Sebastien Loeb liegt zur Halbzeit des zweiten Tages in Führung

Rallye 2013

— 03.05.2013

WP6-7: Loeb übernimmt nach Ogier-Fehler die Führung

Sebastien Ogier rutscht von der Strecke und verliert die Führung bei der Rallye Argentinien - Sebastien Loeb führt Citroen-Doppelspitze an

Sebastien vs. Sebastien - so lautete auch am Vormittag des zweiten Tages der Rallye Argentinien das Duell an der Spitze. Volkswagen-Pilot Sebastien Ogier und sein Landsmann Sebastien Loeb (Citroen) lieferten sich ein packendes Duell um die Führung, welches letztlich durch einen Fahrfehler von Ogier - vorläufig - zugunsten seines Rivalen entschieden wurde. Der Volkswagen-Pilot kam kurz vor dem Ende der siebten Wertungsprüfung (WP) mit seinem Polo R WRC von der Strecke ab und verlor 44 Sekunden auf Loeb. Dadurch übernahm der Citroen-Pilot die Spitze, während Ogier auf Platz drei zurückfiel.

"Wir sind in einer langsamen Kurve auf einer matschigen Stelle von der Strecke gerutscht", berichtet Ogier 'WRC live'. "Da die Handbremse nicht funktionierte, mussten wir zurücksetzen, um wieder auf die Straße zu kommen." Bei dem Ausrutscher wurde zudem die Windschutzscheibe des Fahrzeugs eingedrückt, wodurch Ogiers Sicht behindert wurde. In der Gesamtwertung führt nach dem Fehler des Volkswagen-Piloten nun Loeb. 8,9 Sekunden hinter dem Franzosen liegt dessen Teamkollege Mikko Hirvonen, Ogier folgt mit einem Rückstand von 26,3 Sekunden auf Position drei.

Ogier war an diesem Vormittag jedoch nicht der einzige Fahrer, dem die Streckenverhältnisse bei den beiden Wertungsprüfungen 120 Kilometer südlich des Rallye-Zentrums in Cordoba zu schaffen machte. Durch Regenfälle in der Nacht waren die Straßen sehr matschig und rutschig, zudem standen stellenweise Wasserlachen. "Es ist sehr schwierig. An einigen Stellen hast du guten Grip, und dann rutscht das Auto urplötzlich weg", beschreibt Loeb im WP-Ziel die Bedingungen.

WP6: Sekundenduell an der Spitze

Zum Auftakt des Freitags stand die WP "Santa Rosa - Villa del Dique" mit einer Länge von 40,69 Kilometern auf dem Programm. Hier lieferten sich Ogier und Loeb ein heißes Sekundenduell um die Bestzeit, bei dem bei den Zwischenzeiten zunächst der Citroen-Pilot knapp vorne lag. Im Ziel behielt Ogier jedoch um 1,4 Sekunden die Oberhand. Ein harmloser Ausrutscher Loebs, dessen DS3 WRC im Ziel der Wertungsprüfung völlig mit Schlamm bedeckt ankam, brachte die entscheidende Wendung.

"Ich habe einen Fehler gemacht. Gegen Ende der Prüfung bin ich in einer Kurve weit raus gerutscht und von der Strecke abgekommen. Dabei haben ich drei bis vier Sekunden verloren", erklärt Loeb. Auch Ogier klagte: "Einige Stellen sind sehr rutschig. Vor allem gegen Ende ging es nur darum, das Auto auf der Strecke zu halten. Unser Ziel war, den Abstand zu halten." Das gelang dem Franzosen auf der nächsten Prüfung nicht mehr.

Auch Hirvonen, der die drittbeste Zeit auf WP6 fuhr, hatte unterwegs einige "Aha-Momente": "Der Start der Prüfung war okay, aber dann hatte ich einige brenzlige Momente in einigen schlammigen Kurven und stehendem Wasser." Pech hatte erneut Michal Kosciuszko (Mini). Der Pole, der nach seinem Ausfall am Donnerstag heute unter Rallye2-Regel an den Start ging, blieb auf der sechsten WP stehen. Sein Team vermute einen Aufhängungsschaden als Ausfallursache, ob Kosciuszko die Rallye fortsetzen steht noch nicht fest.

WP7: Drama bei Ogier - Bestzeit für Östberg

Auch auf den 39,16 Kilometern von Amboy nach Yacanto erwarteten die Piloten rutschige Straßen, die Ogier schließlich zum Verhängnis wurden und den Kampf an der Spitze drehten. Davon unbeeindruckt zeigte sich Mads Östberg (Ford). Der M-Sport-Pilot - nach seinem Ausfall am Donnerstag heute unter Rallye2-Regel wieder am Start - markierte bei der siebten WP die Bestzeit und hat sich in der Gesamtwertung mittlerweile wieder auf Position neun vorgekämpft. "Das Gefühl ist recht gut. Es sind recht schwierige Bedingungen, aber das ist für alle gleich", sagt Östberg. "Ich fahre nicht mehr bei 100 Prozent, denn wir müssen hier so viel wir möglich mitnehmen."

Loeb verpasste die Bestzeit des Norwegers um nur 0,5 Sekunden, mit 3,6 Sekunden Rückstand belegte Hirvonen Platz drei, wodurch die beiden Citroen-Piloten als Doppelspitze die Gesamtwertung anführen. Der Finne hatte jedoch Glück, dass sein DS3 WRC einen Ausrutscher unbeschadet überstand. "Ich bin von der Straße abgekommen und habe mit dem rechten Hinterrad einen Stein getroffen. Der Reifen hat sich zunächst seltsam angehört, aber es sollte uns nicht allzu viel Zeit gekostet haben", so Hirvonen.

Vierter auf WP7 und auch in der Gesamtwertung (+ 44,8 Sekunden) ist Jari-Matti Latvala (Volkswagen). Der Finne war mit seiner eigenen Leistung jedoch nicht ganz zufrieden: "Ich bin nicht richtig in Form und verliere vor allem auf den feuchten Stellen zu viel Zeit." Hinter Jewgeni Nowikow (Ford) belegt Andreas Mikkelsen im dritten Volkswagen Position sechs in der Gesamtwertung.

Der Norweger büßte durch einen beschädigten linken Vorreifen auf dem Schlussabschnitt der siebten WP Zeit ein: "Zehn Kilometer vor dem Ende habe ich starkes Untersteuern bekommen", berichtet Mikkelsen. Weiterhin glücklos verläuft die Rallye für Dani Sordo (Citroen). Nach seinem Überschlag vom Donnerstag bremsten ihn heute Zündaussetzer am Motor des DS3 ein. "Bei hohen Drehzahlen ist es okay, aber bei niedrigen Drehzahlen fehlt mir Leistung. Ich glaube, ich habe viel Zeit verloren", so Sordo, der mit über zwölf Minuten Rückstand auf Gesamtrang zehn fährt.

Gesamtstand nach WP7 (Top 10):

01. Sebastien Loeb (Citroen) - 2:24:58.1 Stunden
02. Mikko Hirvonen (Citroen) - + 8,9 Sekunden
03. Sebastien Ogier (Volkswagen) - + 26,3
04. Jari-Matti Latvala (Volkswagen) - + 44,8
05. Jewgeni Nowikow (Ford) - +1:55,4 Minuten
06. Andreas Mikkelsen (Volkswagen) - + 2:34,1
07. Thierry Neuville (Ford) - + 2:41,1
08. Martin Prokop (Ford) - + 9:23,9
09. Mads Östberg (Ford) - + 10:21,7
10. Dani Sordo (Citroen) - + 12:03,3

Fotoquelle: xpbimages.com

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