegischen Duell um Platz drei war Petter Solberg knapp schneller als Östberg. "Es war sehr rutschig, vielleicht habe ich einige Sekunden liegengelassen. Wir werden die Abstimmung für den Nachmittag verändern. In der Früh war es im Schnee knifflig", schildert "Mr. Hollywood." Eine Sekunde nahm er seinem Konkurrenten ab. "Es war ein guter Vormittag", zieht Östberg Zwischenbilanz.

"Ich glaube, wir haben im Auto einen guten Job gemacht. Schade, dass es das Problem mit einem Reifen gab, aber wir werden am Nachmittag voll angreifen." 7,2 Sekunden fehlen ihm auf Solberg. Nowikow ist bei Halbzeit weiterhin komfortabel Fünfter. In der kurzen Zuschauerprüfung setzten sich neben Tänak noch weitere Piloten in Szene. Citroen-Neuzugang Nasser Al-Attiyah glänzte mit der viertschnellsten Zeit und Citroen-Junior Thierry Neuville meldete sich auf Platz acht.

In der Gesamtwertung änderte sich nichts. Hinter Loeb ist weiterhin Patrik Sandell (MINI) Achter, Martin Prokop (Ford) Neunter und Eyvind Brynildsen (Ford) Zehnter. Das VW-Duo Ogier und Andreas Mikkelsen folgt auf den Rängen elf und zwölf. Per-Gunnar Anderson (Proton) verteidigte die Führung in der S2000-Wertung. Am Nachmittag werden die gleichen vier Prüfungen erneut absolviert.

Gesamtwertung nach 14 von 24 Prüfungen (Top 10):
01. Jari-Matti Latvala (Ford) 1:57:11.7 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) +18,6 Sekunden
03. Petter Solberg (Ford) +39,9
04. Mads Östberg (Ford) +47,1
05. Jewgeni Nowikow (Ford) +1:46,4 Minuten
06. Henning Solberg (Ford) +2:31,4
07. Sebastien Loeb (Citroen) +2:43,5
08. Patrik Sandell (MINI) +3:14,3
09. Martin Prokop (Ford) +3:37,3
10. Eyvind Brynildsen (Ford) +4:09,4

Fotoquelle: Red Bull/GEPA

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