Vandalismus-Schäden am Auto

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Vandalismus am Auto: Versicherung

— 20.05.2016

Wer zahlt dafür?

Ob abgeknickte Antenne oder abgefackelter Wagen: Autobesitzer werden immer häufiger Opfer von Vandalismus. Die Täter sind oft nicht zu ermitteln, und die Versicherung springt nicht immer ein. Hilft eine Kasko-Versicherung?

Vandalismus ist sinnlose Zerstörungswut. Im Falle des Autos also die mutwillige und böswillige Beschädigung des Fahrzeugs. Das reicht von der abgeknickten Antenne über Kratzer im Lack und zerstochene Reifen bis hin zum aufgeschlitzten Cabrio-Dach und eingeschlagenen Scheiben. Wirkliche Gründe für Vandalismus gibt es nicht: Oft ist Alkohol im Spiel, manchmal gibt es politische oder persönliche Motive, wie etwa Streitigkeiten mit dem Besitzer – und manchmal geschieht es einfach grundlos.
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Vandalismus ist keine Seltenheit

Leider ist Vandalismus keine Seltenheit: Über 230.000 Fälle verzeichnen die Kfz-Versicherungen jährlich, rund 40 Prozent aller Autofahrer waren schon einmal davon betroffen – sei es ein abgebrochener Mercedes-Stern gewesen, oder ein in Flammen aufgegangener Wagen. Die häufigsten Vandalismus-Schäden sind:
• Kratzer im Lack
• Beulen und Dellen im Blech
• abgebrochene Außenspiegel
• eingeschlagene Scheiben
• abgeknickte Antennen

Der Gesamtschaden liegt dabei deutlich über 1,5 Milliarden Euro. Besonders von Vandalismus betroffen sind Großstädte, vor allem in Berlin werden häufig Fahrzeuge mutwillig zerstört – aber auch in anderen Städten sind Autos nicht unbedingt sicher. Vor allem politisch motivierte Täter greifen zudem öfter hochwertige Autos an, vielen Tätern ist das Modell aber ganz egal.

Welche Versicherung zahlt den Schaden?

Wer sein Auto beschädigt vorfindet, hat Glück, wenn er eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat. Nur mit der gesetzlich vorgeschriebenen Haftpflicht geht man in diesem Fall nämlich leer aus. Und auch mit einer Teilkasko bekommt man bei einem Vandalismus-Schaden keine Erstattung.

Die Teilkasko zahlt allerdings, wenn die Scheiben zerstört wurden oder das Fahrzeug angezündet wurde – allerdings nur, wenn es sich dabei nicht um Vandalismus handelt. Werden zum Beispiel bei einer politischen Demonstration mehrere Autos mutwillig von Brandstiftern angezündet, kann es sein, dass die Versicherung nicht zahlungspflichtig ist, da offensichtlich Vandalismus vorliegt!

Die Vollkasko zahlt (fast) jeden Schaden

Besser ist dran, wer eine Vollkaskoversicherung abgeschlossen hat. Egal ob Brandstiftung, Fußtritte gegen das Auto, Kratzer oder ein demoliertes Dach – die Versicherung kommt für den Schaden auf. Ausnahme: Die Kosten für Reifenschäden übernimmt keine Versicherung.

Außerdem darf man auch mit Vollkaskoschutz seine Sorgfaltspflicht nicht verletzen. Ist etwa für eine Straße eine Demonstration einer für Randale und Vandalismus bekannten Organisation angemeldet, und man parkt trotzdem dort, kommt die Versicherung eventuell um die Schadensregulierung herum.

Wie viel Geld bekommt man von der Versicherung? 

Muss die Versicherung zahlen, trägt sie die Kosten für die Reparatur des Schadens, um den Zeitwert wieder herzustellen. Allerdings wird die Schadensumme immer um die im Vertrag vereinbarte Selbstbeteiligung reduziert, egal ob es sich um einen Teil- oder Vollkaskoschaden handelt. Der Zeit- oder Wiederbeschaffungswert ist gleichzeitig auch die Höchstsumme, die ausbezahlt wird, wenn das Fahrzeug komplett zerstört ist und keinen Restwert mehr aufweist.

Ausnahme: Der Wagen ist noch neu und die Kaskoversicherung beinhaltet eine Neuwert-Entschädigungsklausel. Dann bekommt man bei einem Totalschaden den Kaufpreis ersetzt.

Wann liegt ein Totalschaden vor?

Neben einem technischen Totalschaden, bei dem das Autos schlichtweg gar nicht mehr – oder nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand – zu reparieren ist, gibt es auch den wirtschaftlichen Totalschaden. Der wirtschaftliche Totalschaden liegt für die Versicherung immer dann vor, wenn die Reparaturkosten höher wären, als der Wiederbeschaffungswert abzüglich des Restwertes des demolierten Autos. In diesem Fall muss die Versicherung die Reparatur nicht bezahlen!

Beispiel: Ein Fahrzeug hat einen Wiederbeschaffungswert von 10.000 Euro. Durch den Vandalismus-Schaden ist der Restwert des Fahrzeugs auf 4.000 Euro gesunken. Die Reparatur würde allerdings 7.000 Euro kosten. In diesem Falle würde die Versicherung nur 6.000 Euro ausbezahlen (Wiederbeschaffungswert minus Restwert) und nicht die vollen Kosten für die Reparatur übernehmen.

In der Vollkasko droht Beitrags-Hochstufung

Wird der Schaden von der Vollkasko übernommen, droht dem Versicherungsnehmer außerdem eine Reduzierung des Schadenfreiheitsrabatts, was sich in den Folgejahren in teilweise deutlich höheren Beiträgen bemerkbar macht. Gerade bei einer hohen Selbstbeteiligung sollte man deshalb bei geringeren Schäden genau überlegen, ob man auf die Versicherung zurück greift oder die Reparatur lieber aus eigener Tasche zahlt – und so in Summe günstiger davon kommt.

Als Faustregel gilt: Bei Schäden bis zu 1.000 Euro lohnt es sich in der Regel, darüber nachzudenken, den Schaden selbst zu zahlen. Helfen kann dabei ein Gespräch mit der Versicherung, die die zukünftigen Beiträge in Folge einer Heraufstufung vorausberechnen kann.

Was tun, wen ein Vandalismus-Schaden vorliegt?

Wer sein Auto demoliert vorfindet, sollte als erstes die Polizei verständigen und eine Anzeige wegen Sachbestätigung aufgeben. Die Polizei wird eventuelle Spuren sichern, es empfiehlt sich aber auch, selbst direkt einige Beweisfotos zu machen. Danach sollte man direkt die Versicherung informieren. Sie entscheidet über das weitere vorgehen, also  ob der Schaden direkt in einer Fach-Werkstatt repariert werden kann, ob sie einen Kostenvoranschlag anfordert oder sogar einen Gutachter schicken will.

Tipp: Man sollte auf keinen Fall auf eigene Faust und ohne Absprache mit der Versicherung einen Kostenvoranschlag anfertigen lassen oder einen Gutachter bestellen. Im Zweifelsfall erkennt die Versicherung das nicht an und man bleibt auf den Gebühren dafür sitzen!

Reparieren oder ausbezahlen?

Will man den Schaden nicht reparieren lassen, hat man auch die Möglichkeit, sich die in einem Kostenvoranschlag oder durch einen Gutachter ermittelte Schadensumme von der Versicherung auszahlen zu lassen. Dann geht die Versicherung allerdings davon aus, dass man an einer Reparatur nicht interessiert ist, und zieht die Mehrwertsteuer ab.

Vorsicht ist bei Verträgen mit Werkstattbindung geboten (sogenannten Rundum-sorglos-Pakete): Diese Verträge bieten oft günstiger Prämien und im Schadensfall muss man sich um kaum etwas kümmern; teilweise gibt es sogar einen Hol-und-Bring-Service.

Der Nachteil: Das Auto muss in einer von der Versicherung bestimmten Werkstatt repariert werden. Geschieht das nicht, übernimmt die Versicherung oft nicht die ganzen Kosten. Und: Manche Versicherer haben in diesen Verträgen oft Klauseln, die auch im Falle einer Auszahlung heftige Abschläge vorsehen, bis hin zur gänzlichen Verweigerung einer Barauszahlung.
Wie beugt man Vandalismusschäden vor?
Grundsätzlich kann jedes Auto, dass auf der Straße geparkt ist, Opfer von Vandalismus werden. Sicherer steht der Wagen auf einem abgeschlossenen Grundstück und insbesondere natürlich in einer verriegelten Garage. Die kostet zwar in der Regel am meisten Geld, schützt den Wagen aber auch vor Wind, Wetter und anderen ungebetenen Gästen, wie etwa Marter. Und bei fast allen Kfz-Versicherungen gibt es Rabatt (teilweise 15 Prozent und mehr), wenn der Wagen nachts in einer Garage abgestellt wird – die Kosten für den Stellplatz können sich also durchaus lohnen. Erst recht natürlich dann, wenn man keine Vollkasko-Versicherung hat!

Autor: Michael Gebhardt

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