Test Ford F-650 — 07.08.2008
Einmal volltanken – 914 Euro
590 Liter Tankinhalt. 5,2 Tonnen Leergewicht. Wie lebt es sich mit zu viel Auto? AUTO BILD hat den Selbstversuch gewagt und war mit dem Ford F-650 in Münchens Innenstadt unterwegs.
Die Disziplin des Ford F-650: sehen und gesehen werden
Der letzte Teil der Presseinfo scheint zu stimmen. Der Ford F-650 ist ein Blickfang. Auch woanders in München. Vor der Uni dreht sich Studentin Tanja Gerlach zwar nach dem 325 PS starken Laster um, aber nicht gleich durch. "Man vermutet da eher irgendeinen Macker am Lenkrad", sagt die hübsche Blonde. Kommilitone Philipp David findet den Brummer mit 6,7 Liter Hubraum zwar "untauglich, um zur Arbeit zu kommen, zum Spaßhaben aber super". Es läuft, der Ford F-650 ist ein Gefährt, wie gemacht für zeigefreudige Großstadtcowboys. Aber was taugt der Fünfsitzer im Alltag?
Ein echter Truck: 6,7-Liter-V8-Diesel, Luftdruckbremse, Zwillingsbereifung
Dank Sechsstufen-Tastenautomatik, Luftdruckbremse und guter Servolenkung lässt sich das Monstrum zwar erstaunlich leicht durch enge Gassen bugsieren. Und der Fahrer thront auf einem stattlichen Hochsitz, der so manchen Jäger vor Neid erblassen ließe. 1000 Newtonmeter Drehmoment machen viel Druck, Lärm – und viele neue Freunde. Lkw-Fahrer warten, winken den fetten Ford solidarisch lächelnd durch. Dabei muss der Steuermann gar keiner von ihnen sein. Denn fahren darf den knapp 125 km/h langsamen Diesel jeder, der einen alten Führerschein Klasse drei hat. Doch zwei oder drei Stunden auf Münchens Asphalt machen müde. Denn der ständige Blick in die ausladenden Seitenspiegel ist Pflicht – und auf Dauer ganz schön anstrengend. Muss aber sein, um die 22,5 Zoll großen Zwillingsreifen in der Spur zu halten.Und wie ist es mit dem anderen Teil der Presseinfo? Werden gewöhnliche SUV wirklich zu Winzlingen? Ab in die Maximilianstraße. Aufgrund diverser Luxusboutiquen ist die Millionärsmeile eindeutig SUV-Land. Und tatsächlich: M-Klasse, X5, Touareg – alles Spielzeug, aus dem Ford lässt sich vorzüglich durch deren getönte Sonnendächer luschern. Doch wer den Größten hat, passt oft nicht in enge Lücken. Beim Querparken ragt das Heck über den kompletten Bürgersteig. Das würde ein Ticket einbringen – wenn die Politesse es denn schafft, das Verwarnpapier hinter den 1,80 Meter hohen Scheibenwischer zu klemmen. Also Landflucht.

































