Der weltgrößte Akkuhersteller CATL hat Europas Batterie-Start-ups Schützenhilfe beim Bau von Fabriken und dem Aufbau einer regionalen Akku-Industrie angeboten. Die Europäer bräuchten Hilfe beim Überwinden der anfänglich hohen Produktionskosten und dem Aufbau der Lieferketten, sagte Matt Shen, der Europa-Manager von CATL, der "Financial Times". Gleichzeitig wäre "der europäische Markt für Batterien groß genug", um mehrere europäische Akkuhersteller zu tragen, so Shen.
Das Angebot des Batterieherstellers ist in mehrerer Hinsicht außergewöhnlich. Schließlich stehen chinesische Technologiefirmen unter strikter Kontrolle der Regierungsbehörden. Man kann davon ausgehen, dass CATL das Angebot für Europa nicht ohne Abstimmung mit Peking macht. Außerdem galt die Expansionsstrategie der chinesischen Autofirmen nach Europa bislang als so offensiv, dass mit einem solchen, auf ein Miteinander angelegtes Angebot nicht zu rechnen war. Der Batteriebau gilt als Schlüsseltechnologie beim Verbreiten der Elektromobilität. Was könnte der Hintergrund sein?
Bislang hatte sich eher der umgekehrte Weg eingebürgert: Firmen aus Europa errichteten Produktionsstandorte in China, bauten in Zusammenarbeit mit lokalen Firmen vor Ort Produkte, um im Laufe der Zeit von chinesischen Firmen unterboten und aus dem Markt gedrängt zu werden, Beispiel Solarmodule. Doch der Import von E-Autos in Europa verläuft zeitweise sperrig. Nun würde eine Kooperation von CATL mit europäischen Firmen dem Unternehmen neue Expansionswege eröffnen.

Welche Fortschritte CATL zuletzt erzielt hat

Denn CATL ist nicht nur Weltmarktführer, sondern auch Technologieträger: Das Unternehmen hat zuletzt auf der IAA Mobility in München einen besonders schnell ladbaren, sicheren Akku vorgestellt. CATL produziert bereits im thüringischen Arnstadt E-Auto-Akkus, plant ein Batteriewerk mit Stellantis in Spanien. Eine CATL-Batteriefabrik in Ungarn soll Anfang 2026 mit der Produktion beginnen. Laut "FT" will CATL auch die Technologie zum Batterietausch und Recyclen von Akkus nach Europa bringen.
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Der Batteriehersteller CATL ist der größte der Welt.
Bild: CATL
Nach Zahlen der US-Bank JPMorgan ist der Marktanteil von CATL für Batterien in Europa von 37 Prozent in 2023 auf 45 Prozent im Jahr 2024 gestiegen. All das macht den Hersteller zu einem vielversprechenden Partner. Nach der Northvolt-Insolvenz und dem Aus für das Batteriewerk im schleswig-holsteinischen Heide sind aktuell die Aussichten für die weitere Batteriefertigung in Deutschland eher düster.

Was hat CATL von dem Batterieangebot?

Gleichzeitig wächst der Verkauf von Elektroautos auf dem Kontinent in eher verzagtem Tempo. Nach einem jüngsten Dämpfer legt der Absatz chinesischer E-Auto-Hersteller in Europa nach Forbes-Zahlen aber aktuell stark zu. Allgemein ist die europäische Autoindustrie besorgt über die Abhängigkeit von chinesischen Batterien. Günstige, lokal hergestellte E-Auto-Akkus könnten das Wachstum beschleunigen.
Somit könnte das Angebot aus China der E-Autoproduktion in Europa einen willkommenen Schub verleihen. Die Chinesen wiederum würden von einer Vor-Ort-Produktion profitieren. Selbst bei zunehmenden Handelskonflikten zwischen Europa und China könnte eine gemeinsame Fertigung ungehindert weiterlaufen. Gleichzeitig hätte China auf dem Kontinent einen weiteren Fuß in der Tür – starke Argumente für eine Kooperation, vor allem aus Sicht Pekings.