Diebstahl Porsche Carrera

Auto-Alarmanlage nachrüsten: Kosten, Tipps

Schutz vor Autoknackern: So wird eine Auto-Alarmanlage nachgerüstet

Man geht morgens aus dem Haus und der Parkplatz ist leer: Autodiebstahl ist nach wie vor ein großes Thema. AUTO BILD zeigt, wie man Alarmanlagen nachrüstet.
Old- und Youngtimer sind bei Autodieben beliebt. Und zwar nicht nur hochpreisige Sportwagen und Roadster von Ferrari, Porsche, BMW oder Mercedes, sondern auch Sympathieträger wie der VW Bulli oder der Land Rover. Für Liebhaber besonders ärgerlich: Meist werden die Klassiker nicht mehr am Stück wiedergefunden. Sie werden von den Dieben ausgeschlachtet, denn das Geschäft mit den Ersatzteilen ist sehr lukrativ. Um ihr Schätzchen zu schützen, sollten Besitzer von klassischen Autos darüber nachdenken, eine Alarmanlage nachzurüsten. Aber auch bei modernen Autos lohnt sich die Nachrüstung einer zusätzlichen Alarmanlage, denn oft sind originale Alarmanlagen für Autoknacker kein großes Hindernis. Besonders Autos mit Keyless-Go sind bei Dieben beliebt, denn hier können sie einfach die Funksignale des Schlüssels verstärken oder auffangen und so eine Kopie vom Schlüssel anfertigen und das Auto entwenden. AUTO BILD erklärt, welche Systeme es gibt und wie eine Alarmanlage nachgerüstet werden kann.

Auto-Alarmanlagen zum Nachrüsten: Worauf sollte man achten?

Das Angebot an Nachrüst-Alarmanlagen ist groß und für Laien auch recht unübersichtlich. Nicht nur, dass es viele verschiedene Systeme und Ausführungen gibt, auch nicht jede Alarmanlage passt wirklich zu jedem Auto. Wer sich hohen Schutz wünscht, sollte auf ein möglichst komplexes System setzen, das perfekt auf das Auto zugeschnitten ist. Das gibt es nur von Fachbetrieben. Der Besuch beim Profi ist daher in den meisten Fällen unerlässlich. Darüber hinaus gibt es einige Funktionen, die das Auto besonders gut absichern, dazu zählen:

Alarmanlagen, die einen Alarm per App oder Fernbedienung senden oder ein GPS-Tracking-Device haben, können helfen, schnell zu handeln.

©privat / Auto Bild

Alarmanlage mit Wegfahrsperre: Allein akustische Signale sind meist kein Hindernis für Autodiebe. Um das Wegfahren des Autos zu verhindern, sollte eine Alarmanlage ausgewählt werden, die auch gleichzeitig als Wegfahrsperre dient. Das ist übrigens nicht nur für ältere Fahrzeuge interessant, die ab Werk noch nicht mit einer Wegfahrsperre ausgerüstet wurden. Auch Fahrzeuge mit Keyless-Go können so noch einmal extra gesichert werden – die Fernbedienung der Alarmanlage muss dann natürlich immer mitgeführt werden.
Backup-Batterie oder Spannungswächter: Man sollte darauf achten, dass die Alarmanlage mit einer eigenen Backup-Batterie ausgestattet ist. So wird der Alarm auch aufrechterhalten, wenn die Autoknacker die Fahrzeugbatterie abklemmen. Es gibt auch sogenannte Spannungswächter, die die Spannung im Fahrzeug messen. Wird die Spannungsversorgung durch die Diebe unterbrochen, löst der Spannungswächter dadurch einen Alarm aus.
GPS-Signal: Wurde das Auto trotz Alarm und Wegfahrsperre geklaut – zum Beispiel mit einem Autotransporter – hilft beim Wiederfinden meist nur noch eine Alarmanlage mit GPS-System. Auch bei der ist es besonders wichtig, dass eine Backup-Batterie verbaut ist, um das Auto auch nach dem Abklemmen der Auto-Batterie weiterverfolgen zu können. Mehr dazu: GPS-Tracker im Test
Innenraum-Überwachung: Einige Alarmanlagen überwachen ebenfalls den Innenraum. Die Überwachung funktioniert meist über Infrarotwellen oder Ultraschall. Die Anlage schlägt Alarm, wenn sich etwas im Inneren des Autos bewegt. Scheiben eines Autos können oft auch ohne große Erschütterung eingeschlagen werden. Hier helfen dann Luftdrucksensoren, die im Innenraum des Autos angebracht werden. Messen sie eine Veränderung des Luftdrucks in der Fahrgastzelle, geben auch sie ein Signal an das Steuergerät, das dann die Alarmanlage auslöst.
Steuerung: Nachrüst-Alarmanlagen lassen sich meist über eine Fernbedienung oder eine App steuern. Moderne, App-basierte Systeme sind besonders praktisch, da man das Smartphone in der Regel immer dabei hat. Einige Alarmanlagen schicken bei Auslösung des Alarms sogar eine Warnung an die App oder an die Fernbedienung, sodass der Besitzer sofort über einen möglichen Diebstahl informiert ist.
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Wie funktioniert die Nachrüst-Alarmanlage?

Geübte Autoknacker können Scheiben ohne große Erschütterung einschlagen. Hier helfen Luftdrucksensoren.

©Holger Karkheck / AUTO BILD

Fast alle Alarmanlagen besitzen eine Sirene für den Warnton und eine Fernbedienung/App um die Alarmanlage zu aktivieren oder auszuschalten. Das Ganze wird über ein kleines Steuergerät gesteuert. Im Auto befinden sich dazu in der Regel Erschütterungssensoren. Diese senden ab einem bestimmten Grad der Erschütterung ein Signal an das Steuergerät, das dann die Sirene aktiviert. Wie stark die Erschütterung für die Auslösung sein muss, lässt sich bei den meisten Systemen einstellen. Komplexere Systeme messen nicht nur die Erschütterung, sondern verfügen beispielsweise auch über eine Innenraum-Überwachung mit Infrarotwellen oder Ultraschall oder auch Luftdruck-Sensoren.

Kann man die Alarmanlage selbst einbauen?

Es gibt durchaus Alarmanlagen, die jeder im Handumdrehen selbst verbauen kann. Allerdings stellen diese in der Regel keine große Hürde für Diebe dar. Um eine passende Alarmanlage für das Auto zu finden, sollte der Weg immer zu einem Fachbetrieb führen, der sich auf Kfz-Alarmanlagen spezialisiert hat. Auch viele Kfz-Werkstätten haben sich auf den Einbau von Alarmanlagen spezialisiert und können hier beratend zur Seite stehen. Je nach System sollte dort auch übrigens der Einbau erfolgen. Besonders wenn die Alarmanlage in das Motormanagement-System und die Wegfahrsperre eingreift, ist die Montage der Alarmanlage den Profis zu überlassen. Geschehen hier nur kleine Fehler und die Alarmanlage wird falsch angeschlossen, kann es zu Konflikten mit dem Motormanagement-System oder einer bereits verbauten Alarmanlage kommen und das Auto steht still. So einen Fehler im Nachhinein zu finden und zu reparieren wird oft teurer als der Einbau vom Profi. 
Wie aufwändig der Einbau einer Alarmanlage ist, ist auch ganz von der Funktionsweise abhängig. Während es simple Alarmanlagen gibt, die schon innerhalb einer Stunde im Fahrzeug verbaut sind, gibt es auch durchaus komplexere Systeme, deren Einbau schon einen ganzen Arbeitstag beanspruchen kann.

Gibt es Alarmanlagen ohne Einbau?

Ein manueller Diebstahlschutz wie Lenkradkrallen oder Pedalsperren helfen besser als einfache Alarmanlagen ohne Einbau.

©Ralf Timm / Auto Bild

Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Alarmanlagen auf dem Markt, die ganz ohne aufwändigen Einbau ins Auto auskommen. Oft sind das Systeme, die in den Zigarettenanzünder gesteckt werden. Diese Systeme arbeiten meist mit einem Erschütterungs- oder Luftdrucksensor und geben automatisch Alarm, wenn sie vor dem Öffnen der Tür nicht per Fernbedienung oder App deaktiviert wurden. Solche Systeme werden Diebe aber nur in den seltensten Fällen abschrecken, denn außer einem akustischen Warnsignal und vielleicht einer Meldung per Fernbedienung oder per App, leisten diese Systeme einem Dieb meist keinen Widerstand und können schnell deaktiviert werden. Je nach Fahrzeug sollte man beim Kauf eines solchen Systems auch darauf achten, ob die Alarmanlage auch mit einem Akku ausgestattet ist. Viele Fahrzeuge stellen die Stromzufuhr zum Zigarettenanzünder nämlich ab, wenn die Zündung ausgeschaltet wird. Gleiches gilt übrigens auch für Alarmsysteme, die über den ODB-Anschluss im Auto verbaut werden. Will man auf den Einbau einer Alarmanlage verzichten, ist ein mechanischer Diebstahlschutz wie eine Lenkradkralle oder eine Pedalsperre eine bessere Option. Hier geht's zum Lenkradkrallen-Test

Was kostet eine Auto-Alarmanlage?

Der Preis einer Alarmanlage variiert stark und ist vor allem vom Fahrzeug und vom System der Alarmanlage abhängig. Während günstige Anlagen bereits bei 30 Euro beginnen, können sehr aufwändige Alarmanlagen auch schon deutlich über 1000 Euro kosten. Gleiches gilt auch für den Einbau: Die Preise können je nach Auto und Alarmanlage von 100 bis zu mehreren Tausend Euro variieren. Bei einigen Systemen sollte man auch die laufenden Kosten nicht außer Acht lassen: Einige Anbieter von Alarmanlagen verlangen eine jährliche Gebühr, um das GPS-Tracking oder die Alarme per App oder Fernbedienung zu gewährleisten. In den meisten Fällen liegen diese Gebühren zwischen 30 und 100 Euro im Jahr. 

Lohnt sich eine Nachrüst-Alarmanlage?

Natürlich ist eine Nachrüst-Alarmanlage kein Garant dafür, dass das Auto nicht mehr geklaut wird. Viele Autoknackerbanden bilden sich fort, um auch die neusten Systeme umgehen zu können. Trotzdem lohnt sich die Nachrüstung einer Alarmanlage – übrigens auch für Camper und nicht nur für Autobesitzer. Denn auch eine bereits bekannte Alarmanlage stellt einen Autoknacker vor eine zusätzliche Hürde. Und wenn es nur der Alarmton ist, der Aufmerksamkeit auf sich zieht und es den Dieben so schwerer macht, das Auto unentdeckt zu entwenden. Zusätzlich bieten Alarme per App oder Fernbedienung und GPS-Tracking-Devices die Möglichkeit, schnell zu handeln, wenn es zu einem Diebstahl gekommen ist. Auch einige Kfz-Versicherungen geben Rabatte, wenn das Auto mit einer Alarmanlage ausgerüstet wird, allerdings sind die Anforderungen an die Alarmanlage hier ganz unterschiedlich. Viel beruhigender wird aber wohl das Gefühl sein, dass man sein Schätzchen vor Langfingern etwas besser geschützt hat und es mit ruhigem Gewissen abstellen kann.

Autor: Lars Golly

Fotos: Auto Bild Montage

Dieb / GettyImage

Stichworte:

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