Citroën ë-C4 X: Elektroauto im Test
Nur schräg oder auch schlau? So gut ist der kompakte ë-C4 X
Citroën ë-C4 X im Test
Ein spezieller Fall, der Citroën ë-C4 X. Der Kompakte kommt mit E-Antrieb und eigenwilligem Stufenheck. AUTO BILD testet, was dahintersteckt.
Bild: AUTO BILD
Citroën und Extravaganz sind ja quasi eins. Und die Franzosen bleiben sich treu: Auf eine Bezeichnung wie ë-C4 X muss man erst einmal kommen. Zur Erklärung: Der C4 ist das seit 2020 gebaute Kompaktmodell von Citroën. Kein ganz gewöhnlicher Kompakter, sondern mehr ein Crossover, höhergelegt, mit flachem Aufbau und Fließheck.
Der C4 X wiederum ist eine neue Variante, mit 4,60 Metern 24 Zentimeter länger als der C4. Er kommt mit Stufenheck und kleiner Ladeluke – nicht wie der C4 mit großer Klappe. Das ë wiederum steht für die Elektroversion des Autos. Denn den C4 X gibt es auch noch mit 1,2-Liter-Benziner mit 101 PS (6-Gang) oder 131 PS und als 1,5-Liter-Diesel (beide Automatik) mit 131 PS.

Eigenständig: Das Design des ë-C4 X hat mit der markanten Front und der Stufe am Heck einen hohen Wiedererkennungswert.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Das Design des C4 X ist speziell
Auch beim Design bleibt sich Citroën treu, der ë-C4 X ist eine auffällige Erscheinung. Mit riesigem Doppelwinkel und zackigen Scheinwerfern vorn, dem lang auslaufendem Aufbau und am Heck dann mit der kleinen Stufe.
Dem Lenkrad fehlt Einstellbereich
Das Platzangebot vorn ist ordentlich, allerdings passt die Sitzposition nicht ganz. Das Lenkrad ist nicht weit genug verstellbar, und die Pedalpositionen sind unglücklich: Die Bremse liegt zu weit hinten, und die Nische für das Fahrpedal ist sehr schmal, wir empfehlen schlankes Schuhwerk. Die Sitze sind, so viel Klischee muss jetzt sein, typisch französisch weich und nachgiebig gepolstert.

Nicht optimal: Auf den weichen Sitzen lässt sich schwer eine optimale Position finden, die Pedalposition ist unglücklich.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Weniger gemütlich wird es im Fond, der ist enger als vielleicht erwartet. Für lange Beine wird es knapp – der Knieraum ist gegenüber dem C4 unverändert. Nicht aber die Kopffreiheit, die ist einen Zentimeter kleiner als im C4, größere Leute müssen den Kopf einziehen. Und man sitzt flach über dem Boden, auf ähnlich nachgiebigen Polstern wie vorn. Gute Nachrichten gibt es vom Kofferraum, der ist beim C4 X mit 510 Litern riesig (C4: 380 Liter).
Fahrzeugdaten
Modell | Citroën ë-C4 X Electric 136 |
|---|---|
Motor Bauart | Synchronelektromotor |
Einbaulage | vorn |
Spitzenleistung | 100 kW (136 PS) |
Dauerleistung | 57 kW (77 PS) |
maximales Drehmoment | 260 Nm |
Vmax | 150 km/h |
Getriebe | Einganggetriebe |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 195/60 R 18 H |
Reifentyp | Michelin ePrimacy |
Reichweite* | 358 km |
Verbrauch* | 15,1 kWh |
Batterieart | Lithium-Ionen |
Batteriekapazität | 50 kWh |
Ladeleistung AC/DC | bis 11/100 kW |
Ladezeit (DC-Ladung; 0-80 %) | 30 Minuten |
Ladeanschluss | hinten links |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | –/– |
Stützlast | - |
Kofferraumvolumen | 510 l |
Länge/Breite/Höhe | 4600/1834-2032**/1525 mm |
Radstand | 2670 mm |
Spurweite vorn/hinten | 1545/1545 mm |
Grundpreis (vor Förderung) | 37.540 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 41.340 Euro |
Das 5,5 Zoll große Kombiinstrument liefert viele Infos, die Menüs des 10-Zoll-Touchscreens sind wirklich verworren, und das Navi kommt in sehr einfacher Optik. Schön sind aber die Drehregler fürs Klima und die Lautstärke.
Im ë-C4 X steckt wenig Sportlichkeit
Angetrieben wird der ë-C4 X von einem E-Motor mit 136 PS. Der Akku fasst 50 kWh, geladen werden (So funktioniert das Laden und Bezahlen an einer Ladesäule) kann mit 11 kW Wechselstrom und 100 kW Gleichstrom. Der Citroën beschleunigt sanft, ihm fehlt komplett das Brachiale manch anderer Elektriker. Was übrigens nichts Schlechtes sein muss. Den Sprint von null auf hundert schaffte er im Test in 10,2 Sekunden, bei 150 km/h ist Schluss. Nichts für Leute, die es eilig haben.

Keine Rakete: Dem ë-C4 X fehlt das Brachiale vieler Elektroautos. Dazu passt, dass im Fahrwerk viel Komfort steckt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Für Hast und Hetze ist der ë-C4 X aber sowieso nicht gebaut. Citroën hat ihn komfortabel ausgelegt, er fährt sich mit seiner wattigen, synthetischen Lenkung bedächtig, oder sagen wir: gemütlich, nimmt Kurven mit starken Karosseriebewegungen. Auf langen Wellen schaukelt er sanft, kantig wird es allerdings auf Frostaufbrüchen oder Querfugen.
Messwerte
Modell | Citroën ë-C4 X Electric 136 |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,9 s |
0–100 km/h | 10,2 s |
0–130 km/h | 17,1 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 5,3 s |
80–120 km/h | 7,3 s |
Leergewicht/Zuladung | 1639/401 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 54/46 % |
Wendekreis links/rechts | 11,4/11,4 m |
Sitzhöhe | 620 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 34,8 m |
aus 100 km/h warm | 35,8 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 54 dB(A) |
bei 100 km/h | 61 dB(A) |
bei 130 km/h | 66 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 13,4 kWh/100 km |
Testverbrauch | 17,9 kWh/100 km |
Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | (+18,5 %) |
Sportverbrauch | 20,5 kWh/100 km |
CO2 (lokal) | 0 g/km |
Reichweite | 280 km |
Die Leistung lässt sich nicht besonders fein dosieren, das Fahrpedal reagiert mit Verzögerung. Auf eine mehrstufige Rekuperation hat Citroën verzichtet, der ë-C4 X rekuperiert insgesamt recht eckig – und auch nicht bis zum Stillstand, One-Pedal-Drive ist also nicht möglich. Im Test kam er auf eine Reichweite von 280 Kilometern – im Klassenvergleich eher bescheiden.
Den ë-C4 X gibt es ab 41.430 Euro
Gute Nachrichten gibt es zum Schluss. Der Test-ë-C4-X steht ab 41.340 Euro in der Liste – das ist angesichts der sehr kompletten Ausstattung (unter anderem mit Klimaautomatik, Wärmepumpe und vielem mehr) und in seinem Umfeld sehr anständig. Auch typisch Citroën.
Service-Links





















