Alpine A290 GTS im Test
Endlich ein Elektro‑Kleinwagen mit echter Sport‑DNA

Mit reichlich Onboard-Telemetrie kitzelt die A290 GTS den interaktiven Spieltrieb. Können Antrieb und Handling vielleicht genauso animieren?
Bild: Lena Willgalis
- Manuel Iglisch
Eines muss man Renault wirklich lassen. Wenn es darum geht, E-Modelle retro-charmant zu verpacken, dann kreiert der "Créateur d'automobiles" aktuell wirklich die reizvollsten Automobile. Siehe Renault 5 oder Twingo, die optisch nicht nur ordentlich was hermachen, sondern auch so konzipiert wurden, dass sie tatsächlich Sinn ergeben – als bezahlbare Lifestyle-Stromer für den urbanen Verkehr. Nur die sportliche Vita kam bislang etwas zu kurz, was Alpine jetzt mit der A290 ändert.
Diese kommt in der Topversion GTS nicht nur mit serienmäßigen 19-Zöllern, Lederausstattung und Premium-Audio, sondern auch mit dem sogenannten Alpine Telemetrics Expert, einer integrierten Schnittstelle im Multimediasystem, die sportlich relevante Fahrzeugparameter wie Reifen- oder Akkutemperaturen anzeigt. Darüber hinaus bietet die App auch verschiedene Challenges und Coaching-Inhalte, die zu einem bewussteren Fahrerlebnis und mehr Interaktion mit dem Fahrzeug animieren sollen.

Die E-Maschine schiebt mit ihren 218 PS und 300 Nm quirlig und ausdauernd an, bei schnellen Lastwechseln leider aber auch ein bisschen nach.
Bild: Lena Willgalis
Nett gemacht, für die eigentliche Performance jedoch in etwa so relevant wie das Mäusekino des Nissan GT-R, das vor rund 20 Jahren schon mehr Inhalte illustrieren konnte. Allerdings lässt sich die A290 keineswegs nur auf ihre Gadgets reduzieren, sondern führt daneben auch wirklich handfeste Vorzüge ins Feld.
Fahrzeugdaten | Alpine A290 GTS |
|---|---|
Motorbauart | PSM |
Nennspannung | 400 V |
Energieinhalt brutto/netto | 55/52 kWh |
Gewicht Batteriepaket | 297 kg |
Energiedichte | 175 Wh/kg |
Maximalleistung | 160 kW (218 PS) |
Peak-Leistung | 160 kW (218 PS) |
Dauerleistung | 78 kW (106 PS) |
Drehmoment | 300 Nm |
maximale Ladeleistung AC/DC | 11/100 kW |
Zeit 15-80 % an HPC | 30 Min. |
Getriebe | 1-Gang-Automatik |
Antriebsart | Vorderrad |
Maße L/B/H | 3990/1820/1520 mm |
Radstand | 2530 mm |
Kofferraumvolumen | 326 l |
WLTP-Verbrauch auf 100 km | 16,6 kWh |
Testwagenpreis | 46.300 € |
Die Topspeed ist E-Auto-typisch mau, der Weg dorthin gestaltet sich jedoch durchaus spritzig und reaktionsschnell. Die Lenkung versteift im Beisein des vollen Antriebsmoments merklich, wetzt ansonsten jedoch einen ziemlich flotten Scheitel, während das Fahrwerk auf Unebenheiten ganz schön austeilt, auf kurvigem Geläuf dafür aber auch genauso gut einsteckt.
Alpine A290 GTS schlägt den Mini JCW
Der eigentliche Star im durchaus fetzigen Grundtenor ist jedoch Michelins Pilot Sport 5S, der Reibwert beschert, wie ihn vielleicht noch kein anderer Kleinwagen zuvor erlebt hat. Die Kurvengeschwindigkeiten sind wirklich amtlich, die Bremswege absolut erstklassig und die Performance auch deswegen so durchschlagend, weil der E-Motor selbst auf der Rennstrecke nach drei Runden nicht einknickt.

Die hinteren Türen erinnern mit ihren angedeuteten Verbreiterungen an den R5 Turbo. Die Spur ist sechs Zentimeter breiter als im zivilen Renault-Pendant.
Bild: Lena Willgalis
Eine 1:44,76 ist die A290 GTS am Sachsenring gefahren. Damit ist sie trotz Topspeed-Limit gute drei Zehntel schneller als ein konventioneller Mini JCW – was man je nach Perspektive jetzt als Lob fürs E-Auto oder als Schmach für den genannten Verbrenner sehen kann.
Fazit
Sieht man von den Segment-typischen Elektro-Einschnitten in Sachen Reichweite, Ladeleistung und Vmax ab, kredenzt Alpine hier einen durchaus pfiffigen Kleinwagen, der einen absoluten Top-Reifen in teils erstklassige Performance ummünzt. Kurvengeschwindigkeiten und Bremswege überragen das Kleinwagen-Segment deutlich; leider gilt das allerdings auch für den Preis.
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