Allrad-Zugwagen im Test
Schwere Last leicht gezogen

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Feiner neuer Caravan, aber schlapper Zugwagen? So macht das keinen Spaß. Besser geht's mit einem zugstarken SUV. Wir sagen, welche Allrad-Zugwagen sich besonders gut eignen.
Ein Campingplatz in Tirol nach einem heftigen Gewitter: Die Wiese steht unter Wasser, seit Stunden mühen sich Caravangespanne, vom nassen Gras zu kommen. Der Platzwart hilft mit dem Traktor – aber das dauert. Spätestens hier kommt man ins Grübeln, ob man beim nächsten Auto nicht doch den Allradantrieb mit dazubestellt. Heutige Systeme halten den Mehrverbrauch gegenüber den gleichen Autos mit Frontantrieb in Grenzen – jedenfalls in der Realität: Anders als bei den Normverbrauchsmessungen ergibt sich in der Praxis nur ein Unterschied von rund fünf Prozent. Da macht die persönliche Fahrweise deutlich mehr aus.
Die meisten Pkw-Modelle sind wahlweise auch in einer Allradvariante lieferbar – eine überlegenswerte Alternative zum SUV. Allerdings sind SUVs prinzipiell oft eher auf Anhängerbetrieb ausgelegt; das gegenüber klassengleichen Normal-Kombis rund zehn Prozent höhere Eigengewicht und die oft steifere Karosseriestruktur geben mehr Fahrstabilität. In vielen Fällen werden auch Motorkühlsysteme mit höheren Reserven oder belastbarere Aggregate eingebaut. Das gilt nicht nur für die 2,5-Tonnen-Riesen vom Schlag eines Mercedes GLS oder Toyota Land Cruiser. Auch mit den Autos der populären "Tiguan-Klasse" zieht man größere Familiencaravans souverän und ohne schockierende Tankrechnungen. AUTO BILD ALLRAD führt seit 2002 Zugfahrzeugtests nach standardisierten Kriterien durch. Dabei werden neben der maximal zulässigen Anhängelast, dem Fahrverhalten mit Anhänger und der Gespann-Ausrüstung auch Berganfahrverhalten, Fahrleistungen und Verbrauch (mit zwei Tonnen Anhängelast) geprüft und nach Schulnoten beurteilt. Auf diesen Ergebnissen basieren unsere Zugwagen-Empfehlungen in der Bildergalerie.
Welcher Führerschein für welches Gespann?

Alter Klasse-3-Führerschein aus dem Jahr 1984: Der enthält automatisch den BE-Anhängerschein.
Grundsätzlich darf man mit Anhänger in Deutschland nicht schneller als 80 km/h fahren. Eine Ausnahmegenehmigung erlaubt aber 100 km/h auf Autobahnen und Kraftfahrtstraßen, wenn der Anhänger entsprechend geprüft und das in den Papieren eingetragen ist. Dazu muss der Zugwagen ABS haben, der Anhänger für Tempo 100 geeignet sein (alle ab Bj. 1990) und geeignete Reifen haben. Ein Caravan darf außerdem nicht schwerer sein (zulässiges Gesamtgewicht!) als das Leergewicht des Zugfahrzeugs mal 0,8. Beispiel: Auto-Leergewicht 1600 kg – der Caravan darf höchstens 1280 kg wiegen, um eine Tempo-100-Freigabe zu erhalten. Mehr geht, wenn entweder das Auto ein geprüftes und eingetragenes ESP mit Gespannstabilisierung (sog. Anhänger-ESP) hat oder der Anhänger über eine geprüfte und eingetragene Antischlingerkupplung verfügt. Ist eines von beidem der Fall, darf das zulässige Gesamtgewicht des Caravans so hoch liegen wie das Leergewicht des Zugwagens. Wichtig: Maßgeblich ist das in den Autopapieren eingetragene Leergewicht – auch wenn das tatsächliche (etwa wegen Zusatzausstattung) höher ist.

Automatisch besser: Eine Wandlerautomatik hat Vorteile am Berg, aber ein gut gemachtes DKG ist wirtschaftlicher.
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