VW Passat (2014): Vorschau UPDATE

— 23.05.2011

Frischer Wind aus Wolfsburg

Die achte Passat-Generation stürmt 2014 in die Schaufenster der Händler. Emotionslosigkeit soll man ihm nicht mehr vorwerfen können. Uns erwarten: mehr Modelle, mehr Platz, mehr Reiz, mehr Luxus.



Der Passat wirbelt künftig kräftiger, das ist sicher. Und er bläst aus drei verschiedenen Richtungen: In Europa auf der Plattform des nächsten Golf, in Amerika noch auf der Basis des aktuellen Euromodells. Und in China so, wie dort der Wind schon jetzt weht mit bekannter Technik nämlich, aber als XL mit verlängertem Radstand und eigenständiger Optik. Das alles mag für VW Sinn ergeben, wegweisend ist freilich nur der Euro-Passat mit dem Code B8. Nach VW-Rechnung handelt es sich um die achte Generation des Bestsellers, leicht geschummelt, denn die aktuelle war ja nur eine Modellpflege. Der entscheidende Schritt beim B8: der Wechsel von PQ47 zu MQB-B. Wir übersetzen: PQ47 steht für die siebte Generation der bisherigen Plattform mit Quermotor, MQB-B beschreibt den neuen Technikbaukasten für Fronttriebler mit Quermotor. Und zwar solche im B-Format (Passat-Klasse). Das bedeutet zugleich: Es bleibt bei der Trennung zwischen VW Passat (Quermotor) und Audi A4 (Längsmotor).

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Neu beim Passat Nummer acht ist die "Tornadolinie" in Höhe der Türgriffe.

MQB deckt für die Marke VW fast das gesamte Spektrum vom Polo bis zum Passat ab. Darunter rangiert ab Jahresende der abgespeckte PQ-Baukasten für den kleinen up, darüber thront der schwere Phaeton, der sich seit 2004 den Unterbau mit dem Bentley Continental teilt. Weil zwischen dem B-Segment des Passat und dem D-Segmemt des Phaeton noch eine große Lücke klafft, werden sich beide beim nächsten Modellwechsel aufeinander zubewegen. Ein vormals geplanter Super-Passat auf Audi-A6-Basis (Code: VW 511) ist dagegen vom Tisch. Die MQB-Technik bietet drei wesentliche Vorteile: geringere Kosten durch Vereinheitlichung, höhere Flexibilität bessere Raumausnutzung, geringeres Gewicht, mehr Sicherheit Baukastensystem erlaubt größere Modellvielfalt bei Karosserie, Antrieb und Ausstattung.

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Klar, dass auch der Passat Nummer acht zuerst wieder als viertürige Stufenhecklimousine ins Rennen geht. Aber schon drei Monate später soll auch der beliebte Variant verfügbar sein. Die zweite Auflage des viertürigen CC ist ebenfalls eingeplant nur am Zeitplan scheiden sich die Geister. Die einen propagieren einen Frühstart im Sommer 2013, die anderen favorisieren das Frühjahr 2015. Noch nicht entschieden, aber schon in der Ideen-Schublade, sind zwei weitere Derivate: Passat Coupé, zweitürig, ein eleganter, geräumiger Stufenheck-Viersitzer, unterhalb des Audi A5 und im Konzernprogramm ohne Gegenstück. Zweitens, davon abgeleitet, das Passat Cabrio, im Gegensatz zum A5 Cabrio mit Metalldach. Dieses Modell könnte den Eos ersetzen und damit dem Golf Cabrio etwas mehr Luft verschaffen.

Das alles bringt allerdings nichts, so inzwischen die Erkenntnis, wenn die Leute im Passat die Schlaftablette des Modellprogramms sehen. Verwechselbarkeit, keinerlei Emotion lautet die Kritik, und sie wird die Designer zu den einschlägigen Gegenmaßnahmen greifen lassen: schärfere Konturen, dazu an den Flanken eine markante "Tornado"-Linie, die auf Höhe der Türgriffe vom vorderen Kotflügel bis zu den Rückleuchten verläuft. Außerdem wirkt der neue Dachbogen coupéhafter und gestreckter. Das Gesicht bekommt mehr Profil, denn die Frontpartie wird sich in der Draufsicht stärker gepfeilt und der Grill plastischer präsentieren. Licht-Designer sollen sich um das Innenleben der Scheinwerfer kümmern: Statt der punktförmigen setzen bandförmige Dioden Licht-Akzente. Ob es etwas nützt? Vertrauen wir da erst mal dem Chefstilisten Walter de'Silva.

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Aber auch in puncto Nutzwert wird der Passat B8 attraktiver, was vor allem die traditionelle Klientel Familien und Handelsvertreter freuen dürfte. Der Radstand wächst und mit ihm die Beinfreiheit im Fond (eben so wie der Laderaum im Variant). So modular wie die Architektur des neuen Passat sind im Übrigen auch die neuen Motorenbaukästen, intern mit den Buchstabenkombinationen MDB (Diesel) und MBB (Benziner) belegt. Konkret geht es um TDI-Vierzylinder der Baureihe EA288 sowie um TSI-Aggregate der Motorenfamilien EA211 (komplett neu) und EA888 (dritte Generation). Die endgültige Staffelung dürfte so aussehen: 1.4 TSI, 130 PS/200 Nm 1.4 TSI, 150 PS/230 Nm 1.8 TSI, 180 PS/250 Nm 2.0 TSI, 210 PS/280 Nm 2.0 TSI, 250 PS/350 Nm 1.6 TDI, 105 PS/250 Nm 2.0 TDI, 143 PS/320 Nm 2.0 TDI, 177 PS/380 Nm 2.0 BiTDI, 204 PS/450 Nm. Der VR6-Motor entfällt und wird durch den 250 PS starken Vierzylinder ersetzt vermutlich in Kombination mit 4Motion-Allradantrieb. Der schon 2007 angekündigte Biturbo-Diesel mit 204 PS feiert im neuen Passat Premiere.

Ebenfalls weit gediehen sind die Hybrid-Varianten. Der Mildhybrid beschränkt sich im Wesentlichen auf eine Pufferbatterie, mit der sich Bremsenergie speichern und zum Beschleunigen wieder abrufen lässt. Rein elektrisches Fahren ist erst ab dem Plug-in-Hybriden möglich. Hier sind für den Passat B8 zwei Leistungsstufen mit 70 und 110 PS in der Diskussion, wobei die Elektromotoren im Gehäuse des dann serienmäßigen Doppelkupplungsgetriebes untergebracht sind. Diese Modelle können je nach Einsatzart immerhin zwischen 20 und 60 Kilometer unter Strom fahren. Gepflegt wird auch weiterhin der saubere Erdgasantrieb, und zwar in Form der 150 PS starken 1,4-Liter-TSIMaschine. Volles Programm also, wobei es der Ehrgeiz der VW-Bosse verbieten dürfte, dass sich das Unternehmen künftig in der Mittelklasse auch nur die geringste Blöße gibt. Schließlich wollen sie ja bis dahin die Größten der Welt sein.

Das VW Passat-Dossier enthält viele Versionen, Ausstattungen, Motoren und alle Erfahrungen und Testergebnisse, die wir mit der Wolfsburger Mittelklasse in den vergangenen Jahren gesammelt haben. Jetzt als PDF downloaden.

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Georg Kacher

Georg Kacher

Fazit

Evolution statt Revolution, so lautet die Devise des neuen Passat. Er bietet mehr Platz und ein noch vielseitigeres Technik-Konzept, bleibt aber bezahlbar in Anschaffung und Unterhalt. Das Design wirkt interessanter, doch der wichtigste Fortschritt ist die optimierte Effizienz – weniger Verbrauch, bessere Fahrleistungen, agileres Handling.

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