VW Bulli, Beetle Coupé, -SUV: Vorschau

— 24.04.2014

Neuer Bulli & Co starten durch

Der VW Käfer bekommt Nachwuchs: Ab 2019 sollen ein neuer Bulli, ein Gelände-Beetle und ein Coupé mit Retrodesign die Welt erobern.



Gerade erst geisterte die Nachricht durch die Medien, dass VW seine Modellplanung neu ausrichten und überdies drastisch verschlanken will. Das wohl prominenteste Opfer des Kahlschlags sei der Beetle. Eigentlich müsste der Käfer jetzt schwimmen, schnattern und fliegen lernen – denn die Meldung ist eine Ente. VW hat 2013 rund 120.000 Beetle abgesetzt. Ein Volumen, auf das kein Automobilhersteller der Welt freiwillig verzichten würde. Deshalb kam aus der Zentrale prompt ein Dementi. Mehr noch: Auf unsere Nachfrage bestätigten die Produktplaner, dass sie sich bereits ganz konkret mit der Erweiterung der Beetle-Modellpalette beschäftigen.

Der Retro-Bus steht auf der neuen Beetle-Plattform

Video: Kacher zur Käfer-Familie

König Kachers Auto-Zukunft

Für derartige Überlegungen gibt es zwei Gründe. Durch eine neue, flexible Technikplattform sinken die Kosten, schon geringe Stückzahlen lassen sich so gewinnbringend produzieren. Zum anderen soll der Beetle nach dem Vorbild von Mini zur Kultmarke ausgebaut werden. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Diese Erkenntnis gilt auch für die Neuauflage des legendären VW Bulli, der als T5 längst das Maßkonzept und den Kostenrahmen des T1-Originals mit luftgekühltem Heckmotor gesprengt hat. VW war in der jüngeren Vergangenheit zweimal drauf und dran, den geliebten Klassiker zu reaktivieren. Der 2001 präsentierte Microbus war zwischen Sharan und T5 positioniert – und wurde vom damaligen Management totgerechnet. Der zehn Jahre später präsentierte Bulli-Entwurf wäre von der Fangemeinde wohl ebenfalls mit offenen Armen aufgenommen worden, war aber auf Basis des kleinen VW Up konzipiert und damit kein wirklich überzeugendes Raumfahrzeug. Auf den dritten Versuch müssen wir wohl noch ein paar Jahre warten, denn ein charismatisch gestylter Hochdach-Beetle mit praxistauglichen Innen- und Außenabmessungen funktioniert wohl nur auf Basis einer neuen Plattform. Und auf die wechseln die Kernmodelle des Beetle, also Limousine und Cabrio, erst 2019.

Im sportlichsten Ableger toben bis zu 300 PS

Sportlichster Beetle: Mit Anleihen bei Hebmüller-Cabrio und Karmann Ghia kommt die Coupé-Variante.

Unter dem Blech soll der wiederauferstandene Bulli Elemente von Touran und Golf Sportsvan miteinander kombinieren. Das bedeutet konkret, dass der neue Bulli die Technik seiner konservativ gestylten Brüder erbt. Möglich wären so etwa der Allradantrieb 4Motion sowie neu entwickelte, aufgeladene Dreizylinder, die den Verbrauch deutlich senken sollen. Selbst mit einem Elektroantrieb könnte VW dienen, falls die Kunden einen solchen Bulli verlangen. Das äußere Erscheinungsbild des New Bulli ist nach Aussage von Branchenkennern dagegen dem Kultmobil aus den Swingin' Sixties nachempfunden. Dabei geht es jedoch nicht um lupenreines Retro- Design, sondern um das geschickte Einfügen von optischen Versatzstücken mit Aha-Effekt. Neben dem Bulli planen die Wolfsburger ein weiteres, sportliches Modell, das Beetle Coupé. Insider berichten von einer spannenden Mischung, die einerseits an die Studien "Dune" und "Bugster" anknüpft, andererseits aber auch Anleihen bei historischen VW-Zweitürern wie dem Hebmüller-Cabriolet und dem Karmann-Ghia nimmt.

Der Trend geht dabei dem Vernehmen nach klar in Richtung Sportlichkeit, Purismus und Differenzierung. Aus manchem Blickwinkel wirkt das Coupé angeblich fast wie ein Hot Rod – flach, breit, bullig, reduziert, mit hoher Gürtellinie, schmalen Fensterflächen und markantem Kapuzendach. Nicht nur Fassade: Die Benziner leisten in Kombination mit Allradantrieb maximal 300 PS, beim Diesel reicht die Bandbreite vom aus dem Golf GTD bekannten 184 PS starken Turbo bis zum Zweiliter-Biturbo mit 231 PS.

Auch eine SUV-Variante des Beetle ist denkbar

Kommt der Typ 51 wieder? Für ein Beetle SUV gibt es bei VW durchaus ein historisches Vorbild.

Selbst einen Beetle auf Abwegen kann sich VW vorstellen, intern heißt das gute Stück Beetle SUV. Die Form ist ein Cocktail aus Klassik und Moderne – der Allrad-Käfer von 45 lässt grüßen. Ein paar Riffelbleche hier, ein Satz schwarz lackierte Stahlräder dort, dazu zwei fette Zusatzscheinwerfer und ein unverwüstlicher Anbauteil-Rundumschutz – fertig ist die flotte Kiste. Pfiffige Details wie eine versenkbare Heckscheibe und leichte Stahlrohrsitze mit Stoffbezug komplettieren den Freiheit-und-Abenteuer-Look. Klar, dass der 4Motion-Allradantrieb auf Wunsch an Bord ist. Selbst als Hybrid ist das Beetle SUV vorstellbar. Wo ein Elektromotor mitspielt, tut es statt der bewährten Vierzylinder auch ein noch sparsamerer Dreizylinder. Der Einliter-Benziner und der 1,4-Liter-Diesel leisten im Basis-Trimm identische 90 PS. Viele große Pläne für den kleinen Käfer. Dafür, dass er angeblich vor dem Aus steht, wirkt er ganz schön lebendig ...
Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Der VW Beetle vor dem Aus? Von wegen! Sein Stammbaum reicht weit in die Firmengeschichte zurück, und VW macht mit dem Auto gute Geschäfte – so was gibt niemand freiwillig auf. Der Nachfolger des Beetle wird auf eine völlig neue Basis gestellt, die mehr Emotion, mehr Technik und mehr Vielfalt verspricht.



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