Jari-Matti Latvala und Miikka Anttila feierten ihren zweiten Schweden-Sieg

Rallye 2012

— 12.02.2012

Latvala: "Der Erfolg bedeutet mir sehr viel"

Von Jari-Matti Latvala ist nach dem Schweden-Sieg viel Druck abgefallen - Es war der 50. Triumph für die Partnerschaft zwischen Ford und M-Sport

Ford hat zum sechsten Mal in Folge die Rallye Schweden gewonnen. Jari-Matti Latvala und Beifahrer Miikka Anttila verwiesen mit ihrem Fiesta RS WRC nach einem bis zuletzt hochspannenden Duell ihre ehemaligen Teamkollegen Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen um 16,6 Sekunden auf den zweiten Platz. Der Erfolg beim einzigen Winterklassiker im WM-Kalender ist der 50. Sieg in der 1997 gegründeten Partnerschaft zwischen Ford und seinem Einsatzteam M-Sport.

Insgesamt schafften vier Fiesta World-Rallye-Cars den Sprung unter die ersten Fünf. Latvala - der bereits 2008 in Schweden gewinnen konnte - hat der Veranstaltung ab der ersten Etappe seinen Stempel aufgedrückt und gleich das erste Qualifying in der Geschichte der Rallye-WM für sich entschieden. Dadurch durfte der 26-Jährige frei wählen, was seine Startposition für den ersten Tag betraf. Er ging mit seinem gut 300 PS starken Turbo-Allradler als 17. Fahrzeug in die Loipe und überließ damit seinen Vorderleuten die Aufgabe, den losen Schnee von der Strecke zu fegen.

Am Ende des Freitags hatte sich der Werkspilot von Ford bereits einen Vorsprung von 16,8 Sekunden auf Hirvonen herausgearbeitet, den er während der zweiten Etappe auf 23 Sekunden ausbaute. Während der drei Wertungsprüfungen der Sonntagmorgen-Schleife lag Latvala sogar bis zu 35,6 Sekunden vorn - damit schien ihm der Sieg vor den letzten drei WP so gut wie sicher.

Dann jedoch traf der großgewachsene Finne auf der 22. von 24 Prüfungen einen Stein, der auf der Ideallinie aus der Fahrbahn ragte und zerstörte dabei den vorderen rechten Michelin-Reifen seines Fiesta - der hiervon verursachte Zeitverlust dampfte seinen Abstand auf den Zweitplatzierten auf nur noch 8,4 Sekunden ein.

Mit einer deutlichen Bestzeit auf der 23. Prüfung - seiner neunten im Verlauf dieser Rallye - rückte der Werksfahrer von Ford die Verhältnisse jedoch wieder zurecht. "Vor vier Jahren habe ich hier in Schweden meinen ersten WM-Lauf gewonnen - damals wie heute als jüngster WM-Laufsieger aller Zeiten", blickte Latvala im Ziel zurück. "Diesen Erfolg jetzt wiederholt zu haben, bedeutet mir sehr viel. Nach meinem Ausfall beim Saisonauftakt in den französischen Seealpen stand ich unter recht großem Erfolgsdruck."

"Als wir den Stein getroffen haben, wusste ich, dass ich jetzt noch etwas Extra-Speed finden und noch einmal richtig angreifen musste. Jetzt fühle ich mich, als wäre mir eine riesige Last von den Schultern genommen worden. Aber ich habe gelernt, auch unter Stress ruhig zu bleiben - das zahlte sich heute aus. Mir war klar, dass Mikko noch einmal einen Angriff starten würde. Darauf haben wir reagiert. Unsere souveräne Führung war zwei Prüfungen vor dem Ziel plötzlich dahin, aber das konnte uns nicht mehr beirren."

Malcolm Wilson, Direktor des Werksteams von Ford, freute sich besonders über den Meilenstein in der Partnerschaft zwischen dem Hersteller und seiner M-Sport-Organisation. "Jari-Matti hat diese Rallye vom Start bis ins Ziel dominiert", so der Brite. "Am Ende hätte uns fast noch das Pech erwischt. Heute morgen waren wir wegen des Tempos, das er trotz seines Vorsprungs ging, noch etwas besorgt - jetzt bin ich angesichts des Zwischenfalls froh, dass er angegriffen hat. Das war ein toller Job und ein Meilenstein für diese Saison."

"Angesichts des Vertrauens, das er in den Fiesta RS WRC hat, dürfen wir uns noch auf viele weitere grandiose Erfolge freuen. Der Sieg und sieben Fiesta RS WRC in den Top Zehn - wir dürfen mit Fug und Recht behaupten, dass dieses Wochenende für Ford großartig war. Jari-Matti hatte die Dinge souverän im Griff und ließ sich auch von dem kleinen Rückschlag heute Mittag nicht aus dem Konzept bringen. Er war stark genug, um seine Führung sofort wieder auszubauen und sich den Sieg zu sichern."

Fotoquelle: xpb images

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