Test Ferrari California — AUTO BILD 25/2008 — 23.06.2008
California dreaming
Ein Ferrari wie aus dem Bilderbuch: kraftvoll, rassig. Und vor allem rot.
Neuauflage des alten Hits von den Mamas und Papas: Dieser Traumwagen hört auf den Namen California und hat Talente wie kein anderer Ferrari zuvor. AUTO BILD stellt den Neuen vor.
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Der California ist wieder ein echter Ferrari geworden
Die wichtigste Nachricht aber lautet: Der California ist wieder ein echter Ferrari geworden. Kein Dino, kein kleiner Ferrari, kein Sparmodell. Hinreißend das Gesicht mit der tief schnüffelnden Nase, einmaliger Schwung in den vorderen Kotflügeln und gelungene Designzitate vom Ur-California. Der Lufteinlass auf der Haube und die seitlichen Schlitze erinnern an den Spyder auf Basis des 250 GT, der immer wieder gern als "sexiest car" aller Zeiten bezeichnet wird. Mehr optischen Sex könnte der neue California allerdings hinten gebrauchen, wo die breite schwarze Heckblende und der mächtige Stoßfänger reichlich dick auftragen. Die Zweifel verfliegen nach dem Einstieg. Der Drehzahlmesser thront wie gewohnt in der Mitte (rot ab 7800 Umdrehungen), rechts am Lenkrad der Mini-Schalter "Manettino", um schrittweise alle elektronischen Wächter auszuknipsen. Das Rennstrecken-Monster – mit satten 1625 Kilo Leergewicht als Rucksack – lauert stets nur einen Knopfdruck entfernt.In 14 Sekunden wird aus dem Coupé ein Cabrio
Drinnen tobt ein neues, unbekanntes Ferrari-Gefühl. Überm Kopf, unter dem Alu-Dach, hat man richtig Platz. In 14 Sekunden verwandelt der faltbare Hut von Webasto den geschlossenen California vollautomatisch in ein offenes "California dreaming". Die Schaltpaddel jagen die Gänge jetzt ohne Zeitverzug hinein, zugleich schaltet das Doppelkupplungsgetriebe im Automatik-Modus so sanft, dass die Damen unterwegs ruckfei den Lippenstift nachziehen können. Fumarola: "Das ist der Komfort, den unsere Kunden verlangen." Und das Totenglöckchen für die schnelle, harte F1-Schaltung der großen Ferrari, die künftig schrittweise auf die Doppelkupplung umschwenken. Der Frauen-Ferrari (erwarteter Damen-Anteil: 25 Prozent) soll komfortabler federn dank der neuen Multilink-Hinterachse, und zeitgemäßes Spritsparen hat der neue, 4,3 Liter große V8 zumindest ansatzweise erlernt.ANZEIGE
Das Fazit von AUTO BILD-Redakteur Joachim Staat
Der California ist kein Spar-Ferrari, sondern ein moderner Einsteiger-GT. Komfortabel, vielseitig, im Herzen wieder rot. Nicht so radikal wie ein 430. Deshalb wird er wohl begehrter sein.Technische Daten: • 2-plus-2-sitziges Coupé-Cabrio • Länge/Breite 4,56/1,90 m • 4,3-Liter-V8, längs hinter der Vorderachse • Hinterradantrieb • Leistung 338 kW (460 PS) • Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe • 0–100 km/h in unter vier Sekunden • Spitze 310 km/h • Carbon-Keramik-Bremsen • Reifen 285/40 R 18 vo., 285/40 R 19 hi. • Verbrauch 13,2 l Super plus • Leergewicht 1625 kg • Kofferraum 260/360 l Preis: circa 170.000 Euro

