Vorschau Audi A1

Vorschau Audi A1

— 09.11.2009

So greift Audi den Mini an

Audi macht gegen Mini mobil: Eine breite Modell-Familie des kleinen A1 soll den Trendsetter angreifen – vom Coupé bis zum Sportback und S1. Im Sommer 2010 öffnet das A1 Cabrio.

Alles am Mini ist maxi. Sein Erfolg, das modische Arsenal an Luxus-Extras und sogar die Marktlücke. Wo sind sie, die kleinen, feinen Nachahmer? Seit dem Comeback der Marke 2001 gibt es keinen ernsthaften Gegner am unteren Ende des Premium-Segments. Das will Audi nun ändern. Im Spätsommer 2010 kommt der neue A1 auf den Markt – der will nicht kleckern, sondern klotzen. 90.000 Autos pro Jahr gelten im ersten Anlauf als Ziel, aber das runderneuerte VW-Werk Brüssel gibt auch doppelt so viele Fahrzeuge her. Zum Vergleich: Mini baut derzeit 240.000 Autos. Der Fahrplan der zehnten Audi-Modellreihe sieht im Detail so aus: • Premiere des A1 Coupé auf dem Genfer Salon 2010 • Markteinführung Zentraleuropa August/September • Markteinführung S1 Coupé im Februar 2011 • Verkaufsbeginn A1 Sportback viertes Quartal 2011 • Vorstellung A1 Cabrio Ende 2012.

Audi A1: Erste offizielle Bilder und Daten

Große Räder, große Spoiler, großes Herz – fertig ist der sportliche S1.

Audi-Chef Rupert Stadler bringt die Bedeutung des Neuzugangs auf den Punkt: "In Zukunft findet Wachstum verstärkt in den kleinen Klassen statt. Dort haben wir Nachholbedarf. Interessant: Mit dem kleinsten Modell wollen die vier Ringe BMW und Mercedes attackieren. Durch Synergien im Konzernverbund will Audi auch in diesem Segment Geld verdienen. "Mit dem A1 legen wir den Grundstein für eine komplette Modellfamilie", so Rupert Stadler. "Zwischen A1 und A3 ist noch Platz für einen besonders umweltfreundlichen A2, mit dem wir uns weiter intensiv beschäftigen." Wie der A1 in etwa aussieht, weiß der Audi-Fan seit der Tokyo Motor Show 2007. Dort stand der Dreitürer, der als A1 Coupé auf den Markt kommen soll. Die Designer unter Wolfgang Egger und Stefan Sielaff haben den Wagen zwar in vielen Details überarbeitet, doch die Grundform mit dem geschwungenen Dach, den extrem kurzen Überhängen und der markanten Leuchtengrafik blieb erhalten. Sogar der auffällige, matt verchromte Dachbogen hat Bestand – als ein vom A4/A5 Cabrio inspiriertes Extra, das für fast alle Varianten bestellbar sein wird.

Alle News und Tests zum Audi A1 auf der Modellseite

Als Studie glänzte der Audi A1 Sportback schon 2008 auf dem Pariser Salon.

Ende 2008 zeigten die Ingolstädter in Paris den A1 Sportback, der in entfeinerter Form mit weniger Chrom und kleineren Rädern dem Serienauto eben falls sehr nahekommt.Wie auch der Mini ist der A1 kein profanes Nutzfahrzeug, sondern ein schicker Straßenschmeichler. Das Coupé präsentiert sich als sportlich-eleganter 2+2-Sitzer, und auch der deutlich geräumigere Sportback will durch stilsicheren Auftritt und seine knackigen Fahreigenschaften überzeugen. Während BMW das Chassis und die Karosserie für den Mini selbst entwickeln musste, kann Audi für den A1 das Teileregal des VW Polo plündern. Weil im Brüsseler Werk früher der Golf V vom Band lief, muss dieser Standort für den A1 nicht komplett umgekrempelt wer den. Was die Produktionskosten senkt, treibt freilich so manchem Audi-Marketingexperten die Tränen ins Gesicht. Warum? Da der Polo ohne Allradantrieb auskommen muss, ist der A1 seit dem glücklosen A2 wieder der erste Audi ohne quattro. Auch für die sehr sportlichen S1- und RS-1-Derivate bleibt es definitiv beim Frontantrieb.

Das limitiert die sportlichen Talente des kleinen Audi. Der viel zitierte Vorsprung durch Technik wird hier dem Diktat der Kosten geopfert. Dafür sind alle A1 vom Start weg mit Hochschaltanzeige, Rekuperation (Bremsenergie-Rückgewinnung), Start-Stopp, bedarfsgesteuerten Nebenaggregaten und Speicherbatterie aus gerüstet – ohne Aufpreis und mit EU-5-Siegel für alle Motoren Die Motorenpalette umfasst in der ersten Ausbaustufe zwei Benziner und vier Diesel: • 1.2 TFSI 2V, 86 PS/160 Nm • 1.4 TFSI 4V, 122 PS/200 Nm • 1.2 TDI 3V, 75 PS/180 Nm • 1.6 TDI 4V, 90 PS/230 Nm • 1.6 TDI 4V, 105 PS/250 Nm • 2.0 TDI 4V, 143 PS/320 Nm. Der kleinste Benziner ist ein Zweiventiler, der im Basismodell den Preis knapp unter der kritischen 15.000-Euro-Marke halten soll. Als kleinster Diesel dient ein Dreiventiler, der im Schnitt unter vier Liter verbrauchen dürfte. Während VW den saubersten und sparsamsten Polo als BlueMotion ins Rennen schickt, plant Audi vom A1 ganz bewusst keine e-Variante. Entwicklungsvorstand Michael Dick erklärt, warum: "Alle Modellvarianten sind effizient. Trotz geschärften CO2-Bewusstseins darf der Fahrspaß nicht auf der Strecke bleiben."

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Audi A1 Cabrio: Der offene A1 zielt in die Lücke zwischen Mini Cabrio und Mini Speedster.

Für den S1 ist die aufgeladene 1,4-Liter-TFSI-Maschine des Polo GTI vorgesehen, die 180 PS und 250 Nm mobilisiert. Den S1 gibt es nur mit der Siebengang-S-tronic (Doppelkupplungsgetriebe), die sonst Aufpreis kostet. Bis zu einer Leistung von 105 PS müssen Selbstschalter mit fünf Vorwärtsgängen vorliebnehmen. Erst in Kombination mit den Top-Motoren gehört eine sechste Fahrstufe zum serienmäßigen Lieferumfang. Wenn der A1 einschlägt wie erwartet, dann wird Audi die Familienplanung beschleunigen müssen – mit einem wachen Seitenblick in Richtung Mini. Was dort Countryman heißt, wird bei Audi dann vermutlich zum Q1. Und wo ein Mini Coupé auf Kundenfang geht, könnte ein A1 Shooting Brake folgen. Und der offene A1 zeigt mit seinem flacheren Stoffdach mehr Sportgeist als das Mini Cabrio. Nur die Elektroversion kommt nicht – das wird der nächste A2.
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Kleines Auto, große Ambitionen. Der A1 soll nicht nur dem Mini das Leben schwerer machen, sondern auch gegen den künftigen kleinen BMW mit Frontantrieb und die neue A-Klasse antreten. Damit das klappt, muss Audi den Kleinen teuer aufpäppeln: durch intensive Modellpflege und mehr Modelle.

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