Ein Plattfuß machte Jari-Matti Latvala beinahe einen Strich durch die Rechnung

Rallye 2012

— 12.02.2012

SS22-23: Reifendramen bei Latvala & Solberg

Ein Reifenschaden bei Jari-Matti Latvala sorgt für Spannung bei der Rallye Schweden - Trotzdem konnte der Ford-Werkspilot die Gesamtführung knapp verteidigen

Beide Ford-Werkspiloten erlitten in der 22. Wertungsprüfung der Rallye Schweden Reifenschäden vorne rechts.Trotzdem konnte Jari-Matti Latvala seine Fürhung behaupten und sie in der 23. Prüfung wieder auf 12,9 Sekunden ausbauen. Mikko Hirvonen (Citroen) konnte nicht von dem Missgeschick seines finnischen Landsmanns profitieren . Dafür nutzte Mads Östberg (Ford) den Schaden bei Petter Solberg und verbesserte sich auf den dritten Platz. Jewgeni Nowikow (Ford) hielt Weltmeister Sebastien Loeb (Citroen) in Schach und ist auf Kurs zu Rang fünf.

Zunächst wurde am Nachmittag der dritten Etappe die 15 Kilometer lange "Lesjofors"-Prüfung zum zweiten Mal absolviert. Einige Fahrer hatten gleich zu Beginn Probleme. Ott Tänak blieb weben eines Motorproblems an seinem Ford Fiesta stehen. Paulo Nobre grub seinen MINI in einer Schneebank ein. Citroen-Junior Thierry Neuville verlor durch einen Dreher zehn Sekunden, konnte aber weiterfahren. Die Reifen standen im Fokus der 22. Sonderprüfung.

Der Kampf um den letzten Podestplatz wurde entschieden. Zuerst kam Östberg über die Linie. "Ich war sehr vorsichtig, um meine Reifen für die nächste Prüfung zu schonen." Kurz darauf kam Solberg ins Ziel. Vorne rechts hatte es seinen Reifen zerfetzt. Auf Östberg, der die Bestzeit aufgestellt hatte, verlor er 30,3 Sekunden. "Es lagen viele Steine auf der Strecke. Es ist sehr enttäuschend", sagt der Norweger geknickt.

Das war aber noch nicht das Ende der Dramen. Nach den beiden Norwegern gingen die beiden finnischen Spitzenreiter auf die Strecke. Bei Hirvonen war alles okay, doch Latvala erlitt wie sein Teamkollege Solberg vorne rechts einen Reifenschaden. "Ich habe diesen Stein auf dieser Prüfung noch nie gesehen. Von jetzt an muss ich Vollgas fahren!" Latvala büßte wie Solberg eine halbe Minute ein.

Problemlos lief es für Hirvonen. Der Citroen-Pilot markierte hinter Östberg und Loeb die drittschnellste Zeit. "Es war knifflig, weil viele Steine in dieser Prüfung lagen", schildert der Vizeweltmeister. "Mit dem Auto bin ich zufrieden. Es war wieder sehr gut, keine Probleme." Die beiden Reifenschäden sorgten für eine Veränderung im Gesamtklassement und machten es wieder spannend.

Latvala behielt seine Führung, doch Hirvonen war auf 8,4 Sekunden herangerückt. Östberg überholte Solberg und schob sich auf den dritten Platz. Sein Rückstand auf Latvala betrug zu diesem Zeitpunkt 34,1 Sekunden, sein Vorsprung auf Petter Solberg 25,4 Sekunden. Zwei Prüfungen vor dem Ende der Rallye war wieder alles möglich, da niemand vor Reifenschäden gefeit war.

Weltmeister Loeb holte in SS22 neun Sekunden auf Nowikow auf und setzte sich um weitere 13,5 Sekunden von Henning Solberg ab. Der Weltmeister schonte seine Reifen mit Blick auf die Power Stage, wo er noch Bonuspunkt sammeln kann. "Wir werden sehen, was wir in der Power Stage tun können. Es ist eine sehr schlechte Prüfung, aber wir werden trotzdem in der nächsten Prüfung angreifen, damit wir ein Polster haben, falls ein Reifenschaden auftritt." Loeb hatte nach seiner schwierigen Rallye wieder das Gesamtbild Weltmeisterschaft im Kopf.

Auch Nowikow, der angekündigt hatte, dass er bis zum Ende angreifen wird, ging es vorsichtig an. "Ich pushe jetzt nicht. Ich will meine Reifen für die Power Stage schonen." Sein Polster auf Loeb betrug 32,4 Sekunden. Hinter Henning Solberg blieb es ruhig und die Positionen blieben unverändert. Pech hatte Andreas Mikkelsen (Skoda), der den gleichen Stein wie die Ford-Werksfahrer traf und beim Wechsel des Pneus über zwei Minuten verlor.

SS23: Latvala schlägt zurück

Anschließend ging es zum zweiten Mal in die "Rammen"-Prüfung über 22,76 Kilometer. Die Reifen standen wieder im Fokus, doch die Topstars wurden von Schäden verschont. Latvala stellte die Bestzeit auf - seine achte bei dieser Rallye. "Ich hatte Glück, dass ich Mikko etwas Zeit abnehmen konnte. Das gibt uns einen Vorteil für die Power Stage. Wir müssen diese Rallye für das Team gewinnen. Ich muss fokussiert bleiben." Um 4,5 Sekunden war Latvala schneller als Hirvonen und baute seinen Vorsprung auf 12,9 Sekunden aus.

Der Finne in Citroen-Diensten kam mit komplett verschlissenen Pneus über die Linie. "Ich musste bereits früh in der Prüfung nachlassen. In der vorherigen Prüfung bin ich voll gefahren und Jari-Matti hatte einen Reifenschaden. Für diese Prüfung hatte er neue Reifen. Mit meinen Reifen wäre es ein Wunder, die Power Stage zu gewinnen." Trotzdem durchbrach Hirvonen als einziger die Ford-Armada an der Spitze.

Östberg festigte mit der zweitschnellsten Zeit den letzten Podestplatz ab. "Unser Ziel war der dritte Platz. In der ersten Nachmittagsprüfung ließen wir es vorsichtig angehen, damit wir die Reifen nicht zerstören. Das hat sich ausgezahlt." Des einen Freud war des anderen Leid. Petter Solberg büßte weitere zwölf Sekunden ein. Die Lücke auf Östberg vergrößerte sich auf 38 Sekunden.

"Ich bin sehr enttäuscht über den Reifenschaden. Diesmal bin ich es ruhig angegangen, um die Reifen für die Power Stage zu schonen. Wir wollen drei Punkte. Ich freue mich trotzdem für Mads, weil er eine sehr gute Rallye gefahren ist", lobt der Weltmeister von 2003 seinen jungen Landsmann.

Nowikow war zwar um neun Sekunden langsamer als sein direkter Konkurrent Loeb, doch der Russe geht mit einem Vorsprung von 23,6 Sekunden in die abschließende Prüfung. Platz fünf ist zum Greifen nahe. Loeb hat sich mit Rang sechs abgefunden und peilt noch die Bonuspunkte an. "Wir werden sehen, was wir in der Power Stage ausrichten können. Die Chance auf Reifenschäden liegt bei 90 Prozent, wenn man pusht", ist der Champion besorgt. "Wir werden es versuchen."

Henning Solberg und seine österreichische Co-Pilotin Ilka Minor festigten Rang sieben. Dahinter gab es keine Verschiebungen. Patrik Sandell (MINI) war weiterhin Achter, gefolgt von Martin Prokop und Eyvind Brynildsen (beide Ford). Sebastien Ogier im Skoda Fabia S2000 war Elfter. Neuville verbesserte sich aufgrund des Reifenschadens bei Mikkelsen auf Rang zwölf. Per Gunnar Andersson (Proton) steht vor dem Sieg in der S-WRC-Wertung.

Am Nachmittag steht lediglich noch die kurze Power Stage aus.

Gesamtwertung nach 23 von 24 Prüfungen (Top 10):

01. Jari-Matti Latvala (Ford) 3:15:23.9 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) +12,9 Sekunden
03. Mads Östberg (Ford) +37,1
04. Petter Solberg (Ford) +1:15,1 Minuten
05. Jewgeni Nowikow (Ford) +2:37,2
06. Sebastien Loeb (Citroen) +3:00,8
07. Henning Solberg (Ford) +3:46,6
08. Patrik Sandell (MINI) +5:03,2
09. Martin Prokop (Ford) +5:28,4
10. Eyvind Brynildsen (Ford) +6:17,6

Fotoquelle: xpb images

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