Auto-Assistenten im Akzeptanz-Check
Kann ein Assistenzsystem die Fahrt gefährlicher machen?

Für viele Autofahrer gehören Fahrassistenzsysteme längst zum Alltag. Nicht selten haben die elektronischen Helfer bereits eine brenzlige Situation entschärft. Doch die Technik hat auch ihre Schattenseiten.
Bild: Nils Oskamp Illustration
- Raphael Schuderer
Fahrassistenzsysteme wie Notbremsassistent, Spurhalteassistent oder adaptiver Tempomat sind für viele Autofahrer nicht mehr wegzudenken. Eine aktuelle Umfrage der AXA-Versicherung zeigt: 77 Prozent der Deutschen sind überzeugt, dass diese Systeme die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.
Besonders im Stadtverkehr spielen die Helfer laut Umfrage ihre Stärken aus. 41 Prozent der Stadtbewohner geben an, dass ihnen Fahrassistenzsysteme bereits mindestens einmal geholfen haben, eine gefährliche Situation zu verhindern. Im ländlichen Raum sagen das immerhin noch 34 Prozent.

Einige Fahrzeuge erkennen sogar Menschen bei Dunkelheit und geben eine Warnung aus, hier in einem Audi Q7.
Bild: Christoph Börries
Viele verlassen sich zu sehr auf die Technik
Doch die Befragung zeigt auch: Moderne Technik kann die Aufmerksamkeit der Fahrer nicht ersetzen – und soll es bislang auch noch nicht. 44 Prozent befürchten, dass Fahrer sich zu stark auf Fahrhilfesysteme verlassen und dadurch unaufmerksamer werden.
Jeder fünfte Mann (19 Prozent) gibt sogar zu, Fahrassistenzsysteme bereits genutzt zu haben, um sich während der Fahrt anderen Tätigkeiten zu widmen – etwa dem Blick aufs Smartphone oder dem Essen. Bei Frauen sind es lediglich sieben Prozent.

Solange Autos nicht autonom fahren, gehören die Hände ans Steuer. Hier eine Warnung im Borddisplay.
Bild: Frank B. Meyer / AUTO BILD
Am ausgeprägtesten ist dieses gefährliche Verhalten bei jungen Fahrern unter 25 Jahren: Fast jede zweite Person (48 Prozent) zwischen 18 und 24 Jahren hat Fahrhelfer schon genutzt, um sich anderen Dingen zuzuwenden. Unter jungen Männern waren es sogar 63 Prozent.
"Der Mensch muss die Verantwortung behalten"
Arne Kleines, Leiter Kraftfahrtversicherungen von AXA, warnt: "Viele Fahrer verlassen sich zu sehr auf Assistenzsysteme. Wer die Technik als Ersatz für die eigene Aufmerksamkeit versteht, macht aus einem Sicherheitsgewinn schnell ein zusätzliches Risiko. Entscheidend bleibt, dass der Mensch jederzeit die Verantwortung am Steuer behält."

Über ein Drittel der Befragten wurde bereits von einem Assistenzsystem vor einer brenzligen Situation bewahrt.
Bild: Opel Automobile GmbH
Gleichzeitig gibt rund jede fünfte Person (22 Prozent) an, durch ein Fahrassistenzsystem bereits in eine gefährliche Situation geraten zu sein. Nach eigener Einschätzung wäre diese ohne das System nicht entstanden.
AXA Deutschland hatte die repräsentative Befragung zu Fahrassistenzsystemen beim Meinungsforschungsinstitut YouGov in Auftrag gegeben. Im Zeitraum zwischen dem 24. und dem 27. Juli 2026 wurden insgesamt 2032 Personen befragt.
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