Jari-Matti Latvala gewann in Schweden die erste Qualifying-Prüfung der WRC

Rallye 2012

— 16.02.2012

WRC-Qualifying noch nicht der Weisheit letzter Schluss

Der in Schweden erstmals vorgetragene Qualfifying-Modus stößt bei Fahrern und Teams auf Begeisterung, die WRC-Kommission will dennoch nachbessern

Bei der Rallye Schweden fand am vergangenen Donnerstag erstmals der neue Qualifying-Modus seine Anwendung. Im Zuge der Regeländerung über den Winter wird in diesem Jahr bei allen WRC-Läufen mit Ausnahme der Asphalt-Events die bisherige Shakedown-Prüfung zum Qualifying. Die auf dieser Prüfung herausgefahrenen Zeiten entscheiden über die Startreihenfolge auf der ersten Etappe, wobei der schnellste Fahrer zuerst wählen darf.

Ford-Pilot Jari-Matti Latvala sicherte sich in Schweden die erste Qualifying-Prüfung der WRC-Geschichte und wählte anschließend eine Startposition am hinteren Ende. Der Finne entschied sich, als 17. von 21 Fahrern auf die verschneiten Strecken zu gehen. Die Wahl sollte sich auszahlen, Latvala holte sich in Schweden seinen ersten Saisonsieg.

Teamkollege Petter Solberg ist vom neuen Modus ebenfalls angetan. Der Norweger hält die Regeländerung für "eine großartige Idee für die Medien, da es nun etwas gibt, über das jeder spricht". Ford-Motorsportdirektor Gerard Quinn ist gleichermaßen begeistert: "Dank des Qualifyings haben wir nun ein weiteres taktisches Element im Spiel. Dieses sorgte am Donnerstagabend für jede Menge Reiz und lässt ab sofort verschiedene Strategien zu."

WRC-Kommission fürchtet größere Abstände

Auf Seiten der WRC-Kommission ist man allerdings noch nicht restlos überzeugt und denkt über eine Anpassung der Qualifying-Regeln nach. "Der Grund für die Einführung eines Qualifyings lag eher in der Werbung für den Sport als im organisatorischen Ablauf begründet", erklärt Jarmo Mahonen, Präsident der WRC-Kommission, gegenüber 'Autosport'. "Das hat gut funktioniert, aber ich sehe in den größer werdenden Abständen eine potenzielle Gefahr."

Der Finne stört sich daran, dass die schnellen Piloten tendenziell zu hinteren Startpositionen greifen, um sich von langsameren Fahrern die Schotterstrecken "sauberfahren" zu lassen. Dadurch würden die ohnehin schnelleren Piloten einen noch größeren Vorsprung auf die Konkurrenz herausfahren. "Wenn die Autos in umgekehrter Reihenfolge starten, werden die Abstände größer. Das kann nicht im Sinne der Weltmeisterschaft sein", findet Mahonen.

"Aus sportlicher Sicht ist es eine faire Lösung, aber ich wundere mich nach wie vor darüber, warum wir den besten Fahrern auch die besten Startpositionen geben", sagt der Finne und kündigt an: "Mit diesem Thema werden wir uns noch genauer befassen."

Fotoquelle: xpb images

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