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Video: Dodge Ram vs. VW Amarok (2014)

Duell der Power-Pick-ups

Das Leben eines Schwarzbrenners hat Höhen und Tiefen. Schön ist es, wenn der liebevoll destillierte Whiskey nicht zur sofortigen Erblindung führt und vielleicht sogar ein wenig schmeckt. Unangenehm wird es hingegen, sobald die Ordnungsmacht anrückt, um dem illegalen Treiben ein Ende zu setzen. Dann heißt es, schnellstens die Zelte abzubrechen, Brennblase, Kühlschlange und Fässer aufzuladen und spurlos zu verschwinden. Das Fluchtauto sollte also geräumig, geländegängig und vor allem schnell sein. 400 PS? Große Ladefläche? Permanenter Allradantrieb? Klingt nach dem idealen Body-Mass-Index für das perfekte Verbrechen. Und steht in den USA an jeder Ecke. Dort, wo das Schwarzbrennen durch die Prohibition in den 1920er-Jahren groß in Mode kam, liegen dicke Pick-ups in der Käufergunst nach wie vor ganz vorn – nicht nur bei den "Moonshiners", wie man die illegalen Destillierer dort nennt. Der Ford F 150 ist sozusagen der amerikanische Golf, gefolgt von Chevrolets Silverado und dem Ram aus dem Hause Chrysler/Dodge.
AEC Dodge RAM 1500 5.7 Hemi
Amerikanisches Auto beim Burnout – ein Klischee, Sie haben vollkommen recht. Kommt nicht mehr vor ...
AEC Ram 1500 5.7 Hemi Der vom Hersteller autorisierte Importeurverbund AEC bringt den Ram 1500 nun auf deutsche Straßen, samt Vollgarantie und Service. Und beseitigt gegen 900 Euro gleich mal die lästige Vmax-Begrenzung auf 170 km/h. Unserem Testexemplar, einem Ram 1500 Crew Cab Sport, verpasste AEC zudem eine Edelstahl-Abgasanlage, die den herrlichen Ami-V8-Sound unterstreicht, ohne dabei unangenehm laut zu werden.
MTM VW Amarok V8 Passion
Kann auch Kurven: Das hervorragende MTM-Fahrwerk verhilft dem Nutzfahrzeug zu guten Fahreigenschaften.
Dirks-MTM Amarok V8 Passion Auf dem deutschen Markt spielen geländegängige Pritschenwagen eine eher untergeordnete Rolle – und das, obwohl das Brennrecht hierzulande fast ausschließlich vererbt wird. Otto Normalschnapsbrenner wie Sie und ich werden somit quasi in den Wald und die Illegalität getrieben. Wie auch immer, den Marktführer Amarok verkaufte VW im vergangenen Jahr 4000-mal – zum Vergleich: Der Tiguan fand im gleichen Zeitraum 35.000 Käufer. Auf den Plätzen folgen Ford Ranger (2700 Stück) und Nissan Navara (2200 Exemplare).

Ein V8-Motor ist Pflicht für ein Moonshiner-Mobil

Ab Werk ausschließlich mit Zweiliter-TDI sowie maximal 180 PS erhältlich, sind für den Null-auf-hundert-Sprint eines handelsüblichen Amarok mindestens zehn Sekunden einzuplanen – das ist zu viel, die meisten Polizeiautos sind schneller. Und so gebar die Dirks Group, ein breit aufgestellter System-Dienstleister aus Emden, die Idee, einen V8-Diesel unter die Amarok-Haube zu quetschen. Auf der Suche nach einem Technikpartner für diese Absonderlichkeit kam von vornherein eigentlich nur einer in Frage: MTM in Wettstetten.Dort, wo man den Audi TT gern einen zweiten Motor in den Kofferraum pflanzt oder brave VW Busse mit 472 PS wuschig macht, rieb man sich bereits die Hände. Nur schnell raus mit dem rumpeligen Zweiliter-TDI und rein mit dem edlen 4,1-Liter-V8-Biturbodiesel samt zugehöriger Achtstufen-Wandlerautomatik. Tritt der 4.2 TDI im Audi Q7 mit 340 PS und im A8 mit 385 PS an, so wirft er mit der MTM-Software nun 411 PS ab. Das Maximaldrehmoment schwoll von bereits saftigen 800 respektive 850 Newtonmeter auf apokalyptische 930 Newtonmeter an.

Bildergalerie

AEC Ram 1500 5.7 Hemi Dirks-MTM Amarok V8 Passion
AEC Dodge RAM 1500 5.7 Hemi rot Frontansicht
MTM VW Amarok V8 Passion schwarz Frontansicht
Kamera
AEC Dodge Ram/Dirks-MTM VW Amarok: Test

Fazit

In der linken Ecke der technisch brillante, extrem teure MTM-Amarok, dessen hervorragendes Fahrwerk sogar schnelle Runden auf der Rennstrecke zulässt. Zur Rechten der kurvenscheue AEC-Ram, dessen souverän-entspannter Charakter den Fahrer zum lässigen Cruisen erzieht – und seeehr preisgünstig ist.