Sagt Ihnen der Begriff "Aznom" etwas? Falls nicht, dann sollten Sie sich diesen Namen merken. Vor allem, wenn Sie gedenken, sich irgendwann mal eine Chauffeurs-Limousine wie einen Maybach zu gönnen. Aznom ist kein klassischer Autohersteller, sondern eher ein Kreativstudio für fahrbare Extreme. Das italienische Unternehmen aus Monza hat sich darauf spezialisiert, bestehende Premium-Fahrzeuge umzubauen oder komplett neu zu interpretieren.
Bekannt wurde Aznom vor allem mit dem Palladium – einer wuchtigen Luxus-SUV-Limo auf RAM-Basis, die irgendwo zwischen Millionärsspielzeug und Designexperiment rangiert. Mit dem neuen Projekt L'Epoque schlagen die Italiener nun ein weiteres Kapitel in ihrer Konzeption auf: eine überdimensionierte Chauffeurs-Limousine wie aus den 30er-Jahren, für die es ganz sicher mindestens zwei Parkplätze bedarf.

Luxus in Überlänge

Das auffälligste Merkmal der Studie ist ihre Länge. Durch eine lang gezogene Motorhaube und ein ausladendes Heck misst die auffällige Limousine rund acht Meter. Sie ist damit rund doppelt so lang wie ein VW Polo und passt fast dreimal in einen Smart fortwo! Die Parkplatzsuche in urbanen Regionen dürfte sich also durchaus schwierig gestalten.
Aznom L'Epoque Concept
Optisch erinnert die überdimensionierte Limousine an einen Mix aus Vision Iconic, Rolls-Royce und Jaguar Type 0.
Bild: Aznom
Optisch wirkt die Limousine wie aus den 1920er- oder 1930er-Jahren gefallen – und gleichzeitig wie ein futuristisches Showcar mit modernen Features. Das Doppelöffnungssystem der Türen etwa, bei dem sich ein Teil des Daches anhebt.
Die Front erinnert mit ihrem aufrechten Kühlergrill und den klaren Linien an klassische Rolls-Royce-Modelle, während die Seitenansicht etwas von einem extrem gestreckten Jaguar Type 00 hat.
Dazu kommen moderne Details wie vertikal angeordnete schmale LED-Leuchten und große, glatte Flächen und markante Radläufe, die dem Fahrzeug trotz Retro-Anleihen eine zeitgemäße und vor allem stattliche Präsenz verleihen.
Aznom L'Epoque Concept
Die Silhouette des Hecks ist von einer Yacht inspiriert. Das Lichtband am Heck setzt einen modernen Akzent.
Bild: Aznom
Eine nach hinten versetzte Fahrgastzelle, versenkte Türgriffe und ein fast endloses Heck mit einer bootsartigen Silhouette ergänzen das Gesamtkonzept. Auch eine gewisse Ähnlichkeit zum erst kürzlich präsentierten Mercedes Vision Iconic ist erkennbar, auch wenn die Felgen weniger überdimensioniert erscheinen.

Eine nostalgische Lounge als Fond

Im Innenraum reist die Opulenz nicht ab. Hier wird schnell klar, wer der wichtigste Passagier an Bord ist. Der Fahrerplatz wirkt fast zweitrangig, während der Fond zum eigentlichen Highlight wird. Dominant ist ein riesiger Bildschirm, der sich über die gesamte Breite des Wagens erstreckt und unweigerlich an den "Theatre Screen" des BMW 7er erinnert. Dazu gibt es noch ein kleines Tischchen mit integrierter Minibar, an dem sich die Gäste bedienen können.
Aznom L'Epoque Concept
Der Fond ist das eigentliche Zentrum des Konzepts: Lounge-Sitze, ein riesiger Bildschirm und maximale Beinfreiheit.
Bild: Aznom
Materialien, Farben und Formen zitieren Art-déco-Elemente: Viel Leder, klare geometrische Linien, Mahagoni, Messing und gepolsterte Sitze und Bänke machen den L'Epoque zur exklusiven Lounge. Alles ist auf Komfort, Abschottung und Repräsentation ausgelegt. Betreut wird die Limousine im Wesentlichen von einem KI-basierten Assistenten, der das gesamte Bord-Ökosystem per Sprachbefehl steuert.
Aznom L'Epoque Concept
Der Fond ist das eigentliche Zentrum des Konzepts: Lounge-Sitze, ein riesiger Bildschirm und maximale Beinfreiheit.
Bild: Aznom

1000 Elektro-PS und Range Extender

Unter der langen Karosserie schlägt ein modernes Herz: L'Epoque ist als Elektro-Limo mit vier einzelnen Elektromotoren geplant – jeweils einer pro Rad. Zusammen sollen sie eine Systemleistung von knapp 1000 PS liefern. Unterstützt wird der Antrieb von einem V6-Motor als Range Extender, der eine rund 100 kWh große Batterie speist und so Reichweite generieren soll, ohne den klassischen Verbrennungsantrieb direkt als Hauptquelle zu nutzen.
Die Antriebskombination deutet auf eine enorme Leistung und souveräne Fahrfähigkeiten hin, auch wenn konkrete Zahlen zu Beschleunigung oder Topspeed nicht offiziell genannt werden. Fahrwerk und Chassis sind auf Komfort ausgelegt, die adaptive Luftfederung soll auch auf unebenen Straßen ein "schwebendes" Fahrgefühl vermitteln.
Auch wenn der Wagen vorerst rein konzeptionell bleibt, so könnte er zumindest auf dem Papier mit aktuellen Top-E-Luxuslimousinen mithalten. Ob so ein Fahrzeug tatsächlich in Serie geht, bleibt offen. Aznom selbst formuliert den Projektstatus als "Stilstudie + theoretische Machbarkeit". Übersetzt heißt das wohl: Das Konzept ist nicht nur bloße Show, sondern grundsätzlich realisierbar. Oder anders gesagt: Sag niemals nie!