Audi: Restwerte im Check
Wie viel Vorsprung steckt noch in Audi

Je begehrter ein Auto, desto besser der Werterhalt. Welche Modelle Verlust bringen, welche stabil sind, erklären die Experten von Schwacke. Audi liefert Langzeitqualität, schwächelt aber bei Innovationen.
Bild: Christian Bittmann
Quattro, Vollverzinkung, Aluleichtbau: Der Name Audi stand jahrelang für technische Avantgarde. Gepaart mit erstklassigem Qualitätseindruck und Design – etwa beim ersten TT – stieg die VW-Tochter in die Premiumliga auf und forderte BMW und Mercedes heraus. Geprägt hat Audis Weg seit Anfang/Mitte der 1970er-Jahre maßgeblich ein Mann: Ferdinand Piëch.
Das ist lange her, oben ist Audi noch immer. Nur: Als Gamechanger oder treibende Kraft bei Innovationen wird die Marke heute nicht mehr wahrgenommen, diese Rolle kommt anderen zu.
E-Auto-Ziele nur teilweise erreicht
Die ursprünglichen Ziele beim Wachstum der E-Mobilität hat Audi nur teilweise erreicht, auch weil der Markt in einigen Regionen langsamer wächst als erwartet. Neue Modelle stehen in den Startlöchern, sie sollen den Übergang in eine vollelektrische Zukunft sichern. Neben der Vorstellung von Schlüsselmodellen – darunter der Elektro-Einsteiger A2 e-tron und das Top-SUV Q9 – arbeiten die Ingolstädter an den etablierten Baureihen: der dritten Generation Q7, dem überarbeiteten Q4 e-tron und dem neuen RS 5.

Dunkle Wolken über Audi? Obwohl die Marke ihr technisch-avantgardistisches Image von einst eingebüßt hat, sind die Restwerte im Großen und Ganzen solide.
Bild: Tom. Salt
Ob das reicht, sich angesichts starker Konkurrenz von der Masse abzuheben, wird sich zeigen. Sinnbildlich für die Suche nach sich selbst ist das Hickhack bei den Modellbezeichnungen. Audis Strategen ändern sie gern willkürlich – und machen dann alles rückgängig. 2023 hieß es, dass künftig Baureihen mit Verbrennerantrieb ungerade Ziffern in der Baureihenbezeichnung tragen. So wurde der 2024 vorgestellte neue Audi A4 zum A5. Schon 2025 ruderte Audi zurück. Folge: Der neue A6 mit Verbrenner wurde nicht zum A7, sondern blieb ein A6. Abgesehen davon hat die Zahlen für die Motorleistung (30, 35, 40 usw.) nie jemand verstanden.
Starke Restwerte bei klassischen Modellen
Zum Guten: Die Kombination aus Image, hoher Produktqualität und breitem Modellangebot sorgt für stabile Nachfrage auf dem Gebrauchtmarkt. Gerade die SUV-Baureihen Q3, Q8, Q7 und Q5 zeigen nach drei Jahren eine robuste Restwert-Performance. Aber auch die beliebten Flottenmodelle A6 und A3 liegen solide bei etwa 55 Prozent. Nur die elektrischen Modelle schwächeln, was dem allgemeinen Markttrend und stärkeren Schwankungen geschuldet ist.
Restwertprognose nach 36 Monaten (20.000 km/Jahr)*
- Audi A1 55,9
- Audi A5 51,5
- Audi Q2 55,4
- Audi Q3 59,2
- Audi Q4 e-tron 45,3
- Audi e-tron GT 41,7
* Händlerverkaufspreis
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