VW Golf 1.2 TSI/BMW 114i/Ford Focus 1.0 EcoBoost: Test
— 21.01.2013Die bärenstarke 100-PS-Klasse
Einst fast eines GTI würdig, sind 100 PS heute eher der Einstieg in die Kompaktklasse: BMW 1er, Ford Focus und VW Golf im Vergleich.
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Bärenstarke 100 PS-Klasse
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Außerdem empfiehlt sich der Focus, dem hier als Einzigem fünf Gänge reichen müssen, mit 6,3 l/100 km als bester Kostverwerter – der Golf braucht 0,2 Liter, der 1er 0,4 Liter mehr. Was Mutti dann schon wieder vielsagend nicken lässt. Im kleinsten 1er herrscht dann interfamiliäre Einigkeit: Viel BMW lässt sich hier nicht spüren. Mit 102 PS aus immerhin 1,6 Liter Hubraum schafft es der Bayer zwar eine volle Sekunde vor dem Focus auf 100 km/h, die lange Getriebeübersetzung erfordert beim Überholen von Lkw aber schon eine gewissenhafte Planung. Auf der Autobahn entpuppt sich der 114i dann endgültig als unwilliger Beinahe-BMW. Zwar steht im Fahrzeugschein mit 195 km/h Höchstgeschwindigkeit der Bestwert für dieses Trio, allerdings verschweigt das amtliche Dokument, dass diesen Wert nur sehr geduldige Menschen auf sehr freier Strecke je erreichen werden. Und wer jetzt meint, eben einfach im fünften Gang zur Spitze stürmen zu können, der sollte die Tanknadel im Auge behalten und die Ohren zuklappen. Bei höheren Drehzahlen wird der 1,6-Liter-Turbo nämlich ungemütlich knurrig und laut.Als sei das noch nicht genug, schleppt der 114i auch noch satte 1386 Kilo mit sich herum. Macht ein Leistungsgewicht von 13,6 Kilo pro PS. Weit weg von irgendeinem Idealmaß und auch schlechter als bei Focus (13,2 Kilo) und vor allem Golf (11,8 Kilo). Der schlanke Wolfsburger, der mit 1240 Kilo fast 150 Kilo weniger auf die Waage bringt als der 114i, glänzt in diesem Vergleich denn auch als Chefdynamiker. Mit 105 PS aus einem 1,2-Liter-Motor sprintet der Golf seinen kompakten Kameraden in fast jeder Lebenslage auf und davon, schüttelt entspannt eine 10,8 bis Tempo 100 aus den vier Zylindern und rennt ausreichende 192 km/h.
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Dabei hinterlässt der kleine TSI einen aufgeweckten und jederzeit leistungsbereiten Eindruck, zieht auch nach bummeliger Fahrweise am Ortsendeschild sauber durch und hält sich akustisch angenehm zurück. Ein feines Stück Motorentechnik, dem nach der Umstellung auf Zahnriemen auch keine defekte Steuerkette mehr in die Quere kommen kann. In Sachen Fahrdynamik geht hier ohnehin nichts quer – bei keinem der drei Testteilnehmer. Harmonisch abgestimmte Fahrwerke und aufmerksame Elektronikwächter halten die Kompakten jederzeit sicher auf Kurs. Der Golf leistet sich auch mit der einfachen Verbundlenkerachse keine ernsthaften Schwächen, der hinterradgetriebene 1er hat einfach nicht genug Schmalz für Quertreiberei, und der Focus bleibt auch im Spartrimm ein agiler, aber unkritischer Hausfrauenfreund. Der fahraktive Bayer wendet sich an Kleinfamilien – wenn überhaupt. Fond und Gepäckabteil lassen spürbar weniger Platz für Kind und Koffer als in Focus und Golf.Weitere Details zu den drei Kompakten gibt es in der Bildergalerie. Den kompletten Artikel mit allen technischen Daten und Tabellen gibt es als Download im Online-Heftarchiv.
| Fahrzeugdaten | BMW | Ford | VW |
|---|---|---|---|
| Motor | Vierzylinder, Turbo, vorn längs | Dreizylinder, Turbo, vorn quer | Vierzylinder, Turbo, vorn quer |
| Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 | 4 pro Zylinder/2 |
| Nockenwellenantrieb | Kette | Zahnriemen | Zahnriemen |
| Hubraum | 1598 cm³ | 998 cm³ | 1197 cm³ |
| kW (PS) bei 1/min | 75 (102)/4000 | 74 (100)/6000 | 77 (105)/5000 |
| Nm bei 1/min | 180/1100 | 170/1500 | 175/1400 |
| Vmax | 195 km/h | 185 km/h | 192 km/h |
| Getriebe | Sechsgang manuell | Fünfgang manuell | Sechsgang manuell |
| Antrieb | Hinterradantrieb | Vorderradantrieb | Vorderradantrieb |
| Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben | Scheiben/Scheiben |
| Testwagenbereifung | 205/55 R 16 W | 215/50 R 17 W | 225/45 R 17 W |
| Reifentyp | Bridgestone Turanza ER 300 A | Continental SportContact 3 | Dunlop Sport Maxx RT |
| Radgröße | 7 x 16" | 7 x 17" | 7 x 17" |
| Abgas CO2 | 129 g/km | 109 g/km | 114 g/km |
| Verbrauch* | 7,1/4,6/5,5 l | 5,9/4,1/4,8 l | 5,9/4,3/4,9 l |
| Tankinhalt | 52 l / Super | 55 l / Super | 50 l / Super |
| Vorbeifahrgeräusch | 73 dB (A) | 67 dB (A) | 70 dB (A) |
| Anhängelast gebr./ungebr. | 1200/650 kg | 1000/635 kg | 1300/600 kg |
| Kofferraumvolumen | 360–1200 l | 363–1148 l | 380–1270 l |
| Länge/Breite/Höhe | 4324/1765(1984**)/1421mm | 4358/1823(2010**)/1484mm | 4255/1790(2027**)/1452mm |
| Preis 5-Türer | 25 530 Euro*** | 21.900 Euro**** | 21.920 Euro***** |
| * innerorts/außerorts/gesamt auf 100 km; ** Breite mit Außenspiegeln; *** inklusive adapt. Fahrwerk für 1100 €, var. Sportlenkung für 450 €, Sportsitze für 580 €, 16"-Leichtmetallräder für750 €; **** inklusive 17"-Leichtmetallräder für 350 €; ***** inklusive zwei Türen hinten für 900 € und 17"-Leichtmetallräder für 620 € | |||
| Messwerte | BMW | Ford | VW |
|---|---|---|---|
| Beschleunigung | |||
| 0–50 km/h | 3,5 s | 3,9 s | 3,3 s |
| 0–100 km/h | 11,7 s | 12,7 s | 10,8 s |
| 0–130 km/h | 20,8 s | 21,9 s | 18,9 s |
| Elastizität | |||
| 60–100 km/h | 13,0 s (4. Gang) | 11,5 s (4. Gang) | 9,5 s (4. Gang) |
| 80–120 km/h | 27,1 s (6. Gang) | 18,0 s (5. Gang) | 19,9 s (6. Gang) |
| Leergewicht/Zuladung | 1386/434 kg | 1318/582 kg | 1240/490 kg |
| Gewichtsverteilung v./h. | 50/50 % | 59/41 % | 60/40 % |
| Wendekreis links/rechts | 11,0/11,0 m | 11,0/10,9 m | 10,9/10,9 m |
| Bremsweg | |||
| aus 100 km/h kalt | 37,5 m | 37,8 m | 37,0 m |
| aus 100 km/h warm | 37,0 m | 36,3 m | 34,0 m |
| Innengeräusch | |||
| bei 50 km/h | 58 dB (A) | 58 dB (A) | 57 dB (A) |
| bei 100 km/h | 66 dB (A) | 67 dB (A) | 65 dB (A) |
| bei 130 km/h | 71 dB (A) | 71 dB (A) | 69 dB (A) |
| Testverbrauch – CO2 | 6,7 l S – 159 g/km | 6,3 l S – 150 g/km | 6,5 l S – 154 g/km |
| Reichweite | 770 km | 860 km | 760 km |
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Kommentare zum Artikel (11)
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Es ist schon interessant, also VW baut fehlerhafte Steuerketten ein, drückt sich vor einer 10 Millionen Rückrufaktion mit der Aussage: Wir lassen den Kunden nicht alleine!!
Behauptet Monate später, dass ja Zahnriemen viel besser als Steuerketten wären, nur weil sie billigen Schrott in ihre Motoren eingebaut haben? Nein, ich fahre meinen Toyota mit Steuerkette genauso wie Mercedes,BMW und andere Hersteller die Vorteile erkannt haben. Nur weil VW nicht in der Lage ist Motoren zu bauen, welcher auch länger als 2 Jahre halten, wechsel ich nicht mehr zum Zahnriemen, dann doch eher die Automarke, also VW kommt mir nicht auf den Hof....
Was soll daran skandalös sein, wenn jetzt wieder ein in allen Belangen vorteilhafter Zahnriemen statt eine (nicht nur bei VW) fehlerträchtige Kette zum Einsatz kommt? Der ZR läuft leiser und präziser. Die Lebensdauer des ZR liegt inzwischen bei rund 250tkm. Wozu also noch eine Kette?
Wie löst VW das Problem mit den rasselnden Steuerketten? Richtig! Sie bauen einfach wieder Zahnriemen ein, die regelmäßig getauscht werden müssen... Was ist das denn bitte für eine Lösung? Bin ich der einzige, der das für skandalös hält ?
Bei AMS haben sie einen guten Vergleich eines Golf 7 1.2 TSI mit Verbundlenkerachse und einem Golf7 1.4 TSI mit Mehrlenkerachse plus DCC gebracht. Interessanterweise schlägt sich die weiterentwickelte Verbundlenkerachse erstaunlich gut, der Golf wedelt damit kaum langsamer um die Pylonen. Bei richtig problematischen Fahrbahnverhältnissen kommen dann die adaptiven Dämpfer (DCC) richtig zum Zug, das ist also nicht nur ein Komfort, sondern auch ein Sicherheitsgewinn - zumindest für Fahrzeuge im Grenzbereich :-P
Dass der zu Recht gelobte Dreizylinder von Ford nur 0,2 Liter weniger braucht als der 1.2 TSI bei weit unterlegenen Fahrleistungen, zeigt die Weiterentwicklung des VW-Motors, der übrigens keine Steuerkette mehr hat sondern einen Zahnriemen auf Lebenszeit. Das ist ein WOrt :-D
@Bamploxx
WO GENAU wird hier denn über die Verbundlenker per se beschwert?
Wurde ein Beitrag gelöscht oder muss man das so lesen wollen?
Im Grunde geht´s um eine einzige Frage, und zwar, ob es seinen fühlbaren Unterschied zwischen Verbund- und Mehrlenker gibt.
Wenn nicht, fragt man sich, warum VW über 3 Generationen 99% (deine Zahlen) aller Käufer zwangsbeglückte (abzockte), nur damit 1% (die das merken) was davon hatten.
Und wenn ja, dann kann man auch ganz offen dazu stehen, und eben den Golf-Versionen mit der einfacheren Lösung einen Nachteil im Fahrwerksbereich einräumen.
Wo ist das Problem dabei?
Kann nicht sein, was nicht sein darf?
Die Zeiten ändern sich, und heute bieten eben andere in diesem Bereich mehr. Punkt.