Jari-Matti Latvala hat sich durch den Sieg in der WM zurückgemeldet

Rallye 2012

— 12.02.2012

Latvala gewinnt zum zweiten Mal in Schweden

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala hat nach 2008 zum zweiten Mal die Rallye Schweden gewonnen - Mikko Hirvonen (Citroen) und Mads Östberg komplettieren das Podium

Die Rallye Schweden blieb auch im Jahr 2012 in der Hand von Ford. Jari-Matti Latvala bügelte seinen Unfall beim Saisonauftakt in Monte Carlo aus, übernahm in der dritten von 24 Sonderprüfungen die Führung und verteidigte sie bis ins Ziel. Nach 2008 war es sein zweiter Sieg in Schweden. In einem über weite Strecken engen Duell setzte sich Latvala gegen seinen ehemaligen Teamkollegen und finnischen Landsmann Mikko Hirvonen (Citroen) durch. Mads Östberg (Ford) feierte als Dritter auf dem Podium.

Petter Solberg (Ford) konnte einen Podestplatz von Monte Carlo nicht wiederholen und musste sich nach einem Reifenschaden am letzten Tag mit Platz vier zufrieden geben. Eine erneut starke Leistung zeigte Jewgeni Nowikow. Der 21-jährige Russe machte keine Fehler und fuhr eine kontrollierte Rallye. Platz fünf war die Belohnung dafür.

Weltmeister Sebastien Loeb erlebt eine Rallye zum Vergessen. In der siebten Sonderprüfung steckte der Citroen-Pilot über zwei Minuten im Schnee fest. Weitere Dreher und eine teilweise unkonstante Leistung passten ins verkorkste Bild. Als Sechster rettete Loeb noch wichtige Punkte, dazu sicherte er sich drei Bonuspunkte in der Power Stage. In der Weltmeisterschaft führt nach zwei von 13 Rallyes Loeb mit 39 Punkten vor seinem Teamkollegen Hirvonen (32). Petter Solberg (29) ist Dritter, gefolgt von Latvala (26).

Von Beginn an stand die Rallye im Zeichen von Latvala. Als Nummer eins von Ford auserkoren untermauerte der 26-Jährige mit einer bestechenden Leistung diese Rolle. Insgesamt acht Bestzeiten ließ sich der Finne notieren. Zusätzlich zu den 25 Punkten für den Sieg sicherte er sich einen Zähler in der Power Stage. "Es ist ein großartiges Gefühl. Wir hatten einen sehr schwierigen Saisonstart. Das nimmt Druck von meinem Herzen", gibt der glückliche Sieger zu.

"Für das Team ist es auch wunderbar. Es liegt noch viel Arbeit vor uns, aber wir wollen in diesem Jahr mit Citroen kämpfen. Als ich zum ersten Mal hier gewonnen habe, war ich der jüngste Sieger. Es ist fantastisch, diese Rallye wieder zu gewinnen. Zum ersten Mal gewinne ich erneut eine Rallye. Wir sind in der WM dabei und werden Citroen herausfordern." Nach dem enttäuschenden Saisonauftakt ist Latvala wieder auf Kurs.

Hirvonen gratuliert Latvala

Konkurrent Citroen musste sich in Schweden erneut geschlagen geben. Seit 2006 ist Ford auf Schnee und Eis ungeschlagen. Trotzdem war Hirvonen zufrieden, denn er konnte bei seiner erst zweiten Rallye im DS3 WRC an der Spitze mitkämpfen. "Es war nicht zu schlecht. Wir haben viel an diesem Wochenende gelernt. Jari-Matti war sehr stark und es war ein schöner Kampf mit ihm. Er verdient den Sieg. Diesmal wurde es Platz zwei." In der Power Stage ging Hirvonen leer aus.

Im Ziel jubelte auch Östberg über seinen Podestplatz. An den drei Tagen hing er im Getriebe von Solberg, doch erst am letzten Tag konnte sich der 24-Jährige gegen seinen norwegischen Landsmann durchsetzen. Nach Platz zwei im Vorjahr, durfte Östberg auch diesmal Champagner verspritzen. "Ich bin sehr glücklich, dass ich mich gegen Petter durchgesetzt habe."

"Platz drei fühlt sich so gut an wie der zweite Rang im Vorjahr. Das Auto und das Team waren großartig. Jari-Matti und Latvala waren diesmal schneller", zollt Östberg Tribut und kündigt an: "Das nächste Mal will ich Erster sein." Während sich die Top 3 freuten, war Solberg zerknirscht. Das Podium war in Reichweite, auch wenn er oft einen Tick langsamer als Östberg war.

Der Reifenschaden in der der 22. Prüfung mache die Chancen zunichte. "Aufgrund des Reifenschadens bin ich natürlich sehr enttäuscht. Ich freue mich für Latvala und sein Team. Ich bin sehr enttäuscht", lautet der knappe Kommentar. Als Trostpreis gab es für die zweitschnellste Zeit in der Power Stage zwei WM-Punkte.

Nowikow erneut vorne dabei

Nowikow untermauerte mit dem fünften Platz, dass er auf dem aufsteigenden Ast und ein Fahrer für die Zukunft ist. In den vergangenen Jahren schied der 21-Jährige oft auf guten Plätzen durch Unfälle aus. Mittlerweile hat der Russe auch dank seines erfahrenen Co-Piloten Denis Giraudet an Konstanz gewonnen. "Ich bin sehr glücklich über den fünften Platz. Es war ein guter Kampf gegen Loeb. Ich will mich verbessern und in Zukunft auf das Podium kommen", lautet der nächste Fahrplan.

Für Loeb ging es nur noch um Schadensbegrenzung. Mehr als Platz sechs war nach seinem Fahrfehler nicht mehr möglich. Dafür schlug der Franzose in der abschließenden Power Stage zu und sicherte sich drei Bonuspunkte. "Ich habe versucht zu pushen. Es war nicht viel schlechter als beim ersten Mal", sagt er über die letzte Prüfung. "Ich musste es versuchen. Wenn wir Punkte mitnehmen, wäre es großartig, besser als der Rest dieses Wochenendes." Die WM-Führung behielt der Titelverteidiger.

Henning Solberg kam als Siebter ins Ziel und eroberte gemeinsam mit seiner Co-Pilotin Ilka Minor aus Österreich die ersten WM-Punkte in diesem Jahr. "Es war sehr rutschig, sehr steinig. Ich hätte noch mehr pushen können", sagt der Routinier nach der Power Stage. "Es war okay." Hinter dem erfahrenen Norweger klassierte sich der beste Lokalmatador. Patrik Sandell fuhr seine erste Rallye im John Cooper Works WRC und wurde Achter.

"Es lagen viele Steine, aber wir wollten so schnell wie möglich fahren. Ich weiß nicht, ob ich einen Plattfuß habe, aber in der letzten Kurve bin ich stark gerutscht", schildert der Schwede die letzten Meter. "Es war ein perfektes Wochenende. Der MINI ist fantastisch zu fahren. Am Ende bin ich sehr gute Zeiten gefahren." Wann wird er wieder in der Topklasse antreten? "Wahrscheinlich bei einigen europäischen Rallyes, es ist noch nicht entschieden."

Prokop kämpft sich in die Punkteränge

Der neunte Platz ging an den Tschechen Martin Prokop "Ich bin glücklich, denn vor einer Woche war ich krank und hatte Fieber. Ich dachte, es wäre unmöglich in Schweden anzutreten", sagt der Ford-Pilot. "Ich bin zufrieden, weil es nicht so schwierig wie gedacht war. Ich war an diesem Wochenende sehr müde. Es war okay und das Resultat ist gut für uns."

Eyvind Brynildsen beendete seinen Gaststart im Ford Fiesta RS WRC auf dem zehnten Platz. "Es war wirklich gut. Ich war viele Jahre in der P-WRC und in der S-WRC. Das war einfach fantastisch, ein gutes Wochenende", freut sich der Norweger. "Ich bedanke mich bei M-Sport und meiner Familie." Wann wird er das nächste Mal in einem WRC-Boliden sitzen? "Ich weiß es nicht."

Sebastien Ogier (Skoda Fabia) war im Ziel der beste S2000-Bolide. "Ich in sehr zufrieden mit meinem Speed", sagt der Franzose über seinen elften Rang. "Es war ein guter Kampf mit meinem Teamkollegen und ich wurde Erster meiner Kategorie. Wir haben viel Erfahrung gesammelt." Die S-WRC-Wertung gewann Per-Gunnar Andersson im Proton. Er hatte mehr als drei Minuten Vorsprung auf Craig Breen (Ford Fiesta)

Die nächste Rallye findet vom 8. bis 11. März in Mexiko statt.

Fotoquelle: xpb images

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