Sebastien Loeb geht mit zehn Sekunden Vorsprung auf Solberg in den Schlusstag

Rallye 2012

— 26.05.2012

SS14-17: Loeb hat nun Solberg im Nacken

In Griechenland hat sich Petter Solberg als schärfster Verfolger von Sebastien Loeb herauskristallisiert, nachdem Jari-Matti Latvala viel Zeit verlor

Sebastien Loeb ist nach der dritten Etappe der Rallye Griechenland zwar seinen schärfsten Verfolger Jari-Matti Latvala los, entspannen kann sich der Rekordweltmeister an der Spitze auf dem Weg zu einem möglichen dritten Sieg bei der "Akropolis" aber nicht.

Nachdem sich Latvala bei seinem Comeback nach Verletzungspause lange Zeit ein elektrisierendes Duell mit Loeb im Kampf um die Führung geliefert hatte, fiel der Finne auf der ersten Nachmittagsprüfung entscheidend zurück. Nach einem Reifenschaden und anschließendem Radwechsel auf der Prüfung wurde Latvala auf den vierten Gesamtrang durchgereicht.

Der neue Zweitplatzierte Petter Solberg machte sich im zweiten Werks-Ford umgehend auf die Verfolgung von Loeb und realisierte am Samstagnachmittag bei schwierigen Wetterverhältnissen drei Bestzeiten. Der Norweger geht mit einem Rückstand von 10,2 Sekunden auf Loeb in den Schlusstag und hat den Kampf um den Sieg noch nicht aufgegeben.

"Es ist fantastisch. Ich ging kein großes Risiko ein und hoffte nur, etwas Zeit gutmachen zu können. Morgen wird es sehr interessant werden", sagt Solberg mit Blick auf die verbleibenden 65 Wertungsprüfungskilometer am Sonntag. Der Führende Loeb kann da nur zustimmen: "Uns steht morgen ein harter Kampf bevor, heute Nachmittag waren nicht gerade vom Glück verfolgt."

Mikko Hirvonen belegt mit mehr als eineinhalb Minuten Rückstand auf Solberg Rang drei. Latvala ist nur noch Vierter und hat angesichts fast drei Minuten Abstand zu Hirvonen keine realistische Chance mehr auf eine Podiumsplatzierung. Hinter den vier Werksfahrern Loeb, Solberg, Hirvonen und Latvala hält nun wieder Mads Östberg im Adapta-Ford Platz fünf.

SS14: Latvala verliert durch Radwechsel drei Minuten

Auf SS14 holte sich Loeb seine einzige Bestzeit des Nachmittags. Dabei kamen ihm allerdings die Schwierigkeiten Latvalas zu Gute. Der Ford-Pilot erlitt nach 13 der 17,4 Kilometer einen Reifenschaden hinten rechts und nahm anschließend noch auf der Prüfung einen Radwechsel vor. Erst nach einem Zeitverlust von mehr als drei Minuten konnte der Finne seine Fahrt fortsetzen.

"Es war mein Fehler, ich traf eine Böschung", nahm Latvala die Schuld auf sich. "Obwohl es kein harter Einschlag war, hat es gereicht, um den Reifen nachhaltig zu beschädigen. Normalerweise kann man mit einem schleichenden Plattfuß noch eine ganze Weile fahren, aber leider wurde auch die Felge beschädigt."

Durch die Probleme Latvalas übernahm dessen Ford-Teamkollege Solberg kampflos Platz zwei. Hirvonen im zweiten Citroen wurde ab sofort auf Rang drei notiert. Hinter Latvala rückte Östberg - inzwischen mit einer neuen Antriebswelle am Adapta-Ford ausgestattet - im Kampf um Platz fünf Markenkollege Martin Prokop bis auf 0,8 Sekunden auf die Pelle.

SS15: Regen sorgt für dramatische Verhältnisse

Auf der zweiten Überfahrt der ohnehin schon als extrem schwierig geltenden "Ghymno"-Prüfung kam zu allem Überfluss auch noch Regen hinzu. Solberg absolvierte die 17,6 Kilometer am schnellsten, ging aber kein extrem hohes Risiko.

"Das ist die schlimmste Prüfung der gesamten Rallye. Ich setzte das Auto vor dem Start sehr hoch. Mir ging es nur ums Überleben, nicht um Performance", so der Norweger, der mit Blick auf die WM-Wertung "Cleverness" walten lies, wie er sagt und von seiner Bestzeit überrascht war.

Loeb büßte 6,4 Sekunden auf Solberg ein und sprach anschließend von "sehr rutschigen Verhältnissen auf den nassen Steinen in der Bergab-Passage". Nach den Problemen auf der vorangegangenen Prüfung musste Latvala im zweiten Werks-Ford ab sofort ohne rechte Hinterradbremse auskommen. Für den Finnen reichte es so auf SS15 nur zur achtschnellsten Zeit. Im Kampf um Platz fünf schob sich Östberg dank der fünftschnellsten Zeit an Prokop vorbei.

SS16: Loeb schimpft über das Wetter

Auch auf der vorletzten Prüfung des Tages, der zweiten Überfahrt von "Kefalari", sorgten Regenfällen für extrem schwierige Bedingungen. Solberg verbuchte eine weitere Bestzeit. Loeb blieb ihm mit nur 1,4 Sekunden Rückstand aber dicht auf den Fersen. Der Hauptgrund dafür lag weniger im Risiko seitens des Franzosen, als vielmehr in einem Fahrfehler Solbergs.

"Ich habe sieben Sekunden liegengelassen", so der Norweger, nachdem er einen Abzweig verpasst hatte. Loeb hingegen war angesichts der Bedingungen wenig begeistert: "An Stellen, wo wir normalerweise mit 120 km/h ankommen, mussten wir 40 fahren. Bei diesen Verhältnissen ist es unmöglich, das Auto zu kontrollieren."

SS17: Solberg erhöht den Druck auf Loeb

Mit seiner dritten Bestzeit auf der vierten Nachmittagsprüfung (SS17) reduzierte Solberg den Rückstand auf den Führenden Loeb schließlich bis auf 10,2 Sekunden. Der Ford-Pilot absolvierte den zweiten Durchgang der "Ziria"-Prüfung 3,9 Sekunden schneller als der Rekordweltmeister, der erneut mit den Verhältnissen haderte: "Wir hatten am Beginn der Prüfung mit starkem Regen zu kämpfen. Er (Solberg; Anm. d. Red.) war klar schneller, aber ich bin für einen Kampf bereit."

Hinter den beiden verbliebenen Siegkandidaten teilten sich Östberg und der nach wie vor von Bremsproblemen geplagte Latvala die drittschnellste Zeit auf der letzten Prüfung des Tages. "Speziell die Haarnadelkurven waren schwierig, da ich die Handbremse nicht benutzen konnte", so Latvala, der mit knapp drei Minuten Vorsprung auf Östberg in den Schlusstag geht.

Hinter den Top 5 belegt Prokop im privat eingesetzten Fiesta RS WRC Rang sechs, nachdem er die fünfte Position im Verlauf des Nachmittag wieder an Markenkollege Östberg abtreten musste. Citroen-Junior Thierry Neuville ist Siebter.

Probleme für das Volkswagen-Duo und Al-Attiyah

Sebastien Ogier leistete am Nachmittag "dank" einer ausgefallenen Servolenkung an seinem Skoda Fabia S2000 Schwerstarbeit am Lenkrad, hält sich als Achter aber weiterhin in den Top 10 der Gesamtwertung der Rallye auf und hat nach wie vor die Führung in der S-WRC-Wertung inne. Teamkollege Mikkelsen musste den zweiten Fabia auf SS16 mit überhitztem Motor abstellen.

Auch Nasser Al-Attiyah sah das Ziel der dritten Etappe nicht. Der Katari hatte auf der ersten Nachmittagsprüfung eine gebrochene vordere Antriebswelle am Citroen DS3 WRC des Qatar World Rally Teams zu beklagen und hofft genau wie Mikkelsen, am Sonntag unter Rallye2-Regularien wieder antreten zu können.

Gesamtwertung nach 17 von 22 Prüfungen (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) - 3:56:13.0 Stunden
02. Petter Solberg (Ford) +10.2 Sekunden
03. Mikko Hirvonen (Citroen) +1:51.9 Minuten
04. Jari-Matti Latvala (Ford) +4:44.6
05. Mads Östberg (Ford) +7:39.7
06. Martin Prokop (Ford) +8:08.6
07. Thierry Neuville (Citroen) +10:39.4
08. Sebastien Ogier (Skoda) +12:17.9
09. Yazeed Al Rajhi (Ford) +18:52.3
10. Andreas Mikkelsen (Skoda) +22:08.6

Fotoquelle: xpbimages.com

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