Test: Sechs Allradler im Schnee — 14.01.2010
Winter-Einsatz für 4x4-Sportler
Reichlich Neuschnee und abgesperrte Pisten: ein Traum für Fans des instabilen Fahrzustands. Und ein Fest für Audi TT RS, Porsche 911 Turbo, Lamborghini Gallardo Spyder, Mitsubishi Lancer Evo, Nissan GT-R und Subaru Impreza WRX STI.
Überblick: News und Tests zu allen Automarken
Dazu nehmen wir einen Lamborghini Gallardo, der zwar eher auf die Rundstrecke gehört, aber auch über Allradantrieb und eine gehörige Potenz verfügt. Da jedoch selbst der Günstigste der drei, der Nissan GT-R, mit 83.500 Euro noch ein happiger Brocken ist, legen wir noch einen zweiten Dreiervergleich aus einem niedrigeren Preissegment drauf. Auch hier sind es zwei hochgelobte Allradler, die auf einen mutmaßlichen Außenseiter treffen: Mitsubishi Lancer Evo MR und Subaru Impreza WRX STi Sport fordern den rassigen Fünfender Audi TT RS. Mit 49.490 Euro stellt der WRX STi Sport den günstigsten Vergleichskandidaten dar. Der teuerste ist der mit vergleichsweise simpler Allradtechnik ausgestattete Audi TT RS für 55.800 Euro. Der Versuchsaufbau ergibt sich aus den örtlichen Gegebenheiten. Ein stillgelegtes, zugeschneites und extra präpariertes Flugfeld eignet sich zum einen für Performance- und Bremsmessungen. Außerdem stecken wir einen fiesen, weil anspruchsvollen und eher langsamen Handlingparcours auf dem Flugfeld, der 770 Meter lang ist und als zentrales Element einen 18-Meter-Slalom aufweist.Die Beschleunigungs- und Bremstests auf Schnee starten im Morgengrauen
Die dritte Möglichkeit der Datenerfassung bietet die Natur: Der Nufenen-Pass, im Winter stets gesperrt, führt von Ulrichen etwa 1,5 Kilometer und rund 400 Höhenmeter aufwärts und dient Reifenhersteller Continental als Teststrecke. Neben zwei engeren Kehren reiht sich hier Kurve an Kurve. Zum Warmlaufen für Mensch und Maschine starten wir vor dem Morgengrauen mit den Beschleunigungs- und Bremstests auf Schnee. Eine ehrliche Angelegenheit, denn hier kann punkten, wer mit der besten Traktion und den am besten harmonierenden Reifen aufwartet. Wie der Audi und der Porsche verfügt auch der Lamborghini über einen sogenannten Hang-on-Allradantrieb. Das heißt: Es gibt eine Hauptantriebsachse (Lambo und Porsche: hinten; Audi TT RS: vorn), von der bei Bedarf beziehungsweise zu viel Schlupf Antriebskraft auf die jeweils andere Achse übertragen wird. Das geschieht beim Gallardo über eine Viskokupplung ohne elektronische Regelung, bei Porsche und Audi wird die Kraft über eine elektronisch geregelte Lamellenkupplung zwischen den beiden Achsen verteilt. Mit stark auskeilendem Heck und heiserem Sound kämpft sich der Italiener über die schneeglatte Piste – und durchbricht nach 8,9 Sekunden die 100er-Marke. Für die Bremsung braucht er 98,5 Meter.Als Nächster ist der Subaru dran, der, wie auch der Evo und der Nissan GT-R, über einen permanenten Allradantrieb verfügt, der die Kraft zwischen beiden Achsen über ein zentrales Differenzial verteilt. "Der krallt sich schon ganz anders in den Schnee", erklärt SPORTSCARS-Testfahrer Guido Naumann, kritisiert aber die hakelige Schaltung. Nach 8,8 Sekunden erreicht der WRX STI Tempo 100 und braucht 96,1 Meter bis zum Stillstand. Der Evo hat hier einen Vorteil, denn das Doppelkupplungsgetriebe verfügt über einen speziellen Automatikmodus für solche Bedingungen: 8,6 Sekunden sagt die Uhr, der Bremsweg liegt bei 100,8 Metern. Dann fegt der Audi TT über die Piste und füllt die eiskalte Ebene mit seinem markigen Fünfzylindersound. Wieder eine Verbesserung: Nach 8,1 Sekunden durchbricht der TT RS die 100er-Schallmauer, steht nach sensationellen 93,8 Metern.
Das Siegerkriterium in diesem Vergleichstest heißt Effizienz
Die Spannung steigt, jetzt ist der GT-R dran. "Klasse, wie man den Allradantrieb regeln hört und spürt – es geht einfach zackig voran", sagt Guido. Das Ergebnis bedeutet Bestwert: Im Automatikmodus nimmt sich der Nissan nur 7,5 Sekunden bis auf 100 km/h und kommt nach 96,3 Metern zum Stehen. Doch im Porsche 911 Turbo findet der Japaner seinen Meister: In 7,2 Sekunden sprintet der Turbo auf geschlossener Schneedecke auf Tempo 100 und steht wieder nach 92,9 Metern. Inzwischen ist es hell, doch die Sonne wird noch ein paar Stunden brauchen, bis sie dem Schnee zusetzt. Wir wechseln auf den Handlingparcours und trennen die sechs in zwei Dreiergruppen. Doch wonach suchen wir beim Fahren auf Schnee? Das Siegerkriterium heißt Effizienz. Die lässt sich messen über die Rundenzeiten und sagt auch etwas aus über die Fahrbahrkeit – gerade auf Schnee. Beste Voraussetzungen also für die beiden Allrad- und Driftspezialisten Evo und STi, um dem eher für Rundstrecken ausgelegten, aber stärkeren und leichteren TT RS gehörig um die Ohren zu fahren.Wie erwartet umrundet der Evo den Kurs, wie es sich gehört: ausgewogenes Wechselspiel zwischen Über- und Untersteuern im Slalom, wunderbar im Drift um Kehren zu steuern. Doch das Dopppelkupplungsgetriebe patzt beim Hochdrehen, die Seitenführung der Reifen könnte besser sein. Die erste Zeit: 1:10,00 Minuten legt der Evo vor. Ähnlich wohl fühlt sich der STi beim Slalom, zeigt aber reifenbedingt eine größere Untersteuertendenz und muss so mit Hilfe der Handbremse um die Kehre gezwungen werden. Seine Zeit: 1:09,62 Minuten. Ein völlig anderes Gefühl vermittelt der TT RS: Bedingt durch starkes Untersteuern verliert der Audi in den beiden Kehren etwas Zeit, kann aber durch vorzügliche Traktion und sehr neutrale Auslegung beim Slalom punkten und sorgt so für die erste Überraschung: Nach 1:06,55 Minuten steht die Uhr – Bestzeit bis dahin.
Wie sich der Rest des Testfeldes geschlagen hat, lesen und sehen Sie in der Bildergalerie. Den kompletten Vergleich mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Heftarchiv.
| Fahrzeugdaten | Audi TT RS | Mitsubishi Evo MR | Subaru WRX STI Sport |
|---|---|---|---|
| Motor | R5, Turbo | R4, Turbo | B4, Turbo |
| Einbaulage | vorn quer | vorn quer | vorn längs |
| Ventile / Nockenwellen | 4 pro Zylinder / 2 | 4 pro Zylinder / 2 | 4 pro Zylinder / 4 |
| Hubraum | 2480 cm³ | 1998 cm³ | 2457 cm³ |
| Bohrung x Hub | 82,5 x 92,8 mm | 86,0 x 86,0 mm | 99,5 x 79,0 mm |
| Verdichtung | 10,0:1 | 9,0:1 | 8,2:1 |
| kW (PS) bei 1/min | 250 (340)/5400-6500 | 217 (295)/6500 | 221 (300)/6000 |
| Literleistung | 137 PS/Liter | 148 PS/Liter | 122 PS/Liter |
| Nm bei 1/min | 450/1600-5300 | 366/3500 | 407/4000 |
| Antriebsart | Allrad | Allrad | Allrad |
| Getriebe | 6-Gang manuell | 6-Gang-Doppelkupplung | 6-Gang manuell |
| Bremsen vorn | 370 mm/innenbel./gelocht | 350 mm/innenbel. | 326 mm/innenbel. |
| Bremsen hinten | 310 mm/innenbel. | 330 mm/innenbel. | 316 mm/innenbel. |
| Radgröße vorn/hinten | 9 x 19 | 8,5 x 18 | 8,5 x 18 |
| Reifen vorn/hinten | 255/35 R 19 | 245/40 R 18 | 245/40 R 18 |
| Reifentyp | Michelin Pilot Sport 2 RO1 | Dunlop SP Sport 600 | Dunlop SP Sport 600 |
| Länge/Breite/Höhe | 4198/1842/1342 mm | 4505/1810/1480 mm | 4415/1795/1475 mm |
| Radstand | 2468 mm | 2650 mm | 2625 mm |
| Leistungsgewicht | 4,3 kg/PS | 5,4 kg/PS | 5,1 kg/PS |
| Zuladung | 376 kg | 439 kg | 457 kg |
| Tankvolumen | 60 l | 55 l | 60 l |
| Messwerte | Audi TT RS | Mitsubishi Evo MR | Subaru WRX STI Sport |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0– 50 km/h | 1,5 s | 2,7 s | 1,6 s |
| 0–100 km/h | 4,5 s | 6,1 s | 5,7 s |
| 0–130 km/h | 7,4 s | 9,4 s | 9,0 s |
| 0–160 km/h | 10,8 s | 13,9 s | 13,2 s |
| 0–200 km/h | 16,4 s | 24,0 s | 22,4 s |
| Viertelmeile | |||
| 0–402,34 m | 12,85 s | 14,43 s | 14,01 s |
| Höchstgeschwindigkeit | |||
| Herstellerangabe | 250 km/h (280 km/h mit Anhebung) | 242 km/h | 250 km/h |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h im 4. Gang | 3,9 s | 4,7 s | 5,1 s |
| 80–120 km/h im 5. Gang | 4,8 s | 6,4 s | 6,7 s |
| 80–120 km/h im 6. Gang | 5,9 s | 10,2 s | 12,1 s |
| Bremsweg (Verzögerung) | |||
| 100–0 km/h kalt | 35,9 m (–10,8 m/s²) | 34,2 m (–11,3 m/s²) | 35,5 m (–10,9 m/s²) |
| 100–0 km/h warm | 35,1 m (–11,0 m/s²) | 34,4 m (–11,2 m/s²) | 36,6 m (–10,5 m/s²) |
| 200–0 km/h warm | 141,2 m (–10,9 m/s²) | – | – |
| Testverbrauch | |||
| Ø auf 100 km | 11,6 l Super Plus | 13,6 l Super Plus | 13,1 l Super Plus |
| Reichweite | 520 km | 400 km | 460 km |
| Leergewicht | 1474 kg | 1601 kg | 1523 kg |
| Fahrzeugdaten | Gallardo Spyder | Nissan GT-R | Porsche 911 Turbo |
|---|---|---|---|
| Motor | V10 | V6, Biturbo | B6, Biturbo |
| Einbaulage | Mitte längs | vorn längs | hinten längs |
| Ventile / Nockenwellen | 4 pro Zylinder / 4 | 4 pro Zylinder / 4 | 4 pro Zylinder / 4 |
| Hubraum | 5204 cm³ | 3799 cm³ | 3800 cm³ |
| Bohrung x Hub | 84,5 x 92,8 mm | 95,5 x 88,4 mm | 102,0 x 77,5 mm |
| Verdichtung | 12,5:1 | 9,0:1 | 9,8:1 |
| kW (PS) bei 1/min | 412 (560)/8000 | 357 (486)/6400 | 368 (500)/6000 |
| Literleistung | 108 PS/Liter | 128 PS/Liter | 132 PS/Liter |
| Nm bei 1/min | 540/6500 | 588/3200-5200 | 650/1950-5000 (700 mit Overb.) |
| Antriebsart | Allrad | Allrad | Allrad |
| Getriebe | 6-Gang sequenziell | 6-Gang-Doppelkupplung | 7-Gang-Doppelkupplung |
| Bremsen vorn | 380 mm/innenbel./gelocht | 380 mm/innenbel./gelocht | 350 mm/innenbel./gelocht |
| Bremsen hinten | 356 mm/innenbel./gelocht | 380 mm/innenbel./gelocht | 350 mm/innenbel./gelocht |
| Radgröße vorn/hinten | 8,5 x 19 / 11 x 19 | 9,5 x 20 / 10,5 x 20 | 8,5 x 19 / 11 x 19 |
| Reifen vorn / hinten | 235/35 R 19 / 295/30 R 19 | 255/40 R 20 / 285/35 R 20 | 235/35 R 19 / 305/30 R 19 |
| Reifentyp | Pirelli P Zero Corsa | Dunlop SP Sport 600 DSST | Bridgestone Potenza RE 050 A |
| Länge/Breite/Höhe | 4345/1900/1184 mm | 4650/1895/1370 mm | 4450/1852/1300 mm |
| Radstand | 2560 mm | 2780 mm | 2350 mm |
| Leistungsgewicht | 3,1 kg/PS | 3,7 kg/PS | 3,3 kg/PS |
| Zuladung | k. A. | 412 kg | 330 kg |
| Tankvolumen | 80 l | 74 l | 67 l |
| Messwerte | Gallardo Spyder | Nissan GT-R | Porsche 911 Turbo |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0– 50 km/h | 1,7 s | 1,9 s | 1,5 s |
| 0–100 km/h | 4,1 s | 4,1 s | 3,3 s |
| 0–130 km/h | 6,1 s | 6,0 s | 5,1 s |
| 0–160 km/h | 8,3 s | 8,5 s | 7,1 s |
| 0–200 km/h | 12,6 s | 12,9 s | 11,1 s |
| Viertelmeile | |||
| 0–402,34 m | 12,00 s | 12,11 s | – |
| Höchstgeschwindigkeit | |||
| Herstellerangabe | 324 km/h | 310 km/h | 312 km/h |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h im 4. Gang | 4,5 s | 3,9 s | 3,2 s |
| 80–120 km/h im 5. Gang | 5,7 s | 4,8 s | 3,8 s |
| 80–120 km/h im 6. Gang | 7,4 s | 7,1 s | 5,0 s |
| Bremsweg (Verzögerung) | |||
| 100–0 km/h kalt | 34,5 m (–11,2 m/s²) | 32,7 m (–11,8 m/s²) | 33,4 m (–11,6 m/s²) |
| 100–0 km/h warm | 33,7 m (–11,5 m/s²) | 33,3 m (–11,6 m/s²) | 33,2 m (–11,6 m/s²) |
| 200–0 km/h warm | 140,7 m (–11,0 m/s²) | 133,0 m (–11,6 m/s²) | – |
| Testverbrauch | |||
| Ø auf 100 km | 16,7 l Super Plus | 15,2 l Super Plus | 14,1 l Super Plus |
| Reichweite | 480 km | 490 km | 470 km |
| Leergewicht | 1715 kg | 1788 kg | 1630 kg |
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Kommentare zum Artikel (24)
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ich hab mir alle kommentare zu gemüde geführt und muss mich da einigen meinungen
anschließen.
1. ein test mit unterschiedlichen reifen bzw reifengrößen ist für mich nicht wirklich
repräsentativ ....
2. möchtegern allradler mit echten zu vergleichen ist ebenfalls nicht aussagekräftig
3. die deutsche autos mussten ja gewinnen ...... wie immer halt
aber es ist schön zu lesen das dieses spielchen auch anderen aufmerksamen lesern
aufgefallen ist und die leute nicht alles glauben was ihnen vorgesetzt wird.
Wiedermal lächerlich von Audibild und Audi Motor und Sport.
Ein TT mit einem Pseudo Allradsystem(4Motion, kein Quattro) gewinnt gegen Autos die derzeit die besten Allradsysteme besitzen und seit Jahrzehnten erfolgreich im Rallysport sind. Das ist einfach nur lächerlich. Hallo Audibild, wacht auf. Die Leute kapieren langsam dass ihr unterm VW Konzern steht. Kann nichts sein das jedesmal deren Produkt gewinnt obwohl die keine Chance haben und häufig deutlich schlechter sind.
Mhh komisch das in solchen tests immer ein deutsches Auto gewinnt!!!! Also irgendwas kann da ja irgendwie nicht stimmen
wenigstens haben die tester spass gehabt. auf die testergebnisse soll man ja hier nichts geben. diese stehen konträr zu tests in der vergangenheit und oft zu ergebnissen aus anderen fachmagazinen. AB arbeitet extrem am thema glaubwuerdigkeit, leider nicht im positiven.
sind sie als AB-tester nicht oft frustriert? oder wird so gut bezahlt? hirn aus, und auf's gehalt warten?
in keinem anderen fachmagazin werden soviele und so heftige kommentare geschrieben wie hier. laesst sie das eigentlich noch ruhig schlafen?
Mit unterschiedlicher Bereifung macht das eh alles keinen Sinn...